Am Flughafen Zürich unterstützen seit Kurzem fünf mobile Abfallroboter das Reinigungspersonal. Diese autonomen Einheiten sammeln Abfall und entlasten die Mitarbeitenden von Routinetätigkeiten. Der Pilotbetrieb, der in Zusammenarbeit mit der Robonnement AG aus Altstätten durchgeführt wird, soll wichtige Erkenntnisse für den Einsatz von Servicerobotik in stark frequentierten Infrastrukturen liefern.
Wichtige Erkenntnisse
- Fünf autonome Abfallroboter sind am Flughafen Zürich im Testeinsatz.
- Vier Roboter operieren im Sicherheitsbereich, einer im Check-in-Bereich.
- Ziel ist die Entlastung des Reinigungspersonals bei repetitiven Aufgaben.
- Die Robonnement AG aus Altstätten betreibt die Systeme im Robotics-as-a-Service-Modell.
- Der Flughafen reagiert damit auf den Fachkräftemangel in der Reinigungsbranche.
Autonome Helfer im Einsatz
Der Flughafen Zürich testet derzeit den Einsatz von Servicerobotern in seiner Abfallentsorgung. Fünf mobile Einheiten, die selbstständig navigieren und Abfall sammeln können, sind seit Beginn der Erprobungsphase in Betrieb. Vier dieser Roboter sind im sensiblen Sicherheitsbereich des Flughafens unterwegs, während ein weiterer im belebten Check-in-Bereich eingesetzt wird.
Diese Massnahme zielt darauf ab, die Effizienz der Abfallentsorgung zu steigern und gleichzeitig das Reinigungspersonal zu entlasten. Die Roboter übernehmen dabei einfache, repetitive Aufgaben, die bisher von Menschen erledigt wurden. Dies schafft Freiräume für die Mitarbeitenden, sich komplexeren und anspruchsvolleren Tätigkeiten zu widmen.
Faktencheck
- Anzahl Roboter: Fünf
- Einsatzorte: Vier im Sicherheitsbereich, einer im Check-in-Bereich
- Betriebsmodell: Robotics-as-a-Service
- Partnerunternehmen: Robonnement AG aus Altstätten
Reaktion auf Fachkräftemangel
Der Flughafen Zürich betont, dass der Einsatz der Roboter keineswegs dazu dient, Arbeitsplätze abzubauen. Vielmehr ist er eine direkte Reaktion auf den zunehmenden Fachkräftemangel in der Reinigungsbranche. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, ausreichend Personal für diese oft körperlich anspruchsvollen und monotonen Aufgaben zu finden.
Die autonomen Systeme können diese Lücke schliessen und sicherstellen, dass die hohen Hygienestandards des Flughafens weiterhin eingehalten werden. Die Mitarbeitenden können sich stattdessen auf Aufgaben konzentrieren, die menschliches Urteilsvermögen und soziale Interaktion erfordern, wie beispielsweise die direkte Betreuung von Passagieren oder spezielle Reinigungsaufgaben.
«Wir sehen in diesen Robotern eine wertvolle Unterstützung für unser Team. Sie übernehmen die einfachen, sich wiederholenden Arbeiten und geben unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich auf anspruchsvollere Aufgaben zu konzentrieren. Das ist eine Win-Win-Situation.»
Technologie aus dem Rheintal
Die Technologie hinter den Abfallrobotern stammt von der Robonnement AG, einem Unternehmen mit Sitz in Altstätten im Rheintal. Diese Firma hat sich auf Servicerobotik spezialisiert und bietet ihre Systeme im sogenannten Robotics-as-a-Service-Modell an. Das bedeutet, dass die Robonnement AG nicht nur die Roboter liefert, sondern auch für deren Wartung, Betrieb und kontinuierliche Weiterentwicklung zuständig ist.
Dieses Modell ermöglicht es dem Flughafen Zürich, die innovative Technologie zu nutzen, ohne selbst umfangreiches Know-how im Bereich Robotik aufbauen zu müssen. Es ist ein Beispiel dafür, wie Innovationen aus der Ostschweiz in national bedeutenden Infrastrukturen zur Anwendung kommen.
Hintergrund: Robotics-as-a-Service
Robotics-as-a-Service (RaaS) ist ein Geschäftsmodell, bei dem Unternehmen Roboterlösungen als Dienstleistung mieten, anstatt sie zu kaufen. Der Anbieter kümmert sich um die Installation, Wartung und Software-Updates. Dies reduziert die Anfangsinvestitionen und operativen Risiken für den Kunden und ermöglicht eine flexible Skalierung der Robotik-Einsätze.
Reaktionen der Reisenden
Die mobilen Abfallroboter ziehen am Flughafen Zürich die Aufmerksamkeit der Reisenden auf sich. Viele Passagiere zeigen sich fasziniert und neugierig. Sie beobachten die autonomen «Güsel-Chübel» staunend und diskutieren über die Vorteile und die Zukunft der Robotik im öffentlichen Raum.
Während die meisten Reisenden die Roboter als praktisch und innovativ empfinden, gibt es auch vereinzelt skeptische Stimmen. Diese äussern Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Robotik in so stark frequentierten Bereichen. Der Flughafen Zürich begegnet solchen Bedenken mit offener Kommunikation und betont den unterstützenden Charakter der Roboter.
Erkenntnisse für die Zukunft
Die aktuelle Erprobungsphase am Flughafen Zürich ist von grosser Bedeutung. Sie liefert wichtige Erkenntnisse darüber, wie Servicerobotik in komplexen und stark frequentierten Umgebungen wie Flughäfen effektiv eingesetzt werden kann. Diese Daten sind entscheidend für die Weiterentwicklung und Optimierung der autonomen Systeme.
Die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt könnten als Blaupause für andere grosse Infrastrukturen dienen, die ebenfalls mit ähnlichen Herausforderungen im Bereich Reinigung und Personalmanagement konfrontiert sind. Die Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen und der Robonnement AG zeigt, wie innovative Lösungen dazu beitragen können, Betriebsabläufe zu modernisieren und gleichzeitig auf gesellschaftliche Veränderungen, wie den Fachkräftemangel, zu reagieren.
- Effizienzsteigerung: Automatisierung repetitiver Aufgaben.
- Mitarbeiterentlastung: Fokus auf anspruchsvollere Tätigkeiten.
- Innovation: Test neuer Technologien im realen Umfeld.
- Zukunftsfähigkeit: Anpassung an demografische und wirtschaftliche Herausforderungen.
Ausblick auf weitere Anwendungen
Der Erfolg dieses Pilotprojekts könnte den Weg für weitere Anwendungen von Servicerobotik am Flughafen Zürich und an anderen Standorten ebnen. Denkbar wären Roboter für die Gepäckbeförderung, die Wegweisung oder sogar für spezielle Reinigungsaufgaben, die unter besonderen Bedingungen stattfinden müssen. Die Technologie entwickelt sich rasant weiter und bietet immer neue Möglichkeiten zur Optimierung von Betriebsabläufen.
Die Erfahrungen aus dem Rheintal, kombiniert mit den praktischen Erkenntnissen vom Flughafen, bilden eine solide Grundlage für zukünftige Projekte in der Schweiz und darüber hinaus. Die Digitalisierung und Automatisierung werden auch in traditionellen Dienstleistungsbereichen immer wichtiger.




