Die Städte Uster und Volketswil im Kanton Zürich stehen vor einem bedeutenden Schritt in ihrer Energieversorgung. Energie Uster und Energie 360° planen, Teile von Uster an eine neue Energiezentrale in Volketswil anzuschliessen. Diese Anlage soll die Abwärme eines grossen Rechenzentrum-Campus nutzen, um Haushalte und Gebäude mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Das ambitionierte Projekt könnte ab 2027 schrittweise realisiert werden und einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Region leisten.
Wichtige Erkenntnisse
- Abwärme von Vantage-Rechenzentren versorgt neue Energiezentrale.
- Teile von Uster werden an Volketswiler Wärmeverbund angeschlossen.
- Projekt unterstützt das revidierte Zürcher Energiegesetz von 2022.
- Machbarkeitsstudien und Vorprojekt zeigten positive Ergebnisse.
- Start der Realisierung für Mitte 2027 geplant.
Erneuerbare Wärme aus Rechenzentren
Das Herzstück des neuen Wärmeverbundes ist die Energiezentrale von Energie 360° in Volketswil. Sie wird die überschüssige Wärme der Vantage-Rechenzentren nutzen. Rechenzentren produzieren bei ihrem Betrieb eine erhebliche Menge an Wärme, die bisher oft ungenutzt in die Umwelt abgegeben wurde. Dieses Projekt wandelt diese Abwärme in eine wertvolle Ressource um.
Energie 360° versorgt bereits die Gemeinden Volketswil, Greifensee, Schwerzenbach und Effretikon mit dieser nachhaltigen Energie. Das Potenzial der Abwärme ist so gross, dass es nun auch für weitere Ortschaften, darunter Teile von Uster, erschlossen werden kann.
Interessanter Fakt
Rechenzentren können bis zu 98% der verbrauchten Energie als Abwärme abgeben. Die Nutzung dieser Wärme kann den CO2-Ausstoss von Gebäuden erheblich reduzieren.
Antwort auf das Zürcher Energiegesetz
Das Projekt ist auch eine direkte Reaktion auf das revidierte Zürcher Energiegesetz, das seit dem 1. September 2022 in Kraft ist. Dieses Gesetz schreibt den Ersatz fossiler Heizungen durch ökologische Wärmelösungen vor. Der geplante Wärmeverbund Nänikon Uster bietet hierfür eine passende Alternative.
Die Unternehmen betonen, dass die Wärmeversorgung aus Volketswil energetisch eine ideale Lösung für den Ersatz veralteter fossiler Heizsysteme darstellt. Dies betrifft sowohl technische als auch wirtschaftliche Aspekte.
„Die geplante Wärmeversorgung ab Volketswil ist vom Energiekonzept her gesehen ein geeigneter Ersatz für fossile Heizungen, welche erneuert werden müssen.“
Kundeninformation und Anschluss sichern
Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die frühzeitige Einbindung der potenziellen Wärmekunden. Energie Uster und Energie 360° legen Wert darauf, Liegenschaftsbesitzer im zukünftigen Fernwärmegebiet umfassend zu informieren. Es geht darum, ihr Interesse abzuklären und die notwendigen Fernwärmeanschlüsse zu sichern. Dies ist entscheidend für den Erfolg und die Akzeptanz des Verbundes.
Positive Ergebnisse aus Studien und Vorprojekt
Seit Herbst 2024 haben Energie Uster und Energie 360° in einer Machbarkeitsstudie und einem anschliessenden Vorprojekt die Möglichkeiten eines Anschlusses von Uster geprüft. Die Ergebnisse waren durchweg positiv. Eine detaillierte Zielnetzplanung für Uster identifizierte die am besten geeigneten Wärmegebiete.
Die Analysen zeigten, dass der Wärmeverbund Nänikon Uster technisch umsetzbar und im Vergleich zu alternativen Wärmelösungen wettbewerbsfähig ist. Die hohe Energiedichte in den geplanten Ausbaugebieten, bedingt durch die städtische Gebäudestruktur, erweist sich als grosser Vorteil für eine Fernwärmelösung.
Hintergrund der Zusammenarbeit
Energie 360° ist für die Bereitstellung der Fernwärme zuständig. Energie Uster übernimmt den Aufbau und Betrieb des lokalen Verteilnetzes sowie der Übergabestationen bis zu den Endkunden in Uster. Diese klare Aufteilung der Verantwortlichkeiten soll eine effiziente Umsetzung gewährleisten.
Nächste Schritte und Zeitplan
Aktuell wird das Bauprojekt zur Erstellung der notwendigen Ausführungsgrundlagen erarbeitet. Ziel ist es, die geplanten Ausbaugebiete des Wärmeverbunds Nänikon Uster ab 2027 schrittweise zu erschliessen. Dies soll in Abstimmung mit dem Bau der Vantage-Rechenzentren erfolgen.
Der Beginn der Realisierung des Wärmeverbundes Nänikon Uster ist voraussichtlich Mitte 2027. Dies setzt positive Ergebnisse des Bauprojekts, einen entsprechenden Realisierungsbeschluss und eine rechtsgültige Baubewilligung für die Rechenzentren von Vantage voraus.
Übergangslösungen für frühere Anschlüsse
Energie Uster plant, erste Teile des Wärmeverbundes in den Quartieren von Nänikon und Uster aufzubauen und die Wärmelieferung etappenweise zu starten. Dabei kommen auch Übergangslösungen zum Einsatz. Diese sollen die Versorgung sicherstellen, bis der Wärmeverbund Nänikon Uster Wärme direkt aus der Energiezentrale Volketswil beziehen kann. Diese Übergangslösungen dienen später als Redundanz- und Spitzenenergieanlagen.
Die Abklärung des Interesses der Liegenschaftsbesitzer an einem Anschluss an das zukünftige Fernwärmenetz ist bereits im Gange. Basierend auf diesem Interesse werden die notwendigen Übergangslösungen analysiert und entwickelt, um eine schrittweise Realisierung des Wärmeverbundes zu ermöglichen.
- Planungsphase: Bauprojekt zur Erstellung der Ausführungsgrundlagen läuft.
- Realisierungsstart: Voraussichtlich Mitte 2027.
- Voraussetzungen: Positive Bauprojektergebnisse, Realisierungsbeschluss, Baubewilligung für Rechenzentren.
- Erste Gebiete: Quartiere in Nänikon und Uster.
- Flexibilität: Einsatz von bedarfsabhängigen Übergangslösungen.
Dieses Projekt ist ein Beispiel für innovative Energiekonzepte, die urbane Entwicklung mit nachhaltiger Energieversorgung verbinden. Die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren trägt massgeblich zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei und schafft eine zukunftsfähige Infrastruktur für die Region.





