Am vergangenen Wochenende verwandelte sich die Winterthurer Altstadt in eine pulsierende Bühne für die Fasnacht 2026. Tausende Besucher und Dutzende von Gruppen aus der Schweiz und Deutschland feierten bei Guggenmusik-Klängen und einem farbenfrohen Konfettiregen. Die Feierlichkeiten, organisiert von der Fasnacht-Gesellschaft Winterthur (Fakowi), erreichten am Sonntag mit dem grossen Umzug ihren Höhepunkt.
Die wichtigsten Fakten
- Am grossen Fasnachtsumzug am Sonntag nahmen 59 Gruppen teil.
- Darunter befanden sich 15 Zünfte und Vereine aus Deutschland, was die internationale Bedeutung des Anlasses unterstreicht.
- Bereits am Samstag zogen 31 Guggenmusik-Formationen bei einem nächtlichen Umzug durch die Altstadt.
- Die Stadt zelebrierte ihre einzigartige Konfetti-Kultur, bei der die bunten Papierschnipsel eine zentrale Rolle spielen.
Guggenmusik bringt Altstadt zum Beben
Der Auftakt zum Fasnachtswochenende erfolgte bereits am Samstagnachmittag. Unter dem Motto „Altstadt-Dudlätä“ erfüllten die Klänge zahlreicher Guggenmusik-Gruppen die Gassen. Auf insgesamt sieben Bühnen präsentierten die Musikerinnen und Musiker ihre Konzerte und sorgten trotz des trüben Wetters für ausgelassene Stimmung.
Die detailverliebten Kostüme und die energiegeladenen Auftritte zogen das Publikum in ihren Bann. Die Altstadt wurde zu einer einzigen grossen Festmeile, auf der bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.
Nächtlicher Umzug als erstes Highlight
Ein besonderer Höhepunkt am Samstag war der Guggenmusik-Umzug, der um 18:45 Uhr begann. 31 Formationen zogen, angeführt von Fackelträgern, durch die verdunkelten Strassen. Viele Gruppen hatten ihre ohnehin schon eindrucksvollen Kostüme mit Lichtern und Leuchtelementen ausgestattet, was für ein spektakuläres Bild sorgte.
Einige Gruppen führten zusätzlich fantasievoll gestaltete Wagen mit sich, die teilweise mit Nebeleffekten ausgestattet waren. Die Zuschauer säumten die Strassen und feierten die musizierenden und tanzenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Zahlen zum Fasnachtswochenende
Insgesamt 59 Gruppen nahmen am grossen Sonntagsumzug teil. Der nächtliche Guggen-Umzug am Samstag umfasste 31 Formationen. Auf sieben Bühnen in der Altstadt wurde musiziert und gefeiert.
Grosser Umzug mit internationaler Beteiligung
Der Sonntag stand ganz im Zeichen des grossen Fasnachtsumzugs, der pünktlich um 14:14 Uhr startete. Die Strassen der Altstadt waren gefüllt mit tausenden von Zuschauern, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten. 59 Gruppen, darunter zahlreiche Hästräger, Hexenzünfte und Musikvereine, bildeten einen kilometerlangen, farbenfrohen Zug.
Besonders bemerkenswert war die starke Präsenz von Gästen aus dem benachbarten Ausland. Allein 15 Zünfte und Vereine reisten aus verschiedenen Teilen Deutschlands an, um an der Winterthurer Fasnacht teilzunehmen. Diese internationale Beteiligung festigt den Ruf Winterthurs als eine Hochburg der Fasnacht.
- Neckartal-Hexen e.V.
- Narrenzunft Remsecker Zauberwald e.V.
- 1. Fasnetzunft Gemmingen Bärafonger
- Narrenzunft Illertaler Waldschrath e.V.
- Schleifenbach-Hexen Blumberg e.V.
Diese und weitere Gruppen aus Deutschland trugen zur Vielfalt und zum bunten Treiben des Umzugs bei und zeigten die engen Verbindungen der Fasnachtskultur über die Landesgrenzen hinaus.
Die besondere Kultur des Konfettis
Ein Merkmal, das die Winterthurer Fasnacht von vielen anderen unterscheidet, ist die ausgeprägte Konfetti-Kultur. Während anderswo der Einsatz von Konfetti zunehmend eingeschränkt wird, wird er in Winterthur regelrecht zelebriert. An zahlreichen Ständen konnten die Besucher kiloweise Konfetti erwerben, das praktischerweise nach Farben sortiert angeboten wurde.
Ursprung der Konfetti-Tradition
Der Brauch, Konfetti zu werfen, geht auf eine italienische Tradition zurück. Ursprünglich wurden Süssigkeiten, auf Italienisch „confetti“, in die Menge geworfen. Als dies zu teuer wurde, stieg man auf kleine Papierschnipsel um. Der Name ist jedoch geblieben.
In Winterthur gilt eine ungeschriebene Regel: Konfetti wird nicht vom Boden aufgehoben und erneut geworfen. Da es einfarbig verkauft wird, ist schnell ersichtlich, ob die Papierschnipsel frisch oder bereits benutzt sind. Stattdessen wird das Konfetti gerne den Zuschauern spielerisch in die Kleidung oder die Haare gestreut.
Während des Umzugs verwandelten Konfettikanonen und unzählige Hände, die in die Luft warfen, die Strassen in ein buntes Meer aus Papier. Der farbenfrohe Regen wurde zum Symbol für die unbändige Lebensfreude der Veranstaltung.
Eine gelungene Organisation
Im Zentrum des Geschehens stand das Narrendorf mit dem traditionellen Narrenbaum. Es diente als zentraler Treffpunkt für die Zünfte und Besucher, um sich bei Speis und Trank auszutauschen und zu feiern.
„Wir sind überwältigt von der positiven Resonanz und der grossartigen Stimmung. Es zeigt, dass die Fasnacht in Winterthur lebendiger ist denn je“, erklärte ein Sprecher der Fasnacht-Gesellschaft Winterthur (Fakowi) am Rande der Veranstaltung. „Die Teilnahme so vieler internationaler Gruppen ist eine grosse Ehre für uns.“
Die Organisation durch die Fakowi sorgte für einen reibungslosen Ablauf und ermöglichte ein fröhliches und sicheres Fest für alle Beteiligten. Das Fasnachtswochenende 2026 hat einmal mehr bewiesen, dass Winterthur seinen Titel als „Närrische Europäische Kulturhauptstadt“ mit Stolz trägt und ein unvergessliches Erlebnis für alle Fasnachtsbegeisterten bietet.





