Die Gemeinde Seegräben beabsichtigt, einen Vertrag mit der Stadt Uster abzuschliessen. Dieser Vertrag sieht vor, dass die Stadtpolizei Uster künftig für die kommunalpolizeilichen Aufgaben in Seegräben zuständig sein wird. Diese Massnahme soll die Sicherheit, Ruhe und Ordnung im Gemeindegebiet stärken.
Bereits heute besteht eine Zusammenarbeit zwischen der Stadtpolizei Uster und der Gemeinde Greifensee. Seit dem 1. Januar 2006 erbringt die Stadtpolizei Uster gemeindepolizeiliche Dienstleistungen für Greifensee. Zudem besteht seit 2024 ein Anschlussvertrag für Leistungen des Jugenddienstes Uster in Greifensee. Nun hat Seegräben ebenfalls Interesse an einer solchen Partnerschaft gezeigt.
Wichtige Punkte
- Seegräben plant Vertrag mit Stadtpolizei Uster für kommunale Polizeiaufgaben.
- Die Stadtpolizei Uster erbringt bereits Leistungen für Greifensee.
- Jährlich sind 1'100 Stunden Polizeipräsenz in Seegräben vorgesehen.
- Die Kosten für Seegräben betragen 91'575 Franken pro Jahr.
- Die Stimmberechtigten von Seegräben entscheiden über den Vertrag.
Grundlagen der neuen Partnerschaft
Die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zeigte sich bereits bei Grossveranstaltungen in Seegräben. Insbesondere an schönen Wochenenden mit hohem Besucheraufkommen waren Absprachen bezüglich der Zufahrtswege zur Gemeinde notwendig. Die Stadt Uster betonte, dass die geplante Kooperation diese Situationen verbessern wird.
Der Gemeinderat Seegräben sieht in der Zusammenarbeit mit Uster Vorteile. Er verweist auf die bewährte Partnerschaft zwischen Greifensee und Uster. Diese zeige, dass gemeinsame Ziele, kurze Wege und eine bürgernahe, sichtbare Präsenz entscheidende Aspekte sind. Die neue Regelung soll die Sicherheit entlang der Hauptverkehrsachse im Aatal besonders stärken.
«Die bereits bewährte Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Greifensee und der Stadt Uster zeigt auf, dass gemeinsame Ziele, kurze Wege und bevölkerungsnahe sichtbare Präsenz die wesentlichen Aspekte bilden.»
Verbesserung gegenüber der aktuellen Situation
Bislang wurden die polizeilichen Aufgaben in Seegräben von der Kantonspolizei Zürich wahrgenommen. Der Gemeinderat Seegräben war mit dieser Zusammenarbeit «grundsätzlich zufrieden». Dennoch gab es Einschränkungen.
Faktencheck
- Bisherige Situation: Kantonspolizei Zürich zuständig.
- Herausforderung: Weiter Zuständigkeitsbereich und begrenzte Personalressourcen des Polizeipostens Wetzikon.
- Konsequenz: Präsenz in Seegräben nicht immer höchste Priorität.
Der Polizeiposten Wetzikon, welcher für Seegräben zuständig ist, hat einen weiten Einsatzbereich und beschränkte Personalressourcen. Dies führte dazu, dass die Präsenz in Seegräben nicht immer an erster Stelle stand. Besonders bei Verkehrskontrollen zeigte sich ein Wunsch nach grösserer Flexibilität, welche das Angebot der Stadtpolizei Uster bieten soll.
Mehr Präsenz und Bürgernähe
Die Stadtpolizei Uster plant, neben motorisierten Patrouillen auch vermehrt zu Fuss und mit Polizeibikes präsent zu sein. Diese Präsenzformen sind besonders effektiv in bestimmten Gebieten.
Gerade rund um den Pfäffikersee und in den Waldgebieten erweist sich die Bike Police als effizientes Einsatzmittel. Die erhöhte Präsenz führt zu kürzeren Reaktionszeiten und schafft ideale Voraussetzungen für den Dialog mit der Bevölkerung vor Ort. Dies fördert die Bürgernähe und den Austausch.
Hintergrundinformationen
Die Stadtpolizei Uster bietet der Bevölkerung von Seegräben auch den Schalter- und Quartierdienst an. Dies bedeutet, dass Einwohnerinnen und Einwohner von Seegräben für Anliegen aller Art direkt bei der Stadtpolizei Uster Unterstützung finden können. Dies stärkt die lokale Verankerung der Polizeidienstleistungen.
Finanzielle und organisatorische Details
Der Stadtrat Uster und der Gemeinderat Seegräben haben den Inhalt und den Umfang der Leistungen der Stadtpolizei Uster in einem Anschlussvertrag festgelegt. Dieser Vertrag sieht vor, dass die Stadtpolizei Uster jährlich etwa 1'100 Stunden für kommunalpolizeiliche Grundaufgaben im Gemeindegebiet von Seegräben aufwenden wird.
Diese Stundenzahl entspricht ungefähr 25 Stunden pro Woche oder einem 60-Prozent-Pensum. Für diese Dienstleistungen soll die Stadtpolizei Uster eine jährliche Entschädigung von 91'575 Franken erhalten. Die monatlichen Kosten belaufen sich damit auf 7'632 Franken.
Die Gemeinde Seegräben trägt die Finanzierung der vereinbarten Leistungen. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Gebühren- und Bussenerträge, die im Gemeindegebiet von Seegräben anfallen, künftig der Gemeinde zustehen. Der Gemeinderat Seegräben schätzt, dass sich die Netto-Kosten dadurch auf dem Niveau der bisherigen Lösung mit der Kantonspolizei bewegen werden.
Vorteile für beide Gemeinden
Die Kooperation bietet nicht nur Seegräben Vorteile, sondern auch Uster. Polizeilich bilden Uster und Seegräben ein zusammenhängendes Patrouillengebiet. Dies ermöglicht eine effizientere Planung und Durchführung von Einsätzen ohne Schnittstellenwechsel.
Die erweiterte Zusammenarbeit erhöht die Sicherheit an den Stadtgrenzen und entlang der Hauptverkehrsachse im Aatal. Dort können Entwicklungen frühzeitig erkannt und koordiniert angegangen werden. Ereignisse im Aatal wirken sich oft direkt auf Uster aus. Kurze Reaktionszeiten und schnelles Handeln sind daher auch im Interesse der Stadt Uster.
Laut dem Gemeinderat Seegräben erhält Uster eine planbare Grundlage für den zusätzlichen Aufwand. Im Gegenzug bekommt Seegräben eine effiziente und bürgernahe polizeiliche Grundversorgung aus einer Hand. Zur Sicherstellung dieser zusätzlichen Versorgung ist eine Stellenerhöhung bei der Stadtpolizei Uster notwendig.
Entscheidung durch die Stimmberechtigten
Die Einführung dieser Zusammenarbeit liegt in der Hand der Stimmberechtigten der Gemeinde Seegräben. Sie werden an der Urne über den Anschlussvertrag entscheiden. Ein konkretes Datum für diese Abstimmung ist derzeit noch nicht bekannt.
Dieser demokratische Prozess stellt sicher, dass die Bürgerschaft von Seegräben direkt über eine wichtige kommunale Dienstleistung mitentscheiden kann. Die Entscheidung wird die zukünftige Polizeipräsenz und -struktur in der Gemeinde massgeblich prägen.





