Das traditionsreiche Restaurant «Sonne» in Auslikon am Pfäffikersee hat den Betrieb eingestellt. Über den Pächter Uros Razpet wurde der Konkurs eröffnet. Das Gasthaus, das seit den 1840er-Jahren Gäste bewirtet, steht nun vor einer ungewissen Zukunft, obwohl die Eigentümer an das Potenzial des Standorts glauben.
Wichtige Punkte
- Das Restaurant «Sonne» in Auslikon ist nach Konkurs des Pächters geschlossen.
- Mangelhafter Service und lange Wartezeiten führten zu negativen Gästebewertungen.
- Die Eigentümer suchen aktiv nach neuen Pächtern, um den Betrieb fortzusetzen.
- Der Standort mit seiner grossen Gartenwirtschaft wird als attraktiv eingeschätzt.
Das Ende einer Ära: Konkurs nach Pächterwechsel
Das Gasthaus «Sonne» hat eine lange Geschichte in Auslikon. Seit den 1840er-Jahren ist es ein fester Bestandteil des Dorflebens. Bis 2022 führte die Familie Näf, darunter die heutige Eigentümerin Nadine Spörri-Näf und ihr Vater, das Restaurant erfolgreich. Anfang 2023 übergaben sie die Leitung an Uros Razpet. Diese Pacht endete nun abrupt mit einem Konkurs.
Wer heute am Restaurant vorbeifährt, sieht ein handgeschriebenes Schild, das auf die vorübergehende Schliessung hinweist. Ein Eintrag im Handelsregister bestätigt offiziell die Eröffnung des Konkursverfahrens über den Pächter Razpet. Dies bedeutet das vorläufige Aus für ein Lokal, das für seine gemütliche «Puurestube» mit Platz für bis zu 50 Personen und seine weitläufige Gartenwirtschaft bekannt war.
Faktencheck
- Das Restaurant «Sonne» existiert seit den 1840er-Jahren.
- Die «Puurestube» bietet Platz für bis zu 50 Gäste.
- Die Gartenwirtschaft ist ein beliebter Treffpunkt in der Region.
Kritikpunkte führten zum Niedergang
Die Gründe für den Konkurs liegen nicht nur im wirtschaftlichen Umfeld. Ein Blick auf Gästebewertungen deutet auf erhebliche Probleme im Servicebereich hin. Zahlreiche Kommentare auf Plattformen wie Tripadvisor sprechen von langen Wartezeiten und einem minimalistischen Service. Selbst bei geringem Gästeaufkommen sollen Besucher lange auf ihre Bestellungen gewartet haben.
Patrick Spörri, Ehemann der Miteigentümerin Nadine Spörri-Näf, äusserte sich dazu. Er bestätigte gegenüber dem «Zürcher Oberländer», dass die Entwicklung schnell ging. Zu den genauen Gründen für die Pleite seines Pächters wollte er jedoch keine weiteren Details nennen. Es scheint, als hätten die negativen Erfahrungen viele Gäste davon abgehalten, das Restaurant erneut zu besuchen, auch wenn das Essen selbst oft gelobt wurde.
"Wenn ein Dorf keine Beiz mehr hat, stirbt das Dorfleben. Wir wollen, dass es in Auslikon weiterhin ein Restaurant gibt." Nadine Spörri-Näf, Miteigentümerin
Zukunftspläne: Ein Neuanfang für die «Sonne»
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten sind die Eigentümer fest davon überzeugt, dass das Restaurant «Sonne» Potenzial hat und erfolgreich betrieben werden kann. Nadine Spörri-Näf betont die Bedeutung des Lokals für die Gemeinschaft. Sie ist der Meinung, dass ein Dorf ohne Gaststätte sein Leben verliert. Daher ist ein Umbau zu Wohnungen oder eine anderweitige Nutzung ausgeschlossen. Die Gartenwirtschaft und das Restaurant sollen bestehen bleiben.
Die Eigentümer suchen bereits aktiv nach einem neuen Pächter. Gesucht wird ein "Gastronom mit Leib und Seele", der bereit ist, das Restaurant mit neuem Elan zu führen und den Ruf wiederherzustellen. Gespräche mit potenziellen Nachfolgern laufen bereits. Das Ziel ist klar: Die «Sonne» soll wieder ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher werden, der für guten Service und hervorragende Küche steht.
Hintergrundinformationen
Auslikon ist ein Ortsteil der Gemeinde Fehraltorf im Kanton Zürich. Es liegt direkt am Pfäffikersee und ist bekannt für seine naturnahe Umgebung und Freizeitmöglichkeiten. Ein gut geführtes Restaurant wie die «Sonne» ist für solche ländlichen Gemeinden oft ein zentraler Ort der Begegnung und des sozialen Lebens.
Die Rolle der lokalen Gastronomie
Die Schliessung eines Gasthofs wie der «Sonne» hat weitreichende Folgen für eine kleine Gemeinde. Restaurants sind oft mehr als nur Orte zum Essen; sie sind Treffpunkte, Veranstaltungsorte und ein wichtiger Bestandteil der lokalen Identität. Sie tragen massgeblich zur Lebensqualität bei und fördern den sozialen Zusammenhalt.
Die Eigentümerfamilie Spörri-Näf versteht diese Bedeutung. Ihr Engagement, einen neuen Pächter zu finden, zeigt den Wunsch, das Dorfleben in Auslikon zu erhalten. Ein erfolgreicher Neustart könnte nicht nur das Restaurant selbst, sondern die gesamte Gemeinschaft stärken. Es bleibt abzuwarten, welcher Gastronom die Herausforderung annimmt und der «Sonne» zu neuem Glanz verhilft.
Herausforderungen für neue Betreiber
- Rufwiederherstellung: Der neue Pächter muss das Vertrauen der Gäste zurückgewinnen.
- Serviceoptimierung: Fokus auf effizienten und freundlichen Service ist entscheidend.
- Qualitätskontrolle: Hohe Standards bei Speisen und Getränken aufrechterhalten.
- Marketing: Aktive Kommunikation, um neue und alte Gäste anzuziehen.
Die Suche nach einem erfahrenen und leidenschaftlichen Gastronomen ist nun die oberste Priorität. Nur so kann sichergestellt werden, dass die lange Tradition der «Sonne» fortgeführt wird und Auslikon nicht auf seine «Beiz» verzichten muss.





