Der Zoo Zürich beobachtet bei seinen Kleinen Pandas Anzeichen, die auf bevorstehenden Nachwuchs hindeuten. Das Weibchen zeigt verstärkten Nestbautrieb und ungewöhnliche Aktivität. Diese Beobachtungen geben den Tierpflegern Hoffnung auf eine erfolgreiche Zucht.
Wichtige Punkte
- Kleine Pandas im Zoo Zürich zeigen Paarungsverhalten.
- Weibchen baut intensiv Nester, ein Zeichen für mögliche Trächtigkeit.
- Gewissheit über Nachwuchs wird frühestens im Mai erwartet.
- Kleine Pandas sind in der Natur stark bedroht.
- Handel mit Heimtieren durch Social Media befeuert illegale Jagd.
Paarungszeit und Nestbau
Die Paarungszeit der Kleinen Pandas fällt traditionell in die Wintermonate. In dieser Zeit interessieren sich die sonst eher einzelgängerischen Tiere füreinander. Im Zoo Zürich konnten die Tierpfleger Anfang Januar mehrfach beobachten, wie sich das Zuchtpaar annäherte und paarte.
Besonders auffällig ist das Verhalten des Weibchens. Es ist derzeit sehr aktiv mit dem Nestbau beschäftigt. In seiner Bruthöhle sammelt es kleine Äste und reichlich Stroh. Dieses intensive Engagement beim Nestbau und die erhöhte Aktivität am Tag sind deutliche Hinweise, dass Nachwuchs unterwegs sein könnte.
"Der verstärkte Drang zum Nestbau und die hohe Aktivität am Tag, der meist schlafenden Kleinen Pandas, deutet darauf hin, dass Babys unterwegs sind", so eine Sprecherin des Zoo Zürich.
Interessanter Fakt
Kleine Pandas sind während des grössten Teils des Jahres Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit suchen sie die Nähe zueinander.
Erfolgreiche Annäherung im Zoo Zürich
Nach anfänglicher Skepsis, ob es bei dem Zuchtpaar "funken" würde, haben die Beobachtungen der Tierpfleger dies bestätigt. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden mehrere Paarungen dokumentiert. Kurz darauf liess das Weibchen keine weiteren Annäherungen des Männchens mehr zu.
Diese Verhaltensänderung ist ein gutes Zeichen. Sie deutet darauf hin, dass die Paarung erfolgreich war und das Weibchen möglicherweise trächtig ist. Die beiden Tiere leben seit letzter Woche wieder getrennt, was dem natürlichen Verhalten der Art entspricht.
Warten auf Gewissheit
Ob es tatsächlich Nachwuchs gibt, wird sich frühestens im Mai zeigen. Die Tragzeit bei Kleinen Pandas ist variabel und liegt zwischen 112 und 158 Tagen. Diese lange Spanne erfordert Geduld von den Tierpflegern und Besuchern des Zoos.
Der Zoo Zürich ist der einzige Zoo in der Schweiz, der ein Zuchtpaar Kleiner Pandas beherbergt. Ein erfolgreicher Nachwuchs wäre daher ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser bedrohten Art.
Hintergrundinformation
Der Kleine Panda, auch Roter Panda genannt, ist trotz seines Namens nicht eng mit dem Riesenpanda verwandt. Er gehört zu einer eigenen Familie, den Ailuridae.
Bedrohung in der Natur
In ihrem natürlichen Lebensraum sind Kleine Pandas stark bedroht. Sie leben in den Bergwäldern des Himalayas, von Nepal und Bhutan bis in die Bambuswälder Chinas. Ihr Bestand ist in den letzten 20 Jahren dramatisch zurückgegangen.
Hauptgründe für diesen Rückgang sind der Verlust und die Fragmentierung ihres Lebensraums. Rodungen für Landwirtschaft und Siedlungen zerstören die Wälder, die sie zum Überleben brauchen. Auch der Klimawandel spielt eine Rolle.
- Verlust des Lebensraums: Schätzungen zufolge ist der Lebensraum der Kleinen Pandas in den letzten zwei Jahrzehnten um bis zu 50 Prozent geschrumpft.
- Fragmentierung: Die verbleibenden Waldgebiete sind oft isoliert, was den genetischen Austausch erschwert und die Populationen anfälliger macht.
Auswirkungen von Social Media
Ein weiterer beunruhigender Faktor ist die Verbreitung "süßer" Panda-Bilder in den sozialen Medien. Diese Bilder heizen die Nachfrage nach Kleinen Pandas als Haustiere an. Dies wiederum fördert die illegale Jagd und den Handel mit der bedrohten Art auf dem Schwarzmarkt.
Organisationen weltweit kämpfen gegen diesen Trend und versuchen, das Bewusstsein für die Gefahren des illegalen Tierhandels zu schärfen. Zoologische Gärten wie der Zoo Zürich tragen durch Zuchtprogramme und Bildungsarbeit zum Schutz der Art bei.
Bestandssituation
Der Kleine Panda wird von der IUCN als "stark gefährdet" eingestuft. Es wird geschätzt, dass weniger als 10.000 erwachsene Individuen in freier Wildbahn leben.
Zukunft der Kleinen Pandas
Die Bemühungen von Zoos wie dem in Zürich sind entscheidend für den Erhalt des Kleinen Pandas. Jede erfolgreiche Geburt in Gefangenschaft stärkt die Reservepopulation und kann langfristig dazu beitragen, die Art vor dem Aussterben zu bewahren.
Der Zoo Zürich engagiert sich auch in Schutzprojekten vor Ort in den Herkunftsländern der Tiere. Diese Projekte zielen darauf ab, den Lebensraum zu schützen und die lokale Bevölkerung für den Artenschutz zu sensibilisieren.
Mit Spannung blicken die Mitarbeiter des Zoos und Tierfreunde nun dem Mai entgegen, in der Hoffnung, bald süßen Nachwuchs begrüßen zu dürfen. Ein gesundes Jungtier wäre ein kleiner Sieg im Kampf gegen das Aussterben dieser faszinierenden Tiere.





