Damiano David, der charismatische Frontmann der italienischen Rockband Måneskin, trat erstmals als Solokünstler in der Schweiz auf. In der ausverkauften Halle 622 in Zürich-Oerlikon präsentierte der 26-jährige Sänger sein neues musikalisches Projekt, das einen deutlichen Wechsel von Rock zu Pop markiert. Vor einem begeisterten Publikum erklärte er die persönlichen Gründe für seine stilistische Neuausrichtung.
Das Wichtigste in Kürze
- Damiano David gab sein Schweizer Solodebüt in der ausverkauften Halle 622 in Zürich.
- Der Sänger vollzog einen Stilwechsel von Rock, der ihn mit Måneskin berühmt machte, hin zu Popmusik.
- Während des Konzerts sprach er offen über seine persönliche Suche und das Gefühl, sich im Pop-Genre wiedergefunden zu haben.
- Die Solotournee ist fast vollständig ausverkauft, was auf ein grosses Interesse an seiner neuen musikalischen Identität hindeutet.
Ein ausverkaufter Abend in Zürich
Die Spannung vor der Halle 622 in Zürich-Oerlikon war am vergangenen Abend greifbar. Monate im Voraus waren sämtliche Tickets für das erste Solokonzert von Damiano David in der Schweiz vergriffen. Einige Fans versuchten noch vor Ort vergeblich, eine der begehrten Karten zu ergattern. Im Inneren der Konzerthalle wartete eine erwartungsvolle Menge auf den Künstler, der 2021 mit seiner Band Måneskin den Eurovision Song Contest gewann und zu einem internationalen Rockstar wurde.
Knapp 90 Minuten lang bot David eine energiegeladene Show, die seine neue musikalische Ausrichtung unterstrich. Statt der rauen Rockklänge von Måneskin dominierten eingängige Pop-Melodien und elektronische Beats. Die Reaktion des Publikums war überwältigend positiv. Mit lautstarkem Applaus und Jubelrufen forderten die Zuschauerinnen und Zuschauer insgesamt drei Zugaben, die der Sänger sichtlich erfreut gewährte.
Vom ESC-Sieg zur globalen Sensation
Im Jahr 2021 katapultierte der Sieg beim Eurovision Song Contest die Band Måneskin aus Italien auf die Weltbühnen. Ihr Slogan «Rock'n'Roll never dies» wurde zum geflügelten Wort und die Band zum Symbol einer neuen Rock-Generation. Die darauffolgenden Jahre waren von weltweiten Tourneen und grossem kommerziellen Erfolg geprägt.
Der umstrittene Wechsel zum Pop
Ende 2024 kündigte Måneskin eine Bandpause an, um den Mitgliedern Raum für eigene Projekte zu geben. Während Bassistin Victoria De Angelis eine Karriere als DJ verfolgt und Gitarrist Thomas Raggi sowie Schlagzeuger Ethan Torchio sich eher zurückgezogen haben, überraschte Frontmann Damiano David mit dem Start einer Solokarriere im Pop-Genre. Dieser Schritt löste unter den Fans eine Welle gemischter Reaktionen aus.
Viele langjährige Anhänger zeigten sich enttäuscht. In den sozialen Medien waren Kommentare wie «Er hat seine Seele an die Amerikaner verkauft» keine Seltenheit. Kritisiert wurde vor allem der Wandel von authentischem italienischem Rock zu einem Sound, der als «amerikanischer Mainstream-Pop» wahrgenommen wurde. Auch sein Imagewechsel – weg vom Eyeliner und den extravaganten Outfits hin zu schlichteren Hemden und Hosen – sorgte für Diskussionen.
Internationale Tour fast ausverkauft
Trotz der anfänglichen Skepsis einiger Fans ist der kommerzielle Erfolg von Damiano Davids Soloprojekt unbestreitbar. Seine erste weltweite Tournee ist nahezu restlos ausverkauft. Dies zeigt, dass er nicht nur viele alte Fans von seinem neuen Weg überzeugen konnte, sondern auch eine neue, breite Zuhörerschaft für sich gewonnen hat.
Eine neue musikalische Identität
Obwohl sein Aufstieg als Rockstar erfolgte, schlug Davids Herz offenbar schon länger für die Popmusik. In einem Interview mit der schwedischen Zeitung «Aftonbladet» erklärte er bereits vor einiger Zeit, dass er sich «schon immer als Pop-Typ» gesehen habe. Die Pause mit Måneskin bietet ihm nun die Gelegenheit, diese Leidenschaft vollständig auszuleben und sich als Künstler neu zu erfinden.
Persönliche Worte auf der Bühne
Ein zentraler Moment des Zürcher Konzerts war, als Damiano David sich direkt an sein Publikum wandte, um seine Beweggründe zu erläutern. Er betonte die positiven Erfahrungen mit seiner Band, sprach aber auch über eine persönliche Krise. «Ich habe mit meiner Band die schönsten Dinge erlebt», sagte er auf der Bühne.
«Ich habe mich einfach verloren – das hat nichts mit meinen Bandkollegen zu tun, sondern mit mir selbst. Ich habe den Traum von jemand anderem gelebt.»
Diese ehrlichen Worte gaben einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt. Er beschrieb den Prozess der Selbstfindung als einen längeren Weg, der ihn schliesslich zur Popmusik geführt habe. «Ich habe etwas länger gebraucht, um mich zu finden. Aber das habe ich jetzt», schloss er seine Ausführungen ab und erntete dafür grossen Applaus.
Trotz seiner neuen Ausrichtung verleugnete er seine Wurzeln nicht vollständig. Für den Song «Cinnamon» kündigte er an: «Den nächsten Song werdet ihr lieben», zog sein Hemd aus und lieferte eine Performance ab, die an die energiegeladenen Auftritte aus seiner Måneskin-Zeit erinnerte. Es war ein Moment, der alte und neue Fans gleichermassen begeisterte und zeigte, dass der Rock'n'Roll in ihm weiterlebt.
Die Zukunft von Måneskin
Die Frage, die viele Fans beschäftigt, ist die nach der Zukunft von Måneskin. Damiano David schliesst ein Comeback der Band keineswegs aus. Laut Berichten italienischer Medien könnte eine Wiedervereinigung bereits im Jahr 2026 stattfinden. Bis dahin gehen die Mitglieder jedoch ihre eigenen Wege.
Die unterschiedlichen Projekte der Bandmitglieder zeigen die kreative Vielfalt innerhalb der Gruppe:
- Damiano David: Solokarriere als Pop-Sänger
- Victoria De Angelis: Internationale Karriere als DJ
- Ethan Torchio und Thomas Raggi: Nehmen sich eine Auszeit und arbeiten an eigenen musikalischen Ideen im Hintergrund.
Der Abend in Zürich bewies, dass Damiano David auch als Solokünstler eine enorme Bühnenpräsenz besitzt und sein Publikum fesseln kann. Sein Mut zur Veränderung und seine offene Kommunikation über die persönlichen Gründe dafür scheinen bei den meisten Fans gut anzukommen. Die ausverkaufte Halle 622 war ein klares Zeichen dafür, dass die Schweiz bereit ist, ihn auf diesem neuen Kapitel seiner Karriere zu begleiten.





