In Embrach steht die jährliche Amphibienwanderung bevor, eine kritische Zeit für Frösche, Kröten und Molche. Tausende Tiere begeben sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern, müssen dabei aber stark befahrene Strassen überqueren. Die Gefahr, unter die Räder zu kommen, ist gross. Freiwillige sind gefragt, um die Amphibien sicher über die Strassen zu bringen und so die lokale Artenvielfalt zu schützen.
Wichtige Punkte
- Tausende Amphibien wandern ab Februar in Embrach.
- Strassenüberquerungen stellen eine tödliche Gefahr dar.
- Schutzzäune und Eimer werden aufgestellt.
- Dringender Bedarf an freiwilligen Helfern für morgendliche und abendliche Kontrollen.
- Engagement schützt die einheimische Artenvielfalt.
Gefährliche Reise zu den Laichgewässern
Jedes Jahr, sobald die Temperaturen steigen, beginnt in der Region Embrach ein Naturphänomen, das für viele Amphibien zur tödlichen Falle wird. Frösche, Kröten und Molche erwachen aus ihrer Winterstarre und machen sich auf den Weg zu ihren Laichplätzen. Diese Gewässer sind essenziell für ihre Fortpflanzung.
Der Weg dorthin führt die Tiere jedoch oft über asphaltierte Strassen. Besonders kritisch ist die Situation im Gebiet um den Sportplatz, speziell entlang des Ziegelhütten- und Bilgwegs. Hier ist die Verkehrsbelastung hoch, und unzählige Amphibien verlieren ihr Leben.
Faktencheck Amphibienwanderung
- Startzeitpunkt: Erfahrungsgemäss ab Februar, sobald die Temperaturen milder werden.
- Betroffene Arten: Frösche, Kröten, Molche.
- Hauptgefahr: Überfahrenwerden auf Strassen.
- Kritische Zonen: Strassen in der Nähe von Laichgewässern.
Schutzzäune und Eimer als Lebensretter
Um die Amphibien vor dem Strassentod zu bewahren, werden ab Februar spezielle Schutzzäune errichtet. Diese Zäune lenken die wandernden Tiere entlang der Strasse. In regelmässigen Abständen werden entlang dieser Zäune Eimer in den Boden eingelassen.
Die Amphibien, die versuchen, ein Durchkommen zu finden, fallen in diese Eimer. Dort warten sie sicher, bis freiwillige Helfer sie aufnehmen und über die Strasse zu den Laichgewässern bringen. Dieses System hat sich bewährt, um Tausenden von Tieren das Überleben zu sichern.
„Jedes Jahr sehen wir, wie viele Tiere gerettet werden können. Ohne die Zäune und die täglichen Kontrollen wäre der Verlust noch viel grösser.“
Der tägliche Einsatz der Freiwilligen
Die Eimer müssen zweimal täglich kontrolliert werden: einmal am Morgen und einmal am Abend. Dies ist wichtig, da die Amphibien hauptsächlich in der Dämmerung und nachts wandern. Unabhängig von Wind und Wetter sind engagierte Menschen unterwegs, um die Tiere aus den Eimern zu befreien und sicher zu transportieren.
Dieser Einsatz ist körperlich fordernd und erfordert Beständigkeit. Die Freiwilligen leisten einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt der lokalen Biodiversität. Ihr Engagement ermöglicht es, dass die Populationen der Frösche, Kröten und Molche nicht weiter dezimiert werden.
Hintergrund: Warum wandern Amphibien?
Amphibien kehren jedes Jahr zu den Gewässern zurück, in denen sie selbst geschlüpft sind, um dort ihre Eier abzulegen. Dieser Instinkt ist tief in ihrem Erbgut verankert. Die Wanderung ist ein natürlicher Teil ihres Lebenszyklus und entscheidend für den Fortbestand ihrer Art. Viele dieser Laichgewässer sind durch Urbanisierung und Strassenbau isoliert worden, was die Überquerung von gefährlichen Barrieren notwendig macht.
Dringender Ruf nach Unterstützung
Das bestehende Team von Helfern in Embrach stösst an seine Grenzen. Um die täglichen Kontrollen und den sicheren Transport der Amphibien gewährleisten zu können, wird dringend weitere Unterstützung benötigt. Jeder Beitrag, sei er auch noch so klein, hilft, diese wichtige Aufgabe zu erfüllen.
Wer sich engagieren möchte, muss keine Vorkenntnisse mitbringen. Eine kurze Einführung genügt, um die Aufgaben zu verstehen. Wichtig sind Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, bei jedem Wetter draussen zu sein. Es ist eine Gelegenheit, aktiv zum Naturschutz beizutragen und die faszinierende Welt der Amphibien kennenzulernen.
Wie man helfen kann
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich direkt bei der kantonalen Koordination der Amphibienzugstellen melden. Die Ansprechpartnerin ist Monique Peters von SKK Landschaftsarchitekten. Sie koordiniert die Einsätze und gibt weitere Informationen zur Aktion.
Es ist jetzt der richtige Moment, sich zu engagieren. Die Aktion startet, sobald die Temperaturen milder werden, was erfahrungsgemäss ab Februar der Fall ist. Wer sich frühzeitig meldet, kann optimal eingearbeitet werden und ist bereit, wenn die Wanderung beginnt.
Kontakt für Freiwillige:
- Telefon: 056 437 30 23
- E-Mail: monique.peters@skk.ch
Der Schutz der einheimischen Artenvielfalt ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Durch freiwilliges Engagement können wir sicherstellen, dass auch zukünftige Generationen die Frösche, Kröten und Molche in unserer Region erleben können. Ihre Hilfe ist entscheidend, um den Amphibien in Embrach eine sichere Wanderung zu ermöglichen.





