Das Restaurant «Sonne» in Auslikon bei Pfäffikon ZH hat seinen Betrieb eingestellt. Über das Einzelunternehmen des Pächters wurde der Konkurs eröffnet. Für das Gasthaus mit seiner über 180-jährigen Geschichte ist es ein weiterer Rückschlag in einer turbulenten Phase. Die Eigentümer wollen jedoch an der gastronomischen Zukunft festhalten.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Restaurant «Sonne» in Auslikon ist aufgrund des Konkurses des aktuellen Pächters geschlossen.
- Es ist der zweite Konkurs eines Pächters innerhalb weniger Jahre.
- Die Eigentümerfamilie ist entschlossen, das Gasthaus als Restaurant zu erhalten und eine Umwandlung in Wohnungen zu verhindern.
- Das Schicksal der «Sonne» steht im Kontrast zu anderen Gastbetrieben in der Region, die bereits umgenutzt wurden.
Erneute Schliessung nach Pächterwechsel
Die Türen des Restaurants «Sonne» in Auslikon sind wieder einmal geschlossen. Wie aus einem Eintrag im Handelsregister hervorgeht, wurde über das Unternehmen des Pächters Uros Razpet der Konkurs eröffnet. Er hatte den Betrieb erst Anfang 2023 übernommen.
Für die Eigentümer, Nadine Spörri-Näf und ihren Ehemann Patrick Spörri, kam das Ende überraschend. «Am Ende ging es schnell», bestätigte Spörri. Zu den genauen Gründen für die Insolvenz äusserte er sich nicht. Die Schliessung markiert einen weiteren unsicheren Punkt in der jüngeren Vergangenheit des traditionsreichen Hauses.
Ein Haus mit langer Geschichte
Das Gebäude der «Sonne» in Auslikon blickt auf eine beeindruckende Vergangenheit zurück. Seit mehr als 180 Jahren wird an diesem Standort Gastronomie betrieben, was das Restaurant zu einem festen Bestandteil der lokalen Gemeinschaft und Geschichte macht.
Eine Folge von instabilen Jahren
Die jüngste Insolvenz ist kein Einzelfall. Seit dem Weggang der langjährigen Wirtin Silvia Näf im Sommer 2016 hat das Restaurant Schwierigkeiten, Stabilität zu finden. Ein Nachfolgepächter musste bereits nach rund eineinhalb Jahren Konkurs anmelden.
Daraufhin übernahm die Eigentümerfamilie selbst das Ruder. Von 2018 bis Ende 2022 führten Peter Näf und seine Tochter Nadine Spörri-Näf die «Sonne» erfolgreich. Der Entschluss, den Betrieb wieder zu verpachten, sei nicht aus wirtschaftlichen Gründen gefallen, wie Spörri-Näf betont.
«Ich bin Mutter geworden und wollte den Fokus auf die Familie legen.» - Nadine Spörri-Näf, Eigentümerin
Anfang 2023 folgte mit Uros Razpet der nächste Pächter, dessen Engagement nun ebenfalls mit einem Konkurs endete. Online-Bewertungen aus der jüngsten Zeit zeichnen ein durchwachsenes Bild. Auf Portalen wie Tripadvisor äusserten Gäste Kritik und beschrieben ihre Erfahrungen als «lieblos» oder «mittelmässig».
Chronologie der Pächterwechsel
- Bis Sommer 2016: Langjährige Führung durch Wirtin Silvia Näf.
- 2016 – 2018: Erster neuer Pächter, der nach 1,5 Jahren Konkurs anmeldete.
- 2018 – 2022: Erfolgreiche Führung durch die Eigentümerfamilie Näf/Spörri-Näf.
- 2023 – 2024: Pacht durch Uros Razpet, die mit dem aktuellen Konkurs endet.
Die Zukunft der «Sonne» soll gastronomisch bleiben
Trotz der wiederholten Rückschläge sind die Eigentümer fest entschlossen, die «Sonne» als Restaurant zu erhalten. Dieser Entschluss steht im Gegensatz zu einem Trend in der Region, bei dem ehemalige Gasthäuser in Wohnraum umgewandelt werden. Beispiele wie das «Puurehuus» in Wermatswil oder die «Metzg» in Russikon zeigen, wie schnell gastronomische Treffpunkte aus dem Dorfbild verschwinden können.
Für die «Sonne» ist ein solcher Schritt keine Option. Die Eigentümer sehen sich in der Verantwortung, einen wichtigen sozialen Ort für die Dorfgemeinschaft zu bewahren. «Wenn ein Dorf keine Beiz mehr hat, stirbt das Dorfleben», erklärt Nadine Spörri-Näf ihre Motivation. «Wir wollen, dass es in Auslikon weiterhin ein Restaurant gibt.»
Nun beginnt die Suche nach einem neuen, zuverlässigen Pächter, der die lange Tradition des Gasthauses fortführen und ihm zu neuer Stabilität verhelfen kann. Für die Bewohner von Auslikon und die Stammgäste bleibt die Hoffnung, dass die «Sonne» bald wieder ihre Türen öffnet.





