Der Zürcher Bauernverband (ZBV) fordert den sofortigen Abschuss eines Wolfes, der in der vergangenen Woche sieben Schafe in Hausen am Albis gerissen hat. Dies ist bereits der zweite Wolfsangriff im Kanton Zürich innerhalb kurzer Zeit. Der Verband drängt auf rasches Handeln, um die Sicherheit der Nutztierherden zu gewährleisten.
Wichtige Punkte
- Sieben Schafe in Hausen am Albis gerissen.
- Zweiter Wolfsangriff im Kanton Zürich innert kurzer Zeit.
- Zürcher Bauernverband fordert sofortigen Abschuss des Wolfes.
- Kantonale Jagdverwaltung verfügt derzeit nicht über ausreichend Wildhüter für gezielte Wolfsjagd.
- Jagdverordnung erlaubt Abschuss bei sechs gerissenen Tieren in vier Monaten.
Zweiter Wolfsangriff im Kanton Zürich
In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es bei Hausen am Albis zu einem tragischen Vorfall. Ein Wolf riss dort sieben Schafe einer Herde. Dieser Angriff folgt nur wenige Wochen nach einem ähnlichen Ereignis Mitte September, bei dem ein Wolf in Mettmenstetten ein Schaf tötete. Die Häufung solcher Vorfälle beunruhigt die Landwirte in der Region zutiefst.
Der Zürcher Bauernverband reagierte umgehend auf die jüngsten Ereignisse. Er verlangt von den kantonalen Behörden schnellstes Handeln. Die Bauern fühlen sich angesichts der wiederholten Angriffe zunehmend unter Druck gesetzt und fordern konkrete Schutzmassnahmen.
Faktencheck Wolfsrisse
- Ort des jüngsten Risses: Hausen am Albis
- Anzahl gerissener Schafe: 7
- Datum des jüngsten Risses: Nacht von Samstag auf Sonntag (letzte Woche)
- Vorheriger Riss: Mitte September in Mettmenstetten (1 Schaf)
Forderung nach Abschussbewilligung
Die geltende Jagdverordnung bietet klare Kriterien für den Abschuss von Wölfen. Sie erlaubt Abschussbewilligungen für einzelne Wölfe, die innerhalb von vier Monaten mindestens sechs Schafe oder Ziegen töten. Da der jüngste Angriff in Hausen am Albis sieben Tiere betrifft, erfüllt das verantwortliche Tier diese Bedingung eindeutig.
Der ZBV argumentiert, dass der für den jüngsten Angriff verantwortliche Wolf unverzüglich erlegt werden muss. Dies sei nicht nur im Sinne der betroffenen Landwirte, sondern auch zur Prävention weiterer Schäden unerlässlich. Die Angst vor weiteren Rissen ist unter den Bauern gross.
«Wir können nicht tatenlos zusehen, wie unsere Herden dezimiert werden. Der Schutz unserer Nutztiere muss Priorität haben.»
Sprecher des Zürcher Bauernverbandes
Herausforderungen bei der Umsetzung
Ein zentrales Problem bei der Umsetzung dieser Forderung liegt in den aktuellen Kapazitäten des Kantons Zürich. Laut Mitteilung des ZBV verfügt der Kanton derzeit nicht über ausreichend Wildhüter, die eine gezielte Wolfsjagd durchführen könnten. Dies stellt ein erhebliches Hindernis dar, selbst wenn eine Abschussbewilligung erteilt wird.
Hintergrund: Wolf in der Schweiz
Der Wolf ist in der Schweiz eine geschützte Art. Sein Bestand hat in den letzten Jahren zugenommen, was zu Konflikten mit der Landwirtschaft führt. Herdenschutzmassnahmen wie Zäune und Herdenschutzhunde sind wichtige Instrumente, stossen aber in bestimmten Regionen oder bei besonders dreisten Wölfen an ihre Grenzen. Die Diskussion um den Wolfsbestand und dessen Regulierung ist politisch und emotional aufgeladen.
Der ZBV fordert daher, dass der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung rasch genügend Wildhüter zur Verfügung gestellt werden. Nur so könne der Kanton effektiv handeln, wenn es zu Konflikten mit Wölfen kommt. Die Ausbildung und Ausstattung von spezialisierten Wildhütern ist ein aufwendiger Prozess, der Zeit benötigt.
Herdenschutzmassnahmen und deren Grenzen
Die Landwirte im Kanton Zürich setzen bereits verschiedene Herdenschutzmassnahmen ein. Dazu gehören spezielle Zäune und in einigen Fällen auch Herdenschutzhunde. Diese Massnahmen sollen die Tiere vor Wolfsangriffen schützen. Der Vorfall in Hausen am Albis zeigt jedoch, dass auch gut geschützte Herden nicht immer sicher sind.
Experten betonen, dass ein umfassender Herdenschutz eine Kombination aus verschiedenen Massnahmen erfordert. Doch in Gebieten mit hoher Wolfsaktivität oder bei Wölfen, die gelernt haben, Schutzmassnahmen zu umgehen, wird die Situation für die Bauern zunehmend schwieriger. Die Forderung nach Regulierung des Wolfsbestandes wird in solchen Fällen lauter.
Politische Debatte um den Wolf
Die Diskussion um den Umgang mit dem Wolf ist in der Schweiz seit Jahren ein heikles Thema. Umweltschutzorganisationen betonen die Bedeutung des Wolfes für das Ökosystem und fordern den Fokus auf Herdenschutz. Bauernverbände hingegen sehen die Existenz ihrer Betriebe bedroht und verlangen pragmatische Lösungen, einschliesslich der Möglichkeit zum Abschuss.
Der jüngste Vorfall in Hausen am Albis wird die politische Debatte weiter anheizen. Es wird erwartet, dass die Forderungen nach einer Anpassung der kantonalen und nationalen Strategie im Umgang mit dem Wolf zunehmen werden. Eine schnelle und effektive Lösung ist gefragt, um sowohl den Artenschutz als auch die Interessen der Landwirtschaft zu berücksichtigen.
Der Kanton Zürich steht nun vor der Herausforderung, schnell zu handeln und gleichzeitig eine nachhaltige Strategie für das Zusammenleben von Mensch, Nutztier und Wolf zu entwickeln. Dies erfordert nicht nur politische Entschlossenheit, sondern auch die Bereitstellung notwendiger Ressourcen.





