Die Stadt Zürich plant, ab März des kommenden Jahres einen 450 Meter langen Abschnitt des rechten Sihluferbereichs auf der Allmend Brunau für Hunde zu sperren. Diese Ankündigung hat bei Hundebesitzern und -besitzerinnen für erheblichen Widerstand gesorgt. Innerhalb der Einsprachefrist sind rund 190 Einsprachen beim Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich eingegangen, die eine Neubeurteilung der geplanten Massnahme fordern.
Wichtige Punkte
- Die Stadt Zürich plant ein Hundeverbot auf 450 Metern am rechten Sihlufer ab März.
- Rund 190 Einsprachen wurden von Hundebesitzern eingereicht.
- Befürworter des Verbots nennen Bevölkerungszunahme und eine Umfrage als Gründe.
- Kritiker bezeichnen die Massnahme als weltfremd und fordern freien Zugang zur Sihl.
- Die Allmend Brunau ist eine der grössten Freilaufzonen für Hunde in Zürich.
Das geplante Hundeverbot an der Sihl
Die geplante Verbotszone betrifft einen spezifischen Abschnitt des rechten Sihluferbereichs auf der Allmend Brunau. Ab März des nächsten Jahres soll dieser Bereich für Hunde nicht mehr zugänglich sein. Die Stadt Zürich begründet diese Massnahme mit verschiedenen Faktoren, darunter das starke Wachstum des nahegelegenen Quartiers Manegg.
Zudem beruft sich die Stadt auf eine Bevölkerungsbefragung aus dem Jahr 2023. Diese Umfrage soll gezeigt haben, dass ein hundefreier Zugang zum Fluss von der Bevölkerung gewünscht wird. Die Behörden sehen darin eine Notwendigkeit, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden und potenzielle Konflikte zu minimieren.
Faktencheck
- 450 Meter: Die Länge des betroffenen Sihluferabschnitts.
- März 2027: Der geplante Starttermin für das Hundeverbot.
- 190 Einsprachen: Anzahl der eingereichten Begehren um Neubeurteilung.
- 2023: Das Jahr der Bevölkerungsbefragung, die als Begründung dient.
Widerstand der «Hündeler» formiert sich
Die Pläne der Stadt stossen bei vielen Hundebesitzern auf grosses Unverständnis. Sie argumentieren, die Sihl sei kein typischer Badefluss und die geplante Verbotszone umfasse genau den Bereich, wo Hunde heute unkompliziert ins Wasser gelangen könnten. Besonders in Hitzeperioden sei dieser Zugang von entscheidender Bedeutung für das Wohl der Tiere. Die Allmend Brunau gilt als eine der grössten und wichtigsten Freilaufzonen für Hunde in Zürich.
Der SVP-Gemeinderat Johann Widmer, selbst Dackelhalter, koordiniert den Widerstand. Er hat eine Website ins Leben gerufen, auf der Hundebesitzer Vorlagen für Einsprachen herunterladen konnten. Widmer bezeichnet den Entscheid der Stadt als «weltfremd».
«Die geplante Verbotszone umfasst genau jenen Abschnitt der Sihl, an dem Hunde heute unkompliziert ins Wasser gelangen können. Gerade während Hitzeperioden ist dieser Zugang von grosser Bedeutung.»
Salar Bahrampoori, Fernsehmoderator und Organisator einer Demonstration
Er weist darauf hin, dass Hunde vom gegenüberliegenden Ufer problemlos in die hundefreie Zone schwimmen könnten. Widmer hat sogar angedroht, das Verbot zu ignorieren oder die Allmend zu «besetzen», sollte die Stadt an ihren Plänen festhalten.
Alternativen und bestehende Einschränkungen
Die Stadt schlägt als Alternative für Hundebesitzer das linke Sihlufer vor. Dieses ist jedoch nach Ansicht der Kritiker suboptimal. Es liegt in der prallen Sonne und nur wenige Meter vom Waldrand entfernt. Das hätte zur Folge, dass Hunde von April bis Juni an der Leine geführt werden müssten, um Wildtiere zu schützen. Dies würde die Freilaufmöglichkeiten erheblich einschränken.
Die Allmend Brunau ist bereits heute nicht gänzlich uneingeschränkt nutzbar. Eine grosse Wiese ist als «Erholungszone» eingezäunt und für Hunde tabu. Auch bei den Sportplätzen dürfen Hunde nicht mitgeführt werden. Diese bestehenden Einschränkungen zeigen, dass die Nutzung der Allmend bereits reguliert ist, was die Argumente der Hundebesitzer zusätzlich stärkt.
Hintergrund der Allmend Brunau
Die Allmend Brunau ist ein beliebtes Naherholungsgebiet in Zürich. Sie bietet weite Grünflächen und ist bekannt für ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, darunter Sport, Erholung und Hundefreilauf. Ihre zentrale Lage und die Grösse machen sie zu einem wichtigen Ort für die städtische Bevölkerung und ihre Haustiere.
Nächste Schritte im Verfahren
Die eingereichten Einsprachen werden nun vom Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich geprüft. Es bleibt abzuwarten, welche Argumente Gewicht erhalten und ob die Stadt ihre ursprünglichen Pläne anpasst. Die Möglichkeit, dass Einsprachen zurückgezogen werden, besteht, könnte die endgültige Zahl der Begehren noch leicht verändern. Sollte es zu keiner Einigung kommen, wäre die nächste Instanz der Statthalter.
Die Debatte um den Zugang zur Sihl spiegelt einen grösseren Konflikt wider: den Kampf um knappe öffentliche Räume in einer wachsenden Stadt. Die Interessen verschiedener Nutzergruppen müssen abgewogen werden, was oft zu Diskussionen und Kompromisssuchen führt. Die Entscheidung in diesem Fall wird zeigen, wie die Stadt Zürich mit diesen Herausforderungen umgeht und ob sie eine Lösung findet, die allen Beteiligten gerecht wird.
Die Hundebesitzer betonen, dass die Allmend für alle da sein sollte. Sie sehen ein Anrecht für ihre Hunde, sich auf einer grossen Fläche frei austoben zu können. Diese Argumentation wird ein zentraler Punkt in der weiteren Prüfung der Einsprachen sein.





