Am Flughafen Zürich sind erstmals intelligente Abfallroboter im Testeinsatz. Fünf autonome Geräte sollen die Abfallentsorgung flexibler gestalten und das Reinigungspersonal entlasten. Die Roboter können nicht nur Müll sammeln, sondern bieten Passagieren auch die Möglichkeit, über einen QR-Code direkt mit dem Kundencenter zu chatten oder zu telefonieren.
Wichtige Fakten
- Fünf autonome Abfallroboter testen neuen Service am Flughafen Zürich.
- Roboter können sich flexibel an frequentierten Orten positionieren.
- Ein integrierter QR-Code ermöglicht Chat oder Telefonkontakt zum Kundencenter.
- Die Technologie stammt von einem chinesischen Anbieter und kostet rund 40'000 Franken für die Testphase.
- Die Roboter sollen das Reinigungspersonal entlasten, nicht ersetzen.
Intelligente Mülleimer für Reisende
Die neuen Abfallroboter am Flughafen Zürich sind mit Sensoren ausgestattet. Sie erkennen, wo sich viele Passagiere aufhalten und können sich entsprechend positionieren. Dies soll sicherstellen, dass Reisende ihren Abfall jederzeit bequem entsorgen können, ohne lange nach einem Mülleimer suchen zu müssen.
Flughafen-Sprecherin Andrea Bärwalde bestätigt, dass es sich um eine Testphase handelt. Das Ziel ist, die Effizienz der Abfallentsorgung zu steigern und den Komfort für Passagiere zu verbessern. Die Geräte sind futuristisch gestaltet und fallen den Reisenden sofort ins Auge.
Zahlen und Fakten
- 5 Roboter: Anzahl der im Test befindlichen Abfallroboter.
- 40'000 Franken: Kosten für die Testphase, inklusive Installation, Schulung und Wartung.
- 2 Einwurfkörbe: Jeder Roboter hat separate Behälter für Plastik und Restmüll.
- Bis zu den Feiertagen: Dauer der aktuellen Testphase.
Mehr als nur Müll sammeln
Die Fähigkeiten der Roboter gehen über das reine Müllsammeln hinaus. Jeder Roboter besitzt einen QR-Code. Passagiere können diesen Code scannen, um eine direkte Verbindung zum Kundenkontakt-Center herzustellen. Sie haben die Wahl, ob sie telefonieren oder eine Textnachricht senden möchten.
Diese zusätzliche Funktion soll den Service am Flughafen erweitern und eine neue Kommunikationsmöglichkeit bieten. Es bleibt abzuwarten, wie stark diese Option von den Reisenden genutzt wird und ob der Geruch von Essensabfällen in der Nähe des Roboters die Gesprächsbereitschaft beeinflusst.
«Wir wollen prüfen, ob sich Abfallbehälter je nach Bedarf flexibel an frequenzstarken Orten positionieren lassen, damit Passagiere sowie Besucherinnen und Besucher ihren Abfall jederzeit gut erreichbar entsorgen können.»
Technologie und Kosten des Projekts
Die Technologie für diese Abfallroboter stammt von einem chinesischen Anbieter. Die Firma Robonnement vertreibt die Geräte in der Schweiz. Die gesamte Testphase, einschliesslich Installation, Schulung des Personals und Wartung, beläuft sich auf rund 40'000 Franken.
Der Test läuft bis zu den kommenden Feiertagen. Danach folgt eine detaillierte Auswertungsphase. Hierbei wird analysiert, ob der Einsatz der Roboter die gewünschten Effekte erzielt und ob eine dauerhafte Implementierung sinnvoll ist.
Entlastung für das Reinigungspersonal
Die Einführung der Roboter wirft die Frage auf, ob sie menschliches Personal ersetzen könnten. Flughafen-Sprecherin Bärwalde verneint dies klar. Sie betont, dass die Roboter dazu dienen, das Reinigungspersonal zu entlasten. Insbesondere bei wiederkehrenden Routinetätigkeiten sollen die Maschinen unterstützen.
Der Flughafen Zürich verzeichnet einen zunehmenden Fachkräftemangel im Reinigungsbereich. Die Arbeitsbedingungen sind oft fordernd. Die Roboter sollen den Mitarbeitenden mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben verschaffen und ihre tägliche Arbeit erleichtern.
Hintergrund: Automatisierung am Flughafen
Der Flughafen Zürich setzt bereits seit längerem auf Robotik. Aktuell sind 26 Flächen-Reinigungsroboter im Einsatz. Diese Geräte reinigen täglich rund 120'000 Quadratmeter Fläche in Check-in-Bereichen, Terminals und Aufenthaltszonen. Sie navigieren bis zu 24 Stunden selbstständig, erkennen Hindernisse und laden sich eigenständig auf.
Nicht alle Roboterprojekte waren jedoch erfolgreich. Ende 2023 testete der Flughafen zwei grosse Bodenreinigungsroboter namens «Charlie» und «Zulu». Diese konnten jedoch nicht überzeugen und sind inzwischen nicht mehr im Einsatz. Der Flughafen entschied sich nach den ersten Erfahrungen für ein anderes System.
Roboter im Alltag: Ein wachsender Trend
Der Einsatz von Reinigungsrobotern ist nicht auf den Flughafen beschränkt. Auch andere Branchen setzen zunehmend auf automatisierte Helfer. Die Migros-Tochter Denner hat beispielsweise angekündigt, in rund 200 ihrer Geschäfte ähnliche Geräte einzusetzen, um das Filialpersonal zu entlasten.
Diese Entwicklung zeigt einen breiteren Trend in der Wirtschaft. Unternehmen suchen nach Lösungen, um Effizienz zu steigern, Personalkosten zu optimieren und Mitarbeitende bei körperlich anstrengenden oder monotonen Aufgaben zu unterstützen. Die Roboter sind dabei ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Arbeitswelt.
Die Erfahrungen am Flughafen Zürich werden wichtige Erkenntnisse liefern, wie solche intelligenten Systeme optimal in komplexe Infrastrukturen integriert werden können. Es geht darum, die Vorteile der Technologie zu nutzen, ohne den menschlichen Faktor zu vernachlässigen.




