Der Flughafen Zürich plant eine umfassende Erweiterung seiner Passkontrollhalle. Dieses Projekt, das rund 140 Millionen Franken kosten wird, soll die Kapazität verdoppeln und die Abläufe für Reisende aus Nicht-Schengen-Ländern verbessern. Der Baubeginn ist erfolgt, die vollständige Fertigstellung wird bis 2031 erwartet.
Wichtige Punkte
- Die Fläche der Passkontrollhalle wird von 4500 auf 10'000 Quadratmeter verdoppelt.
- Das Gesamtprojekt ist mit 140 Millionen Franken budgetiert.
- Die Inbetriebnahme der Erweiterung ist für 2029 vorgesehen, der vollständige Abschluss für 2031.
- Neue E-Gates und eine klare Trennung der Passagierströme sollen Wartezeiten reduzieren.
- Die Modernisierung ist eine Reaktion auf stetig steigende Passagierzahlen und neue EU-Einreisebestimmungen.
Steigende Passagierzahlen erfordern mehr Platz
Der Flughafen Zürich verzeichnet seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum bei den Passagierzahlen. Im Oktober wurden 3,2 Millionen Passagiere registriert, ein Anstieg von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Ferienzeiten führen immer wieder zu Rekorden. Am 5. Oktober dieses Jahres passierten 122'668 Reisende den Flughafen, der verkehrsreichste Tag in seiner Geschichte.
Diese Entwicklung stellt die bestehende Infrastruktur vor grosse Herausforderungen. Trotz der steigenden Anzahl an Reisenden sind die Platzverhältnisse in der Passkontrollhalle seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2004 unverändert geblieben. Dies führt in Spitzenzeiten, insbesondere während der Schulferien, zu langen Warteschlangen.
Faktencheck
- Passagiere im Oktober: 3,2 Millionen (+6,7% zum Vorjahr)
- Rekordtag am 5. Oktober: 122'668 Passagiere
- Bestehende Passkontrollhalle seit 2004 in Betrieb
Ein Projekt für die Zukunft: Kosten und Zeitplan
Um diese Engpässe zu beseitigen und den Komfort für Reisende zu verbessern, hat der Flughafen Zürich ein umfangreiches Erweiterungs- und Umbauprojekt der Passkontrollhalle initiiert. Die Halle befindet sich zentral zwischen den Docks A und B und dient als Drehscheibe für den Ein- und Ausreiseverkehr sowie den Transfer zwischen Schengen- und Nicht-Schengen-Destinationen.
Das Gesamtbudget für dieses Vorhaben beläuft sich auf rund 140 Millionen Franken. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Laut Sprecherin Andrea Bärwalde wird die Fläche der Halle von derzeit 4500 Quadratmetern auf beeindruckende 10'000 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Die Inbetriebnahme der erweiterten Bereiche ist für 2029 geplant, der vollständige Abschluss des gesamten Umbaus soll 2031 erfolgen.
«Für das Gesamtprojekt, also die Erweiterung und den Umbau, rechnen wir aktuell mit Kosten von rund 140 Millionen Franken», erklärt Andrea Bärwalde, Sprecherin des Flughafens Zürich.
Mehr Effizienz durch E-Gates und klare Trennung
Die Erweiterung schafft nicht nur mehr Raum, sondern ermöglicht auch die Integration moderner Technologien. Ein zentraler Bestandteil des Umbaus ist die Schaffung von mehr Platz für sogenannte E-Gates. Diese elektronischen Passkontrollschalter erlauben es Reisenden, ihre Pässe selbst zu scannen. Die Datenüberprüfung erfolgt automatisch und in Sekundenschnelle, ohne direkte Interaktion mit der Kantonspolizei Zürich.
Diese E-Gates sind bereits seit einiger Zeit in der Halle vorhanden und notwendig, um neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Ihre volle Nutzung war jedoch aufgrund der verspäteten Einführung des EU-weiten Entry-Exit-Systems bisher nicht möglich. Seit dieser Woche sind sie nun im Einsatz. Das System zielt darauf ab, die Aufenthalte von Reisenden aus Drittstaaten im Schengen-Raum digital zu erfassen und die Sicherheit zu erhöhen, ohne physische Stempel im Pass.
Hintergrund: Entry-Exit-System der EU
Das Entry-Exit-System (EES) der Europäischen Union ist ein neues digitales Verfahren zur Erfassung von Ein- und Ausreisedaten von Reisenden aus Nicht-EU-Ländern, die in den Schengen-Raum einreisen. Es ersetzt das manuelle Abstempeln von Pässen und soll eine effizientere Kontrolle der Aufenthaltsdauer ermöglichen. Für Schweizer Reisende ergeben sich durch die Einführung des Systems keine Änderungen.
Bessere Passagierführung und Komfort
Die Verdoppelung der Fläche und die Einführung der E-Gates werden die Passagierströme deutlich entlasten. Die Planung sieht eine klare Trennung der Wege für die Einreise, Ausreise und den Transfer vor. Dies soll nicht nur die Wartezeiten verkürzen, sondern auch die Orientierung für Reisende erleichtern und den allgemeinen Komfort verbessern.
Lange Schlangen, die sich in der Vergangenheit bis in das Airside-Center mit seinen Geschäften und Cafés erstreckten, sollen durch die neuen Kapazitäten der Vergangenheit angehören. Das Projekt reagiert damit direkt auf die Bedürfnisse der Passagiere und die Notwendigkeit, einen modernen und effizienten Flughafenbetrieb zu gewährleisten.
Die genaue Anzahl der zukünftig benötigten Passkontrolleure bleibt offen. Aufgrund der langen Bauzeit können sich Layout und Personalbedarf noch ändern, so die Flughafenleitung. Die Priorität liegt auf der Schaffung einer flexiblen und zukunftssicheren Infrastruktur.
Fazit: Investition in die Zukunft des Reisens
Die Erweiterung der Passkontrollhalle ist eine entscheidende Investition in die zukünftige Leistungsfähigkeit des Flughafens Zürich. Angesichts des anhaltenden Wachstums im Flugverkehr und der steigenden Anforderungen an die Grenzkontrolle ist dieser Schritt unerlässlich. Mit einer verdoppelten Fläche, modernen E-Gates und einer optimierten Passagierführung positioniert sich der Flughafen Zürich weiterhin als einer der führenden europäischen Hubs.
Das Projekt unterstreicht das Engagement des Flughafens, den Reisenden ein reibungsloses und angenehmes Erlebnis zu bieten. Es ist ein klares Signal für die Bedeutung des Flugverkehrs für die Schweizer Wirtschaft und den Tourismus.





