Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat den Begriff «Frauen-Nati» zum Deutschschweizer Wort des Jahres 2025 ernannt. Dieser Ausdruck setzte sich gegen «Zollhammer» und «Chlorhuhn» durch und spiegelt die gesellschaftliche Relevanz des Frauenfussballs im vergangenen Jahr wider.
Wichtige Erkenntnisse
- «Frauen-Nati» ist das Deutschschweizer Wort des Jahres 2025.
- Der Begriff erlangte durch die Fussball-Europameisterschaft grosse Bekanntheit.
- «Zollhammer» und «Chlorhuhn» belegten die Plätze zwei und drei.
- In anderen Sprachregionen der Schweiz gewannen «Génocide», «Dazi» und «IA».
«Frauen-Nati» dominierte die Schlagzeilen
Die Wahl der «Frauen-Nati» zum Wort des Jahres unterstreicht die gewachsene Aufmerksamkeit für den Frauenfussball in der Schweiz. Besonders während der Europameisterschaft im Sommer war der Begriff in den Medien und der öffentlichen Diskussion omnipräsent.
Sprachwissenschaftler der ZHAW trafen die Auswahl auf Basis einer umfassenden Textdatensammlung. Sie berücksichtigten Wörter, die im Vergleich zu früheren Jahren deutlich häufiger verwendet wurden, neu sind oder eine neue Bedeutung erhalten haben.
Faktencheck
- Der Begriff «Frauen-Nati» wurde im Jahr 2025 signifikant häufiger verwendet.
- Die ZHAW wählt das Wort des Jahres basierend auf sprachwissenschaftlichen Kriterien.
- Ziel ist es, gesellschaftliche Entwicklungen im Sprachgebrauch abzubilden.
Die Konkurrenz: Zollhammer und Chlorhuhn
Auf dem zweiten Platz landete der «Zollhammer». Dieser Begriff entstand im Kontext der ursprünglich von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle. Anfänglich betrug dieser Strafzoll 39 Prozent, wurde aber später auf 15 Prozent reduziert. Der «Zollhammer» symbolisiert die Auswirkungen internationaler Handelspolitik.
Das «Chlorhuhn» belegte den dritten Platz. Es steht im Zusammenhang mit neuen Handelsabkommen, die den zollfreien Import von mit Chlor behandeltem Hühnerfleisch ermöglichen könnten. Beide Begriffe spiegeln Debatten über Handel und Wirtschaftspolitik wider, die die öffentliche Meinung im letzten Jahr beschäftigten.
«Die ausgewählten Wörter spiegeln nicht nur sprachliche Trends wider, sondern sind auch ein Barometer für die wichtigsten gesellschaftlichen und politischen Diskussionen des Jahres.»
Schweizweite Sprachvielfalt bei der Wortwahl
Die Schweiz ist bekannt für ihre sprachliche Vielfalt, und dies zeigt sich auch bei der Wahl der Wörter des Jahres in den anderen Landesteilen. In der Romandie, dem französischsprachigen Teil der Schweiz, wurde das Wort «Génocide» (Völkermord) zum Wort des Jahres gekürt. Dies deutet auf eine verstärkte Auseinandersetzung mit globalen Konflikten und Menschenrechtsfragen hin.
Im Tessin, der italienischsprachigen Region, setzte sich der Begriff «Dazi» (Zölle) durch. Ähnlich wie der «Zollhammer» in der Deutschschweiz, reflektiert dies die Bedeutung von Handelspolitik und deren wirtschaftliche Auswirkungen für die Bevölkerung.
Sprachliche Trends in der Schweiz
Die ZHAW ermittelt jährlich die Wörter des Jahres für alle vier Schweizer Landessprachen. Diese Tradition bietet Einblicke in die sprachliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes. Die Auswahl erfolgt durch Sprachwissenschaftler, die eine breite Palette von Textquellen analysieren.
Künstliche Intelligenz prägt das Rätoromanische Wort des Jahres
Im rätoromanischsprachigen Teil der Schweiz war das Wort «IA» (Künstliche Intelligenz) der Spitzenreiter. Diese Abkürzung, die für «intelligenza artificiala» steht, zeigt, wie stark die Diskussion um künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf den Alltag und die Zukunft bereits in allen Sprachregionen präsent ist.
Die breite Akzeptanz und Diskussion um KI-Technologien prägt den Diskurs in vielen Bereichen. Von Wirtschaft über Bildung bis hin zum privaten Leben – die künstliche Intelligenz ist ein Thema, das die Gesellschaft weltweit bewegt.
Die Bedeutung der Wörter des Jahres
Die jährliche Wahl der Wörter des Jahres dient nicht nur der linguistischen Analyse. Sie bietet auch eine Momentaufnahme der gesellschaftlichen Stimmung und der Themen, die die Menschen in der Schweiz beschäftigen. Die «Frauen-Nati» steht für Sportbegeisterung und die Stärkung weiblicher Repräsentation, während «Zollhammer» und «Chlorhuhn» wirtschaftliche Sorgen hervorheben.
Die unterschiedlichen Gewinner in den Sprachregionen verdeutlichen zudem die spezifischen Schwerpunkte und Diskussionen, die in den jeweiligen Landesteilen geführt werden. Dies zeigt die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz.
Die ZHAW betont, dass die ausgewählten Begriffe ein Spiegelbild des öffentlichen Diskurses sind. Sie zeigen, welche Themen die Menschen bewegten und welche Wörter ihren Weg in den alltäglichen Sprachgebrauch fanden.





