Die jährliche Steuererklärung kann eine mühsame Aufgabe sein. Ein Steuerauszug der Bank, insbesondere in digitaler Form, verspricht hier grosse Erleichterung, da Konten und Wertschriften automatisch in die Steuererklärung übernommen werden. Doch dieser Komfort hat oft seinen Preis, der je nach Finanzinstitut stark variieren kann – von kostenlos bis zu mehreren Hundert Franken.
Wichtige Erkenntnisse
- Digitale Steuerauszüge vereinfachen die Steuererklärung erheblich.
- Die Kosten für Steuerauszüge reichen von gratis bis zu 300 Franken.
- Viele Banken bieten kostenlose Auszüge nur in Verbindung mit bestimmten Produkten an.
- Alle Schweizer Kantone akzeptieren digitale Steuerauszüge.
Erleichterung bei der Steuererklärung
Das Zusammentragen aller notwendigen Informationen für die Steuererklärung ist zeitaufwendig. Bankkunden müssen normalerweise sämtliche Kontosalden, Wertschriftendepots, Zinserträge und Dividenden manuell erfassen. Ein Steuerauszug fasst diese Daten übersichtlich zusammen und erleichtert den Übertrag in die Steuererklärung erheblich.
Noch effizienter ist der digitale E-Steuerauszug. Dieser überträgt alle relevanten Informationen direkt in die elektronische Steuererklärung, was den Aufwand für Steuerpflichtige minimiert. Dies umfasst nicht nur Saldi und Depotwerte zum Jahresende, sondern auch Transaktionen wie Käufe und Verkäufe von Wertschriften sowie Angaben zu Hypothekar- oder Privatschulden und bezahlten Schuldzinsen.
Faktencheck: Akzeptanz in der Schweiz
Steuerämter in allen Schweizer Kantonen akzeptieren mittlerweile Steuerauszüge der Banken. Die Verfügbarkeit dieser Dienstleistung nimmt stetig zu, auch wenn noch nicht alle Banken sie anbieten.
Kostenunterschiede zwischen den Finanzinstituten
Die Preisspanne für Steuerauszüge ist beachtlich. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Kosten für Bankkunden zwischen null und mehreren hundert Franken liegen können. Einige Institute bieten den Steuerauszug standardmässig kostenlos an, während andere Gebühren erheben, die oft von der Art der Kundenbeziehung oder den genutzten Bankprodukten abhängen.
Zu den Banken, die ihren Kunden den Steuerauszug grundsätzlich kostenfrei zur Verfügung stellen, gehören beispielsweise die Kantonalbanken von Aargau, Luzern und Schwyz. Auch die Bank Valiant zählt zu dieser Kategorie. Diese Institute erleichtern ihren Kunden den administrativen Aufwand ohne zusätzliche Kosten.
Bindung an Bankprodukte
Bei vielen Finanzinstituten ist der kostenlose Steuerauszug an den Bezug bestimmter Bankprodukte oder Dienstleistungen geknüpft. Raiffeisenbanken etwa bieten einen kostenlosen Steuerauszug an, wenn Kunden ein Vermögensverwaltungs- oder Beratungsmandat besitzen. Ohne ein solches Mandat fallen jedoch Kosten an.
"Ohne Mandat wird ein Steuerauszug dagegen laut Empfehlung der Raiffeisen-Zentrale mit 86.50 Franken berechnet."
Ähnliche Bedingungen gelten auch bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und der Grossbank UBS. Hier ist die Bereitstellung eines Steuerauszugs ebenfalls an den Bezug von Beratungs- oder Vermögensverwaltungsprodukten gebunden. Für Kunden ohne solche Produkte können die Gebühren erheblich sein.
Kostenbeispiele für Steuerauszüge
- UBS: 100 bis 250 Franken (je nach Anzahl Positionen)
- ZKB: Bis zu 300 Franken
- Raiffeisen: 86.50 Franken (ohne Mandat)
- Swissquote: Pauschale von 91.90 Franken
- Trade Direct: 10.85 Franken pro Position (mindestens 43.25 Franken)
Kosten für Online-Handelsplattformen
Auch Kunden von Online-Handelsplattformen müssen oft für ihre Steuerauszüge bezahlen. Swissquote beispielsweise verlangt eine Pauschale von 91.90 Franken. Bei Trade Direct werden die Kosten pro Position berechnet, wobei ein Mindestbetrag von 43.25 Franken anfällt. Jede einzelne Position auf dem Auszug kostet 10.85 Franken zusätzlich.
PostFinance: Eine Sonderregelung
PostFinance bietet den E-Steuerauszug grundsätzlich kostenlos an. Eine Ausnahme bildet hier das PostFinance E-Trading. Kunden, die diese Dienstleistung nutzen, müssen eine Pauschalgebühr von 97.30 Franken entrichten. Die Begründung dafür liegt im hohen Aufwand für die Datenbeschaffung und Ermittlung der Steuerwerte bei einem Produktumfang von über 2 Millionen möglichen Titeln.
Reformbedarf in der Wirtschaft
Abseits der individuellen Steuererleichterungen diskutieren Wirtschaftsexperten derzeit über breitere Reformen. Das Ifo-Institut in München hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt und erwartet für das kommende Jahr nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent, gefolgt von 1,1 Prozent im Jahr 2027. Im September lagen die Prognosen noch bei 1,3 und 1,6 Prozent.
Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, heisst es zur Begründung. Bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindern Unternehmen und Neugründungen. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft weiterhin spürbar.
"Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern."
Clemens Fuest, Ifo-Präsident
Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung einen "Frühling der Reformen". Ansatzpunkte sieht er im Arbeitsmarkt, bei Investitionen und Bildung. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Ein flexibleres Arbeitsmarktrecht und ein weniger rigider Kündigungsschutz für hochqualifizierte Arbeitskräfte könnten Unternehmen dabei helfen, Innovationen voranzutreiben und neue Mitarbeiter einzustellen.





