Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat im Auftrag des Kantons Zürich eine Machbarkeitsstudie gestartet. Diese untersucht, wie Photovoltaikanlagen (Agri-PV) sinnvoll auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt werden können. Zehn ausgewählte Betriebe im Kanton erhalten individuelle Abklärungen, um das Potenzial dieser Technologie zu erforschen.
Wichtige Erkenntnisse
- Die ZHAW untersucht den Einsatz von Agri-PV auf zehn Bauernhöfen im Kanton Zürich.
- Die Studie analysiert technische, agronomische und wirtschaftliche Aspekte.
- Der Kanton Zürich übernimmt 90 Prozent der Kosten der Machbarkeitsstudie.
- Frühere ZHAW-Studien zeigten bereits grosses Potenzial für Agri-PV.
- Das Projekt soll einen Beitrag zur regionalen Energieproduktion leisten.
Individuelle Analyse für zehn Betriebe
Im Rahmen des Projekts «Kompetenz-Booster Agri-PV» begleitet das Departement Life Sciences und Facility Management der ZHAW in Wädenswil zehn landwirtschaftliche Betriebe. Für jeden dieser Betriebe wird eine detaillierte Analyse durchgeführt. Diese umfasst verschiedene Schlüsselfaktoren, die für die erfolgreiche Implementierung von Agri-PV-Anlagen entscheidend sind.
Die Forscher bewerten, welche spezifischen Flächen und Kulturen sich auf den Höfen für die Installation von Photovoltaikanlagen eignen. Gleichzeitig wird das erwartete Ertragspotenzial der Solarmodule geschätzt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Prüfung der bestehenden Netzanschlüsse und der notwendigen Bewilligungen. Diese Faktoren sind entscheidend für die reibungslose Integration der Anlagen in die lokale Infrastruktur.
Faktencheck
- Anzahl Betriebe: 10 landwirtschaftliche Betriebe im Kanton Zürich.
- Kostenübernahme: 90% durch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL).
- Projektname: «Kompetenz-Booster Agri-PV».
Wirtschaftlichkeit und Zusatznutzen im Fokus
Ein zentraler Aspekt der Studie ist die wirtschaftliche Machbarkeit. Es wird genau untersucht, wie rentabel ein Agri-PV-Projekt für die einzelnen Betriebe wäre. Dies beinhaltet die Berechnung der Investitionskosten, der zu erwartenden Stromeinnahmen und der Betriebskosten. Die ZHAW-Experten erstellen hierzu umfassende Wirtschaftlichkeitsberechnungen.
Zusätzlich können die Betriebe optionale Themen prüfen lassen. Dazu gehören zum Beispiel die Integration von Batteriespeichern, um den selbst erzeugten Strom effizienter zu nutzen und die Abhängigkeit vom Stromnetz zu verringern. Auch weitere Zusatznutzen, wie etwa der Schutz von Kulturen vor Hagel oder extremer Sonneneinstrahlung durch die PV-Anlagen, werden in Betracht gezogen.
«Agri-PV bietet eine vielversprechende Möglichkeit, die Landwirtschaft und die Energieproduktion miteinander zu verbinden. Wir wollen den Zürcher Bauernhöfen konkrete Entscheidungsgrundlagen liefern.»
Kanton Zürich unterstützt Energiewende
Die Finanzierung der Machbarkeitsstudie unterstreicht das Engagement des Kantons Zürich für die Energiewende. Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) übernimmt 90 Prozent der anfallenden Kosten. Dies reduziert die finanzielle Hürde für die teilnehmenden Betriebe erheblich und fördert die Bereitschaft, innovative Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien zu prüfen.
Die Studie ist Teil einer breiteren Strategie des Kantons, die lokale Energieproduktion zu stärken und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Agri-PV-Anlagen können dabei eine Schlüsselrolle spielen, da sie die Flächeneffizienz erhöhen, indem sie Landwirtschaft und Stromerzeugung auf derselben Fläche ermöglichen.
Hintergrund Agri-PV
Agri-Photovoltaik (Agri-PV) bezeichnet die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik auf derselben Fläche. Die Solarmodule werden dabei so installiert, dass sie die landwirtschaftliche Nutzung nicht oder nur minimal beeinträchtigen. Dies kann zum Beispiel durch aufgeständerte Anlagen geschehen, unter denen weiterhin Ackerbau oder Viehzucht betrieben wird. Agri-PV bietet das Potenzial, die Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energieerzeugung zu minimieren.
Frühere Studien zeigten deutliches Potenzial
Die aktuellen Untersuchungen bauen auf den Erkenntnissen früherer Studien der ZHAW auf. Bereits diese Vorprojekte, die acht landwirtschaftliche Flächen im Kanton Zürich analysierten, ergaben ein deutliches Potenzial für Agri-PV. Diese früheren Ergebnisse lieferten wichtige Hinweise auf die Machbarkeit und die Vorteile solcher Anlagen unter verschiedenen Gesichtspunkten.
Die ZHAW-Forschenden bewerteten dabei agronomische, technische und wirtschaftliche Aspekte. Sie kamen zu dem Schluss, dass Agri-PV einen wichtigen Beitrag zur Energieproduktion im Kanton Zürich leisten kann. Dies bestärkt die aktuelle Initiative des Kantons und der ZHAW, das Konzept weiter zu vertiefen und in die Praxis umzusetzen.
Vorteile von Agri-PV für die Landwirtschaft
- Doppelnutzung der Fläche: Gleichzeitige Produktion von Lebensmitteln und Strom.
- Schutz der Kulturen: Solarmodule können Pflanzen vor direkter Sonneneinstrahlung, Hagel und Frost schützen.
- Wassermanagement: Reduzierung der Verdunstung und effizientere Wassernutzung.
- Zusätzliches Einkommen: Bauernhöfe können durch den Stromverkauf zusätzliche Einnahmen generieren.
- Schatten für Tiere: Bei Weideflächen bieten die Anlagen Schutz für Nutztiere.
Das Projekt der ZHAW ist ein wichtiger Schritt, um die Vorteile der Agri-PV-Technologie für die Zürcher Landwirtschaft greifbar zu machen. Die individuellen Abklärungen sollen den teilnehmenden Betrieben massgeschneiderte Lösungen aufzeigen und als Modell für zukünftige Projekte dienen. Damit leistet der Kanton Zürich einen weiteren Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung und zur Stärkung der regionalen Landwirtschaft.





