Das Musical «Moulin Rouge!» hat das Theater 11 in Zürich in ein pulsierendes Paris des späten 19. Jahrhunderts verwandelt. Am Donnerstag feierte die Produktion ihre glanzvolle Premiere vor rund 400 geladenen Gästen. Die Show, die bis zum 1. März 2026 zu sehen ist, verspricht eine Achterbahn der Gefühle, gespickt mit Glamour, Leidenschaft und herzzerreissender Dramatik.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Musical «Moulin Rouge!» feierte Premiere im Theater 11 in Zürich.
- Die Produktion ist bis zum 1. März 2026 zu sehen und entführt das Publikum ins Paris der Belle Époque.
- Im Zentrum stehen die tragische Liebesgeschichte zwischen dem Star Satine und dem armen Komponisten Christian.
- Die Show besticht durch opulente Kostüme, rasante Choreografien und eine beeindruckende musikalische Mischung aus Pop- und Rock-Hits.
- Das Ensemble, angeführt von Verity Thompson als Satine und Nate Landskroner als Christian, liefert stimmliche und darstellerische Höchstleistungen.
Ein sinnlicher Rausch aus Glamour und Tragödie
Von der ersten Minute an zieht «Moulin Rouge!» das Publikum in seinen Bann. Die Bühne des Theater 11 erstrahlt in prächtigen Farben, üppigen Kostümen und einer energiegeladenen Atmosphäre, die an den legendären Pariser Nachtclub erinnert. Die Inszenierung ist ein Fest für die Sinne, das die Zuschauer direkt in die glitzernde, aber auch gefährliche Welt der Bohème entführt.
Im Herzen dieser Geschichte steht Satine, der schillernde Star des Moulin Rouge. Sie ist begehrt, bewundert, aber auch gefangen in den Erwartungen ihrer Umgebung. Ihre Rolle wird von der Musicaldarstellerin Verity Thompson mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und dramatischer Wucht verkörpert. Sie ist eine Ikone aus Strass, Sehnsucht und tiefem Schmerz.
Faktencheck
- Das Original «Moulin Rouge» in Paris wurde 1889 eröffnet.
- Die Musical-Adaption feierte ihre Broadway-Premiere im Jahr 2019.
- Über 70 Pop- und Rock-Hits werden in der Show neu arrangiert und integriert.
Liebe gegen Luxus: Satines Dilemma
An Satines Seite steht Christian, ein junger Komponist und Dichter mit grossen Träumen und einem noch grösseren Herzen. Nate Landskroner füllt diese Rolle mit kraftvoller Emotionalität und leidenschaftlichem Gesang. Als Christian sich Hals über Kopf in Satine verliebt, beginnt ein Kampf zwischen Liebe und materieller Sicherheit. Satine soll an einen reichen Gönner "verkauft" werden, um das finanziell angeschlagene Moulin Rouge zu retten.
Dieses Dilemma stellt die Kernfrage des Musicals: Ist Liebe mehr wert als Luxus? Herz oder Geld? Ein Deal, bei dem nur einer gewinnen kann. Nationalrat Benjamin Fischer fasste es am Premierenabend treffend zusammen:
"Liebe ist mehr als nur ein Gefühl – Liebe ist Loyalität."
Hintergrund der Bohème
Die Bohème war eine künstlerische und intellektuelle Bewegung im Paris des 19. Jahrhunderts. Künstler, Schriftsteller und Musiker lebten oft in Armut, aber mit einem starken Fokus auf Kreativität, Freiheit und leidenschaftlichen Ausdruck. Das Moulin Rouge war ein zentraler Treffpunkt dieser Szene, wo sich Hochkultur und Unterhaltung vermischten.
Ein brillantes Ensemble und stimmliche Glanzleistungen
Die emotionalen Höhen und Tiefen werden von einem starken Ensemble getragen. Cameron Blakely brilliert als Harold Zidler, der charmante, aber auch verzweifelte Manager des Moulin Rouge, der zwischen geschäftlichem Kalkül und menschlichem Mitgefühl schwankt. Kurt Kansley verkörpert den Maler Toulouse-Lautrec als das Gewissen der Bohème, während James Bryers als Duke einen eiskalten Narzissten darstellt, der Macht und Kontrolle über alles stellt. Seine toxische Figur ist ein starker Kontrast zur zarten Liebesgeschichte.
Doch das Musical ist nicht nur eine Geschichte über Herzschmerz. Es ist auch ein musikalisches Feuerwerk. Ein Hit jagt den nächsten, von Pop-Explosionen bis zu Rock-Hymnen. Körper in Korsetts wirbeln über die Bühne, Federn fliegen, und das brillante Ensemble liefert Ekstase pur. Rodrigo Negrini als feuriger Santiago, Kahlia Davis als ehrgeizige Nini, Summer Priest als laszive Arabia, Scott Sutcliffe als exzentrische Baby Doll und Ellie Jane Grant als explosive La Chocolat tragen massgeblich zur mitreissenden Energie bei.
Stimmliches Feuerwerk der Hauptdarsteller
Besonders hervorzuheben sind die stimmlichen Leistungen der Hauptdarsteller. Verity Thompson interpretiert Satine mit einer beeindruckenden Bandbreite, die von verletzlicher Zartheit bis zu dramatischer Wucht reicht. Jeder Ton scheint direkt ins Herz zu treffen. Nate Landskroner kontert als Christian mit einer kraftvollen Stimme, die klare Höhen erreicht und rohe Leidenschaft vermittelt. Gemeinsam entfesseln sie ein vokales Feuerwerk, das das Publikum in den Bann zieht. Die standing Ovations am Ende, begleitet von einem Regen aus Glitzerkonfetti, waren ein klares Zeichen der Begeisterung.
Die Frage nach der Liebe: Prominente Stimmen nach der Premiere
Nach der Vorstellung versammelten sich die geladenen Gäste bei Prosecco und Apérohäppchen zur Premierenfeier. Die grosse Frage nach der Definition von Liebe stand im Mittelpunkt der Gespräche. Die Meinungen waren vielfältig und persönlich.
- Der ehemalige Polizeisprecher Marco Cortesi betonte: "Liebe gehört unbedingt zum Leben dazu."
- Schauspieler Hubert Spiess erklärte nachdenklich: "Liebe bedeutet vor allem, viel miteinander zu reden."
- Kulturmanager Jean-Pierre Hoby nannte Liebe schlicht Wohlbefinden.
- Sängerin Nubya traf mit einem Satz mitten ins Herz:
"Bei den Menschen, die ich liebe, fühle ich mich zuhause."
Die Rollstuhlsportlerin Edith Hunkeler Wolf, die mit ihrer Tochter Elin Wolf anwesend war, fasste ihre Eindrücke zusammen: "Liebe ist für mich Familie." Dieses Gefühl wird im Musical auf die Probe gestellt und zeigt die universelle Relevanz der Geschichte.
«Moulin Rouge!» im Theater 11 ist ein Erlebnis, das laut, lustvoll und lebenshungrig ist. Wer hier nichts fühlt, war nicht wirklich dabei. Und wer glaubt, Liebe sei harmlos, hat dieses Feuerwerk der Gefühle noch nicht erlebt. Paris bebt, Zürich taumelt – und der Champagner fliesst reichlich, zumindest auf der Bühne.
Das Musical ist noch bis zum 1. März 2026 im Theater 11 in Zürich zu sehen und bietet eine einzigartige Gelegenheit, in die Welt des berühmtesten Nachtclubs der Welt einzutauchen.





