Die Stadt Winterthur wird ihre Beschaffungspolitik grundlegend ändern. Zukünftig sollen ökologische und soziale Kriterien bei allen grösseren Einkäufen eine zentrale Rolle spielen. Damit will die Stadt ihre Vorbildrolle im Klimaschutz wahrnehmen und einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen fördern.
Wichtige Punkte
- Winterthur führt neue Richtlinien für nachhaltige Beschaffungen ein.
- Ökologische und soziale Kriterien sind ab 50'000 Franken Pflicht.
- Fokus liegt auf Klimawirkung, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft.
- Die Stadt tätigte 2024 Beschaffungen im Wert von 400 Millionen Franken.
- Langlebigkeit und Ressourcenschonung sind zentrale Aspekte.
Neue Richtlinien für mehr Nachhaltigkeit
Der Winterthurer Stadtrat hat eine neue Richtlinie für Beschaffungen verabschiedet. Diese verpflichtet die Stadt dazu, bei der Auswahl von Waren und Dienstleistungen verstärkt auf ökologische und soziale Aspekte zu achten. Die neuen Regeln gelten für alle Beschaffungen ab einem Wert von 50'000 Franken.
Bisherige Kriterien, wie die Einhaltung von Arbeits- und Sozialstandards, bleiben weiterhin bestehen. Nun kommen jedoch zusätzliche Anforderungen hinzu. Diese umfassen insbesondere die Klimawirkung, die Energieeffizienz und die Ressourcenschonung der Produkte und Dienstleistungen.
Wussten Sie schon?
Im Jahr 2024 betrug das Volumen der städtischen Beschaffungen in Winterthur rund 400 Millionen Franken. Ein Grossteil dieser Summe wird künftig unter den neuen, strengeren Kriterien vergeben.
Fokus auf den gesamten Lebenszyklus
Die Stadt legt Wert darauf, dass die Produkte und Dienstleistungen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg eine möglichst geringe Klima- und Umweltbelastung verursachen. Dies bedeutet, dass nicht nur die Herstellung, sondern auch Nutzung und Entsorgung berücksichtigt werden.
Ein wichtiger Aspekt ist die Schadstoffvermeidung. Die Stadt will Produkte bevorzugen, die weniger schädliche Substanzen enthalten oder freisetzen. Auch die Kreislaufwirtschaft spielt eine Rolle. Produkte sollen möglichst wiederverwendbar oder recycelbar sein, um Abfall zu reduzieren.
"Wir wollen als Stadt Winterthur eine Vorbildfunktion einnehmen und aktiv zum Klimaschutz beitragen. Unsere Beschaffungspolitik ist ein mächtiges Instrument dafür."
Wirtschaftliche Aspekte und Langlebigkeit
Neben den ökologischen und sozialen Faktoren berücksichtigt die neue Richtlinie auch wirtschaftliche Aspekte. Besonders die Langlebigkeit von Produkten ist ein zentrales Kriterium. Produkte, die länger halten, müssen seltener ersetzt werden, was Ressourcen schont und Kosten spart.
Die Stadt Winterthur sieht in dieser Neuausrichtung eine Chance, nicht nur umweltfreundlicher zu handeln, sondern auch langfristig effizienter zu wirtschaften. Eine höhere Qualität und längere Nutzungsdauer der beschafften Güter kann Betriebskosten senken und die Nachhaltigkeit stärken.
Hintergrund der Initiative
Die Initiative zur nachhaltigeren Beschaffung ist Teil der umfassenderen Klimastrategie der Stadt Winterthur. Sie zielt darauf ab, den ökologischen Fussabdruck der Stadtverwaltung zu minimieren und einen Beitrag zu den nationalen und internationalen Klimazielen zu leisten. Solche Richtlinien werden in vielen Schweizer Gemeinden zunehmend wichtiger.
Auswirkungen auf Lieferanten
Für Lieferanten und Dienstleister bedeutet die neue Richtlinie, dass sie ihre Angebote entsprechend anpassen müssen. Unternehmen, die nachhaltige Produkte und umweltfreundliche Dienstleistungen anbieten, werden einen Wettbewerbsvorteil haben. Dies könnte auch Innovationen im Bereich der nachhaltigen Produktion und Dienstleistung fördern.
Die Stadt plant, transparente Prozesse zu etablieren, um die Einhaltung der neuen Kriterien zu gewährleisten. Dies schafft Klarheit für alle Beteiligten und fördert fairen Wettbewerb unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Verantwortung.
Ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz
Die Einführung dieser neuen Beschaffungsrichtlinie ist ein konkreter Schritt Winterthurs im Kampf gegen den Klimawandel. Durch die bewusste Wahl von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen setzt die Stadt ein starkes Zeichen. Sie zeigt, dass öffentliche Institutionen eine entscheidende Rolle bei der Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft spielen können.
Die Verpflichtung zu ökologischen und sozialen Kriterien bei Beschaffungen über 50'000 Franken betrifft einen grossen Teil der jährlichen Ausgaben der Stadt. Dies wird voraussichtlich einen spürbaren Effekt auf den lokalen Markt und darüber hinaus haben.
Langfristige Ziele
Das langfristige Ziel ist es, eine Vorbildfunktion zu übernehmen. Die Stadt möchte andere Gemeinden und private Unternehmen dazu inspirieren, ähnliche Massnahmen zu ergreifen. So kann ein Dominoeffekt entstehen, der die gesamte Wirtschaft nachhaltiger gestaltet.
Die neuen Regeln sind nicht nur ein Bürokratieakt, sondern eine Investition in die Zukunft. Sie tragen dazu bei, die Lebensqualität in Winterthur zu sichern und die Umwelt für kommende Generationen zu schützen. Die Stadtverwaltung ist entschlossen, diese Ziele konsequent zu verfolgen.





