Die Schweizer Kulturlandschaft bietet eine beeindruckende Vielfalt, von modernen Kunstausstellungen bis zu historischen Sammlungen. Museen öffnen ihre Schaudepots und Designer prägen seit Jahrhunderten das Wohnen. Wir werfen einen Blick auf die aktuellen und zeitlosen Höhepunkte, die Besucher aus dem In- und Ausland anziehen.
Wichtige Erkenntnisse
- Schweizer Museen präsentieren vermehrt Schaudepots und bieten Einblicke hinter die Kulissen.
- Modeausstellungen wie 'Catwalk' im Vitra Design Museum beleuchten die Kunst des Laufstegs.
- Das Art déco prägt nach wie vor Architektur und Design in europäischen Städten.
- Charlotte Perriand wird als prägende Designerin des modernen Wohnens gewürdigt.
Einblicke hinter die Kulissen: Schaudepots in Schweizer Museen
Schweizer Museen gehen neue Wege, um ihre umfangreichen Sammlungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Immer mehr Institutionen öffnen ihre Schaudepots. Diese speziellen Ausstellungen bieten einen einzigartigen Einblick in die sonst verborgenen Bestände.
Besucher können hier Objekte sehen, die selten oder nie in den Hauptausstellungen gezeigt werden. Es ist wie ein Blick hinter die Kulissen, der die Kunst des Sammelns und Konservierens sichtbar macht. Von Schweizer Design bis hin zu chinesischer Keramik – die Vielfalt ist gross.
Interessanter Fakt
Viele Museen verfügen über Zehntausende Objekte in ihren Depots, von denen nur ein kleiner Bruchteil ausgestellt werden kann. Schaudepots bieten eine Lösung, um diese Schätze dennoch zu präsentieren.
Die Kunst des Laufstegs: 'Catwalk' im Vitra Design Museum
Der Laufsteg ist längst mehr als nur ein Ort zur Präsentation von Kleidung. Er hat sich zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt. Die Ausstellung «Catwalk: The Art of the Fashion Show» im Vitra Design Museum widmet sich genau diesem Phänomen.
Sie seziert die Ursprünge und die unvergesslichsten Versionen der Modenschau. Von den theatralischen Inszenierungen eines Thierry Mugler bis hin zum Supermarkt-Szenario von Chanel – die Ausstellung zeigt, wie Designer den Laufsteg nutzen, um Geschichten zu erzählen und Statements zu setzen. Es ist nicht nur etwas für Mode-Enthusiasten, sondern für jeden, der sich für Kreativität und Inszenierung interessiert.
«Der Laufsteg ist eine Bühne für Visionen, ein Ort, an dem Mode zur Performance wird.»
Mode als Spiegel der Gesellschaft
Modenschauen reflektieren oft gesellschaftliche Trends und kulturelle Veränderungen. Die Ausstellung im Vitra Design Museum beleuchtet, wie sich diese Darstellungsform über die Jahrzehnte entwickelt hat. Sie zeigt, wie Designer aktuelle Themen aufgreifen und in ihre Kollektionen und Präsentationen einfliessen lassen.
Besucher erleben die Evolution des Catwalks. Sie sehen, wie sich die Inszenierungen von einfachen Präsentationen zu komplexen Kunstwerken entwickelten. Die Schau lädt zur Reflexion über die Rolle der Mode in unserer Kultur ein.
Hundert Jahre Art déco: Ein Stil prägt Europa
Der Art déco-Stil feiert sein hundertjähriges Jubiläum und seine Präsenz ist in vielen europäischen Städten weiterhin stark spürbar. Dieser elegante und luxuriöse Stil, der in den 1920er und 1930er Jahren seine Blütezeit erlebte, beeinflusst Architektur, Design und Kunst bis heute.
Städte wie Paris, London, New York und Miami sind bekannt für ihre beeindruckenden Art déco-Bauten. Aber auch in anderen Metropolen finden sich zahlreiche Beispiele dieses unverwechselbaren Stils. Seine klaren Linien, geometrischen Formen und opulenten Verzierungen faszinieren bis heute.
Historischer Kontext
Art déco entstand nach dem Ersten Weltkrieg als Reaktion auf den Jugendstil. Es verkörperte den Wunsch nach Modernität, Eleganz und Luxus in einer Zeit des Wandels und des Aufbruchs.
Für Liebhaber von Design und Architektur bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, diesen Stil zu entdecken. Viele Hotels und öffentliche Gebäude aus dieser Zeit sind erhalten geblieben und zeugen von der damaligen Ära. Ein Besuch dieser Orte ist eine Zeitreise in eine Epoche voller Glanz und Glamour.
Charlotte Perriand: Die vergessene Gestalterin des modernen Wohnens
Charlotte Perriand war eine Pionierin des modernen Designs, deren Beitrag oft im Schatten ihres berühmten Kollegen Le Corbusier stand. Eine umfassende Retrospektive in Krefeld beleuchtet nun ihr beeindruckendes Werk und ihre prägende Rolle für das moderne Wohnen.
Perriand entwarf Möbel, die funktional und ästhetisch zugleich waren. Sie setzte auf innovative Materialien und klare Formen, die bis heute relevant sind. Ihre Arbeit beeinflusste Generationen von Designern und Architekten.
- Funktionale Ästhetik: Perriands Entwürfe verbanden Nutzen mit Schönheit.
- Materialinnovation: Sie experimentierte mit Stahlrohr, Holz und Glas.
- Einfluss auf das Wohnen: Ihre Möbel prägten das Verständnis von modernem Wohnraum.
Die Ausstellung zeigt, wie sich Charlotte Perriand in einer von Männern dominierten Welt durchsetzte. Sie schuf Werke, die nicht nur praktisch waren, sondern auch eine neue Lebensweise widerspiegelten. Ihre Visionen sind bis heute eine Inspiration für zeitgenössisches Design.
Kunst und Kulinarik: Ein Hotel als Museum in Lissabon
In Lissabon verbindet das Macam Hotel Fünf-Sterne-Luxus mit einer beeindruckenden Kunstsammlung. Der Unternehmer Armando Martins verwandelte einen Palast aus dem 18. Jahrhundert in ein Haus, das Hotel und Museum zugleich ist. Es beherbergt 2000 Quadratmeter zeitgenössischer Kunst.
Dieses Konzept bietet Gästen eine einzigartige Erfahrung. Sie wohnen inmitten von Kunstwerken und können diese in entspannter Atmosphäre geniessen. Das Macam ist ein Beispiel dafür, wie Kultur und Gastfreundschaft auf innovative Weise verschmelzen können.
Es ist ein Ort, der die Sinne anspricht und zum Verweilen einlädt. Die Verbindung von historischer Architektur und moderner Kunst schafft eine besondere Spannung. Solche Projekte zeigen, wie vielfältig die Präsentation von Kunst sein kann.
Kunst und Genuss
Die Integration von Kunst in Hotels ist ein wachsender Trend. Sie bietet Gästen einen Mehrwert und macht Kunst einem breiteren Publikum zugänglich.
Weinkultur und Malerei: Eine ungewöhnliche Verbindung
Manche Kunstwerke regen zu ungewöhnlichen Gedankenspielen an, etwa die Frage, welcher Wein zu einem Gemälde wie «Der Garten der Lüste» von Hieronymus Bosch passen könnte. Elena K. aus Zürich stellte sich diese Frage nach ihrem Besuch im Prado-Museum in Madrid.
Boschs albtraumhaftes und detailreiches Gemälde regt die Fantasie an. Die Kombination von Kunstbetrachtung und kulinarischem Genuss eröffnet neue Perspektiven. Es zeigt, wie tief Kunst in unseren Alltag eindringen und unsere Sinne anregen kann.
Diese Art der Betrachtung lädt dazu ein, über die Grenzen der einzelnen Kunstformen nachzudenken. Welcher Wein könnte die komplexen Emotionen und Szenen eines solchen Meisterwerks am besten begleiten? Eine Frage, die mehr als nur eine Antwort zulässt.





