Die geplanten Südstarts geradeaus am Flughafen Zürich führen zu erheblichem Widerstand in den umliegenden Gemeinden. Das revidierte Betriebsreglement des Flughafens, das solche Starts bei Bise vorsieht, würde eine merkliche Zunahme der Lärmbelastung für die Bevölkerung südlich des Flughafens bedeuten. Mehrere Gemeinderäte und Anwohner kündigen Einsprache an, um diese Änderungen zu verhindern.
Wichtige Punkte
- Der Flughafen Zürich plant Südstarts geradeaus bei Bise.
- Diese Änderungen sind Teil des revidierten Betriebsreglements.
- Die Bevölkerung südlich des Flughafens befürchtet höhere Lärmbelastungen.
- Gemeinden wie Meilen erheben offiziell Einsprache.
- Das Fluglärmforum Süd bietet eine Mustereinsprache für Betroffene an.
- Die Einsprachefrist läuft bis zum 17. Februar 2026.
Geplante Änderungen am Betriebsreglement
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat das revidierte Betriebsreglement des Flughafens Zürich zur öffentlichen Auflage freigegeben. Ein zentraler Punkt dieser Revision sind die sogenannten Südstarts geradeaus. Der Flughafen beantragt diese Startrichtung speziell für Wetterlagen mit Bise, also Nordwind. Aktuell werden bei Bise vorwiegend Nordstarts durchgeführt.
Die Flughafenbetreiber argumentieren, dass diese Anpassung die Betriebsabläufe optimieren und die Pünktlichkeit verbessern könnte. Jedoch sind die Auswirkungen auf die Anwohner in den südlich gelegenen Gemeinden beträchtlich. Es wird erwartet, dass die Lärmemissionen in diesen Gebieten deutlich ansteigen.
Faktencheck
- Die Einsprachefrist für das revidierte Betriebsreglement des Flughafens Zürich endet am 17. Februar 2026.
- Die vollständigen Unterlagen sind online verfügbar.
- Mehrere Informationsveranstaltungen klären die Bevölkerung über die geplanten Änderungen auf.
Widerstand formiert sich in den Gemeinden
Gegen die geplanten Südstarts regt sich massiver Widerstand. Besonders stark betroffen wären Gemeinden entlang der Goldküste und südlich des Flughafens. Der Gemeinderat Meilen hat bereits angekündigt, formell Einsprache gegen die Änderungen zu erheben. Dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Bedenken auf kommunaler Ebene.
Es sind nicht nur offizielle Stellen, die sich wehren. Auch Privatpersonen sind berechtigt, eine Einsprache einzureichen. Dies ermöglicht es einer breiten Basis von Betroffenen, ihre Stimme gegen die erhöhte Lärmbelastung geltend zu machen.
«Die zusätzlichen Lärmbelastungen durch Südstarts geradeaus wären für unsere Gemeinde und unsere Anwohner untragbar. Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren.»
Unterstützung für Betroffene durch Fluglärmforum Süd
Um die Bevölkerung bei der Einsprache zu unterstützen, ist das Fluglärmforum Süd aktiv geworden. Diese Organisation erarbeitet derzeit eine Mustereinsprache. Diese Vorlage soll es den betroffenen Bürgern erleichtern, ihre Einwände fristgerecht und formal korrekt einzureichen.
Das Forum betont die Wichtigkeit einer breiten Beteiligung, um ein starkes Signal an das BAZL und den Flughafen zu senden. Eine hohe Anzahl von Einsprachen kann den politischen Druck erhöhen und dazu beitragen, die Pläne zu überdenken oder anzupassen.
Hintergrund: Fluglärm am Flughafen Zürich
Der Flughafen Zürich ist der grösste internationale Flughafen der Schweiz. Die Debatte um Fluglärm begleitet den Flughafen seit Jahrzehnten. Betriebsreglemente werden regelmässig angepasst, um den steigenden Flugverkehr und die Bedürfnisse der Anwohner in Einklang zu bringen. Der Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und Lebensqualität der Bevölkerung bleibt dabei ein zentrales Thema.
Frist und Informationsmöglichkeiten
Die offizielle Einsprachefrist begann am 19. Januar 2026 und endet am 17. Februar 2026. Es ist entscheidend, diese Frist einzuhalten, damit die Einsprachen berücksichtigt werden können. Alle relevanten Unterlagen sind auf der Webseite des BAZL öffentlich einsehbar.
Zusätzlich zu den Online-Informationen finden verschiedene öffentliche Veranstaltungen statt. Diese dienen dazu, die Bevölkerung umfassend über die geplanten Südstarts und das weitere Vorgehen zu informieren. Es ist ratsam, diese Gelegenheiten zu nutzen, um Fragen zu stellen und sich ein detailliertes Bild zu machen.
Die zukünftige Entwicklung des Flugbetriebs am Flughafen Zürich hängt massgeblich von den nun eingereichten Einsprachen ab. Die kommenden Wochen sind entscheidend für die Anwohner südlich des Flughafens.
Konsequenzen für die betroffenen Regionen
Sollten die Südstarts geradeaus genehmigt werden, hätte dies weitreichende Konsequenzen. Nicht nur die Lärmbelastung würde steigen, sondern auch die Lebensqualität in den betroffenen Gemeinden könnte nachhaltig beeinträchtigt werden. Dies betrifft insbesondere die Erholungsgebiete und Wohnsiedlungen, die sich in der Einflugschneise befinden würden.
Experten weisen darauf hin, dass eine erhöhte Lärmbelastung gesundheitliche Auswirkungen haben kann, darunter Schlafstörungen und Stress. Daher ist der Widerstand der Gemeinden und Anwohner nicht nur auf subjektives Empfinden zurückzuführen, sondern hat auch eine fundierte Basis in Gesundheits- und Umweltaspekten.
- Gesundheitliche Auswirkungen: Schlafstörungen, Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Umweltaspekte: Beeinträchtigung von Flora und Fauna durch erhöhten Lärm.
- Wirtschaftliche Faktoren: Mögliche Wertminderung von Immobilien in Lärmzonen.
Die Entscheidung über die Südstarts ist somit nicht nur eine technische Frage der Flugroutenoptimierung, sondern eine weitreichende gesellschaftliche und politische Herausforderung, die das Leben vieler Menschen in der Region Zürich direkt beeinflusst.





