In Kloten erleben Zuschauer des Weihnachtscircus «Salto» eine Weltpremiere: Julius und Edelyn, zwei Artisten von den Philippinen, präsentieren eine atemberaubende Luftakrobatik-Nummer mit Rollstühlen. Ihre Darbietung in der Show «Revoluzio» bricht traditionelle Zirkusgrenzen auf und zeigt, wie Inklusion auf höchstem künstlerischen Niveau aussehen kann. Das Duo, das auch Weltmeister im Paratanz ist, fasziniert das Publikum noch bis zum 31. Dezember.
Wichtige Erkenntnisse
- Julius und Edelyn zeigen weltweit erstmalig Luftakrobatik mit Rollstühlen.
- Die Künstler sind auch Weltmeister im Paratanz.
- Ihre Performance ist ein starkes Statement für Inklusion.
- Die Show «Revoluzio» gastiert noch bis Ende Dezember in Kloten.
Eine ungewöhnliche Partnerschaft beginnt
Die Geschichte von Julius und Edelyn begann nicht im Rampenlicht, sondern in einer Orthopädiewerkstatt. Julius, ein 41-jähriger Orthopädietechniker, fertigte vor Jahren eine Beinprothese für die damals 20-jährige Edelyn an. Was als medizinischer Termin startete, entwickelte sich zu einer einzigartigen künstlerischen Zusammenarbeit.
Eine einfache Frage von Julius – «Kannst du tanzen?» – legte den Grundstein für ihre gemeinsame Karriere. Aus dieser Frage entstand eine Partnerschaft, die Grenzen überschreitet und die Zirkuswelt neu definiert. Sie trainierten hart, um ihre Vision zu verwirklichen.
Faktencheck
- Julius ist 41 Jahre alt und Vater von drei Kindern.
- Edelyn begann ihre Karriere im Alter von 20 Jahren.
- Das Duo trainierte drei Jahre, um ihre Ideen umzusetzen.
Vom Paratanz zur Luftakrobatik
Nach drei Jahren intensiven Trainings und Rückschlägen wurden Julius und Edelyn zu Weltmeistern im Paratanz. Sie repräsentieren ihr Heimatland, die Philippinen, bei internationalen Wettbewerben und haben sich dort einen Namen gemacht. Ihr Erfolg im Tanzsport war jedoch nur der Anfang einer noch grösseren künstlerischen Reise.
Für die aktuelle Show «Salto Revoluzio» wagten sie den Schritt zur Luftakrobatik. Diese Entscheidung führte zu einer Weltpremiere, die das Publikum in Kloten nun hautnah miterlebt. Sie engagierten extra einen Aerial-Coach auf den Philippinen, um ihre Performance bis ins kleinste Detail zu perfektionieren. Jeder Handgriff, jede Bewegung ist das Ergebnis unzähliger Stunden harter Arbeit.
"Ich möchte Menschen mit Behinderungen zeigen, dass sie mehr können, als sie selbst glauben."
Mehr als eine Show: Eine Botschaft der Inklusion
Die Darbietung von Julius und Edelyn ist nicht nur eine beeindruckende akrobatische Leistung. Sie ist ein starkes Statement für Inklusion und die Überwindung von Barrieren. Wenn die beiden Artisten gemeinsam unter der Zirkuskuppel schweben, werden die Rollstühle zu einem integralen Bestandteil der Choreografie, fast wie Flügel, die ihnen Auftrieb geben.
Julius betont die Bedeutung ihrer Arbeit: "Ich möchte Menschen mit Behinderungen zeigen, dass sie mehr können, als sie selbst glauben." Diese Botschaft kommt bei den Zuschauern an. Sie erleben, wie das Unmögliche möglich wird und wie Kunst neue Perspektiven schafft. Die Grenzen im Kopf verschwinden, wenn Julius und Edelyn abheben.
Hintergrundinformationen
Paratanz ist eine Form des Tanzes für Menschen mit und ohne körperliche Behinderung. Es wird oft im Rollstuhl getanzt und erfordert hohes technisches Können sowie Ausdruckskraft. Die Philippinen sind in dieser Sportart international erfolgreich.
Herausforderungen und Träume
Der Weg an die Weltspitze war für Julius und Edelyn nicht einfach. Trotz ihrer Erfolge im Paratanz wurde die Unterstützung der philippinischen Regierung für das Team kürzlich eingestellt. Doch dies hielt sie nicht davon ab, ihre Träume zu verfolgen. Aufgeben war für sie keine Option.
Um seine Familie zu ernähren, baut Julius weiterhin Prothesen und Rollstühle. Edelyn studiert parallel Betriebswirtschaft, um sich eine zusätzliche Existenz aufzubauen. Ihr Engagement zeigt sich auch in ihrer Leidenschaft für die Bühne.
"Die Schweiz war immer mein Traum", sagt Julius. "In einem richtigen Zirkus aufzutreten – das ist die Erfüllung meines Lebens." Dieser Traum wird nun in Kloten Wirklichkeit. Neben ihrer Luftnummer begeistern sie das Publikum auch mit fünf lateinamerikanischen Tänzen, darunter Rumba, Cha-Cha und Paso Doble, auf internationalem Spitzenniveau.
Intensives Training
Hinter der scheinbaren Leichtigkeit ihrer Auftritte steckt ein enormer Trainingsaufwand. Experten vergleichen den Trainingsumfang des Duos mit dem von Olympiasiegern. Diese Disziplin und Hingabe sind entscheidend für die Perfektion, die sie auf der Bühne zeigen. Ihre Präzision und Synchronität sind das Ergebnis harter, täglicher Arbeit.
Die Kombination aus Kraft, Koordination und künstlerischem Ausdruck macht ihre Darbietungen einzigartig. Jede Bewegung ist sorgfältig einstudiert, jede Hebung und Drehung sitzt perfekt. Das Publikum spürt die Energie und Leidenschaft, die in jeder Performance steckt.
Ein Auftritt, der alles verändert
Wenn Julius und Edelyn in der Show «Salto Revoluzio» unter der Zirkuskuppel schweben, hält das Publikum den Atem an. Es ist ein Moment, in dem Grenzen verschwimmen und sich Perspektiven verschieben. Die beiden Ausnahmekünstler zeigen, dass wahre Kunst und Artistik keine Barrieren kennen.
Ihre Nummer ist eine Inspiration. Sie beweist, dass Innovation oft dort entsteht, wo Menschen den Mut haben, das Unmögliche zu wagen. Noch bis zum 31. Dezember können Besucher in Kloten diese einzigartige Darbietung erleben und sich von der Kraft und Schönheit ihrer Performance verzaubern lassen.
Der Weihnachtscircus «Salto» bietet mit "Revoluzio" nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine wichtige Botschaft über Inklusion, Willenskraft und die grenzenlosen Möglichkeiten des menschlichen Geistes. Es ist ein Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.





