Die Glarner Regierung beantragt einen Rahmenkredit von fast 500'000 Franken für Herdenschutzmassnahmen. Dieser Schritt soll die Koexistenz zwischen Landwirtschaft und Wolf in den kommenden Jahren sichern und die Planungssicherheit für die Betriebe bis 2029 gewährleisten. Seit 2022 ist im Kanton ein deutlicher Rückgang der Nutztierrisse zu verzeichnen, was die Wirksamkeit des bestehenden Herdenschutzes unterstreicht.
Wichtige Punkte
- Glarner Regierung beantragt Rahmenkredit von 497'000 Franken für Herdenschutz.
- Massnahmen sollen Planungssicherheit für Betriebe bis 2029 bieten.
- Deutlicher Rückgang der Wolfsrisse seit 2022 bestätigt Wirksamkeit.
- Unterstützung für Zaunmaterial, Herdenschutzhunde und Hirtenunterkünfte.
- Bund soll Verantwortung für Koexistenz von Landwirtschaft und Wolf übernehmen.
Erfolgreicher Herdenschutz im Kanton Glarus
Die aktuellen Zahlen zeigen einen positiven Trend. Im Jahr 2022 wurden noch 90 tödliche Wolfsrisse bei Schafen und Ziegen registriert. Diese Zahl sank 2023 auf 22 Tiere und im Jahr 2024 auf lediglich vier. Für das laufende Jahr 2025 sind bisher nur drei Risse dokumentiert. Dieser Rückgang ist ein direktes Ergebnis der gezielten Herdenschutzmassnahmen, die im Kanton Glarus umgesetzt wurden.
Die Glarner Staatskanzlei betonte, dass der funktionierende Herdenschutz massgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen hat. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass präventive Massnahmen wie robuste Zäune und der Einsatz von Herdenschutzhunden effektiv sind, um Nutztiere vor Wolfsangriffen zu schützen.
Rückgang der Wolfsrisse im Glarnerland
- 2022: 90 tödliche Risse
- 2023: 22 tödliche Risse
- 2024: 4 tödliche Risse
- 2025 (bisher): 3 tödliche Risse
Finanzielle Unterstützung für Landwirte
Der beantragte Rahmenkredit von 497'000 Franken soll die finanzielle Basis für die Fortführung und Stärkung des Herdenschutzes bilden. Davon trägt der Kanton Glarus einen Anteil von 273'000 Franken. Die restlichen Kosten werden vom Bund übernommen.
Zwischen 2022 und 2024 erhielten bereits 45 Betriebe eine Pauschale für Zaunmaterial. Im Jahr 2025 konnten weitere sechs Betriebe von dieser Unterstützung profitieren. Landwirte haben die Möglichkeit, innerhalb von fünf Jahren einmal eine solche Zaunpauschale zu beantragen. Dies bietet eine wichtige Entlastung bei der Anschaffung und Instandhaltung von Schutzzäunen.
Die Aufrechterhaltung der Koexistenz zwischen der Land- und Alpwirtschaft und den Wölfen liegt in der Kompetenz des Bundes. Die beantragte Finanzierung ist zentral für die weitere Stärkung, Professionalisierung und Konsolidierung des Herdenschutzes.
Umfassende Massnahmenpalette
Neben den Beiträgen für Zaunmaterial umfasst der geplante Rahmenkredit weitere Fördermöglichkeiten. Dazu gehören Mittel für den gezielten Einsatz von Herdenschutzhunden. Diese Hunde sind speziell ausgebildet, um Herden zu bewachen und Wölfe fernzuhalten. Ihre Präsenz erhöht die Sicherheit der Nutztiere erheblich.
Auch der Transport und die Miete von mobilen Hirtenunterkünften werden unterstützt. Diese Flexibilität ist besonders wichtig für Sömmerungsbetriebe, die ihre Herden über weite Strecken führen. Sollte eine vorzeitige Rückkehr von der Alp aufgrund einer zu hohen Belastung durch Wolfsangriffe notwendig werden, können die Betriebe zudem eine Futtergeld-Entschädigung erhalten. Dies mindert das finanzielle Risiko für die Landwirte.
Die Rolle des Bundes
Die Glarner Regierung vertritt die klare Haltung, dass die Verantwortung für die Koexistenz von Landwirtschaft und Wolf primär beim Bund liegen sollte. Trotzdem engagiert sich der Kanton aktiv, um die lokalen Betriebe zu unterstützen. Der Verein Herdenschutzhunde Schweiz soll über eine Leistungsvereinbarung stärker gefördert werden, da sich der Bund aus der Zucht und Ausbildung dieser wichtigen Tiere zurückgezogen hat. Diese kantonale Initiative füllt eine wichtige Lücke.
Planungssicherheit für Alpwirtschaft
Die Bereitstellung des Rahmenkredits bis 2029 ist entscheidend für die Planungssicherheit der Ganzjahres- und Sömmerungsbetriebe. Gerade in der Alpwirtschaft sind langfristige Perspektiven unerlässlich, um Investitionen in Herdenschutzmassnahmen tätigen zu können. Die Alpwirtschaft spielt eine wichtige Rolle in der Landschaftspflege und der regionalen Wertschöpfung.
Die kontinuierliche Stärkung des Herdenschutzes ist nicht nur für den Schutz der Nutztiere von Bedeutung. Sie trägt auch dazu bei, Konflikte zu minimieren und die Akzeptanz des Wolfes in der Region zu erhöhen. Ein gut funktionierender Herdenschutz ermöglicht ein friedliches Nebeneinander von Mensch, Nutztier und Wildtier.
Zukunft des Herdenschutzes
Die geplanten Massnahmen zielen darauf ab, den Herdenschutz im Glarnerland weiter zu professionalisieren und zu konsolidieren. Dies beinhaltet nicht nur finanzielle Hilfen, sondern auch die Förderung von Wissen und Erfahrungsaustausch unter den Landwirten. Schulungen für den Umgang mit Herdenschutzhunden und die Implementierung neuer Schutztechniken sind ebenso Teil dieser Strategie.
Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kanton, Bund und den betroffenen Betrieben soll sichergestellt werden, dass die Alpwirtschaft auch in Zukunft nachhaltig und sicher betrieben werden kann. Der Erfolg der letzten Jahre gibt Anlass zur Hoffnung, dass diese Strategie weiterhin Früchte tragen wird.





