Die Schweizer eHealth-Landschaft erlebt eine bedeutende Konsolidierung: Die Stammgemeinschaft CARA, eine führende Plattform für das elektronische Patientendossier (EPD), hat die AD Swiss EPD Gemeinschaft integriert. Dieser Zusammenschluss, der im Januar 2026 erfolgte, stärkt die nationale Infrastruktur für digitale Gesundheitsdaten erheblich und vereint nun 80 Prozent der Leistungserbringer, die am EPD teilnehmen.
Wichtige Punkte
- CARA integriert AD Swiss, eine Gemeinschaft von über 2600 Gesundheitsfachpersonen.
- Der Zusammenschluss konsolidiert die EPD-Landschaft und schafft eine koordiniertere nationale Infrastruktur.
- CARA vereint nun 80% der teilnehmenden Leistungserbringer am elektronischen Patientendossier.
- Neue Funktionen wie das digitale Impfbüchlein und eine App sind nun auch in der Westschweiz verfügbar.
- Die Partnerschaft bereitet den Übergang zum zukünftigen Gesundheitsdatenraum Schweiz vor.
Einheitliche digitale Gesundheitsversorgung
Die Integration von AD Swiss in die Stammgemeinschaft CARA markiert einen entscheidenden Schritt. Seit 2019 wurde die AD Swiss EPD Gemeinschaft von ambulanten Gesundheitsfachpersonen getragen. Ihre Entscheidung, sich CARA anzuschliessen, schafft eine klarere Struktur. Anstatt vieler paralleler Lösungen entsteht nun eine stärker koordinierte, nationale Infrastruktur. Dies fördert die Effizienz und Benutzerfreundlichkeit im Schweizer Gesundheitswesen.
Mit diesem Schritt festigt CARA ihre Position als grösster EPD-Anbieter des Landes. Die Präsenz im ambulanten Bereich wird gezielt ausgebaut. Dieser Bereich ist entscheidend für die digitale Transformation des Gesundheitswesens. Über 2600 Gesundheitsfachpersonen von AD Swiss tragen nun dazu bei, das EPD flächendeckend zu etablieren.
Faktencheck
- 50.134 Patientinnen und Patienten nutzen aktuell die CARA-Dienste (Stand 31.12.2025).
- 5.529 Leistungserbringer sind Teil der Stammgemeinschaft CARA (Stand 03.02.2026).
- CARA umfasst 95% der Arztpraxen und 92% der Spitex-Anbieter, die am EPD teilnehmen.
Ressourcen bündeln für besseren Nutzen
Die Vereine CARA, emedo, eSANITA und jetzt auch AD Swiss bündeln ihre Ressourcen. Dazu gehören Kompetenzen und Systeme in einer gemeinsamen Stammgemeinschaft. Dies leistet einen wichtigen Beitrag zur Vereinfachung der Schweizer eHealth-Struktur. Es beschleunigt zudem die Verbreitung des EPD.
Das gemeinsame Ziel ist klar: ein spürbarer Nutzen für Patientinnen, Patienten und Gesundheitsfachpersonen. Gleichzeitig soll ein effizienter Fortschritt bei der Digitalisierung erreicht werden. Die technische Plattform, auf der CARA das EPD betreibt, wurde von der Schweizer Firma BINT GmbH entwickelt. Sie wird in Schweizer Rechenzentren der Ofac-Gruppe betrieben, einem Spezialisten für Gesundheitsdaten mit über 60 Jahren Erfahrung.
"Dieser Zusammenschluss markiert eine klare strukturelle Bereinigung in der EPD-Landschaft: Statt vieler paralleler Lösungen entsteht eine stärker koordinierte, nationale Infrastruktur."
Erweiterte Funktionen und politische Weichenstellung
Neben dem sicheren Zugriff auf Gesundheitsdokumente bietet CARA weitere digitale Dienste. Dazu gehören ein digitales Impfbüchlein und eine App für iOS und Android. Diese Funktionen waren bereits für Nutzer von emedo und eSANITA verfügbar. Nun stehen sie auch den Westschweizerinnen und Westschweizern zur Verfügung.
Heute nutzen über 50.000 Personen die CARA-Dienste in der Schweiz. Wer ein EPD eröffnen möchte, kann dies einfach online oder an einem Schalter tun. Diese Partnerschaft nimmt auch die vom Bund angekündigten Entwicklungen bis 2030 vorweg. Die Schaffung einer einheitlicheren nationalen Infrastruktur und die Vereinfachung des Systems bereiten den Übergang zum Gesundheitsdatenraum Schweiz vor.
Vorbereitung auf das elektronische Gesundheitsdossier
Das zukünftige elektronische Gesundheitsdossier steht im Rahmen der Totalrevision des Bundesgesetzes ab Februar im Zentrum der politischen Debatte. CARA positioniert sich mit dieser Konsolidierung als zentraler Akteur für diese Entwicklungen. Die Stammgemeinschaft CARA ist nach den Anforderungen des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier zertifiziert.
Aktuell haben Leistungserbringer rund 4,6 Millionen Dokumente in die Plattform eingestellt. Diese Dokumente stehen den Patientinnen und Patienten über das elektronische Patientendossier zur Verfügung. Die breite Akzeptanz und Nutzung des EPD sind entscheidend für den Erfolg der Digitalisierungsstrategie im Schweizer Gesundheitswesen.
Hintergrund: Die Stammgemeinschaft CARA
Die Stammgemeinschaft CARA wird von vier Organisationen getragen, die im Bereich der digitalen Gesundheit in der Schweiz aktiv sind:
- Verband CARA: Ein interkantonaler Verband der Kantone Freiburg, Genf, Jura, Wallis und Waadt. Er fördert digitale Gesundheit und bietet öffentliche Gesundheitsdienste an, wie den gemeinsamen Versorgungsplan und den gemeinsamen Medikationsplan.
- emedo: Ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der sich seit über zehn Jahren für die digitale Gesundheitsentwicklung einsetzt und seine Mitglieder umfassend begleitet.
- eSANITA: Vereint über 400 Gesundheitsinstitutionen aus verschiedenen Deutschschweizer Kantonen und Liechtenstein. Mit SwissMedLink bietet sie eine digitale Vernetzungsplattform für integrierten Datenaustausch.
- AD Swiss: Bietet über 2600 Leistungserbringern EPD-Zugang, insbesondere im ambulanten Bereich, und unterstützt digitale Gesundheitsanwendungen mit medizinischem Zweck, etwa für chronische Krankheiten.
Ambitionierte Ziele für die digitale Gesundheit
CARA verfolgt über das EPD hinaus hohe Ambitionen für die Entwicklung der digitalen Gesundheit. Das Ziel ist es, zugängliche Werkzeuge im Dienste der öffentlichen Gesundheit einzusetzen. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung des gemeinsamen Versorgungsplans, der die interprofessionelle Zusammenarbeit bei der Betreuung chronischer oder komplexer Patienten fördert.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung eines gemeinsamen Medikationsplans. Dieser soll eine umfassende und stets aktuelle Übersicht über die medikamentöse Behandlung der Patienten bieten. Solche Initiativen tragen massgeblich dazu bei, die Patientenversorgung zu verbessern und Fehler zu reduzieren. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein komplexes Feld, das ständige Anpassungen und Innovationen erfordert. Dieser Zusammenschluss ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Die nun konsolidierte Struktur von CARA wird voraussichtlich einen signifikanten Einfluss auf die zukünftige Gestaltung des Schweizer Gesundheitswesens haben. Durch die Bündelung von Fachwissen und Ressourcen können digitale Lösungen schneller und effektiver implementiert werden. Dies kommt letztlich allen Beteiligten zugute: Patienten, Gesundheitsfachpersonen und dem gesamten System.




