Der Thurgauer Küchenbauer Forster aus Arbon, der im Jahr 2025 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, richtet sich ab Anfang 2026 neu aus. Diese Neuausrichtung beinhaltet einen Wechsel an der Spitze des Unternehmens, nachdem der bisherige CEO Daniel Pedrett seine befristete Aufgabe beendet hat. Die operative Führung wird nun von Daniele Cerfeda übernommen, einem Mitglied der Familie, die das Unternehmen rettete.
Wichtige Punkte
- Forster Küchenbau startet 2026 unter neuer Führung.
- Daniele Cerfeda übernimmt die operative Leitung als neuer CEO.
- Der vorherige CEO Daniel Pedrett beendet sein befristetes Mandat.
- Die Neuausrichtung folgt auf eine tiefgreifende Restrukturierung im Jahr 2025.
- Ein Viertel der Mitarbeitenden verlor im Rahmen der Restrukturierung ihre Stelle.
Wechsel an der Unternehmensspitze
Daniel Pedrett, der zuvor als CEO die Stabilisierung und Neuausrichtung des Unternehmens leitete, hat sein befristetes Mandat beendet. Seine Aufgabe war es, den Küchenbauer Forster durch eine schwierige Phase zu führen. Nach nur fünf Monaten im Amt übergibt er nun die Verantwortung.
Die operative Führung übernimmt mit sofortiger Wirkung Daniele Cerfeda. Er ist der Cousin von Giovanni Cerfeda aus Winterthur, der als Retter des Unternehmens gilt. Daniele Cerfeda war bereits für die Finanzen des Unternehmens verantwortlich und wird den Betrieb gemeinsam mit dem bestehenden Team weiterführen.
Kurz gesagt
Die Familie Cerfeda übernimmt nun nicht nur die Eigentümerschaft, sondern auch die volle operative Kontrolle des Küchenbauers Forster.
Das neue Führungsteam der Forster Manufaktur AG
Mit der Neuausrichtung geht auch eine Ergänzung des Managements der nun als Forster Manufaktur AG firmierenden Gesellschaft einher. Felix Posavec tritt als neuer Finanzchef ins Unternehmen ein und wird die finanzielle Steuerung verantworten.
Für den Bereich IT ist Hans-Rudolf Nyfeler zuständig. Dejan Skaljac übernimmt die Position des Vertriebsleiters und wird den Sales-Bereich neu ausrichten. Lorenz Jordi bleibt weiterhin für die Produktion verantwortlich, während Sandra Grüninger den Personalbereich leitet. Dieses Team soll die Zukunft des Traditionsunternehmens sichern.
„Die Neuaufstellung soll das Unternehmen mit schlanker Führung neu ausrichten und die Marke Forster wieder klar auf Qualität positionieren“, heisst es in einer Mitteilung.
Hintergrund der Restrukturierung im Jahr 2025
Die aktuelle Neuaufstellung ist eine direkte Folge einer tiefgreifenden Restrukturierung im Jahr 2025. Die Forster Swiss Home AG geriet in finanzielle Turbulenzen, was Mitte Mai zu einer provisorischen Nachlassstundung führte. Diese Massnahme war notwendig, um das Unternehmen vor dem Konkurs zu bewahren und eine tragfähige Lösung zu finden.
Ende Juni 2025 wurde dann eine Auffanglösung umgesetzt. Eine neue Gesellschaft, getragen vom bisherigen Aktionär und Verwaltungsrat Giovanni Cerfeda, übernahm den Betrieb per 1. Juli. Das Bezirksgericht Arbon hatte dieser Übernahme zuvor zugestimmt und damit den Weg für die Sanierung geebnet.
Hintergrundinformationen
Die Forster Swiss Home AG ist bekannt für die Herstellung von Stahlküchen. Das Unternehmen hat eine lange Tradition im Schweizer Küchenbau und steht für Qualität und Design. Die finanziellen Schwierigkeiten im Jahr 2025 waren ein signifikanter Einschnitt in der Unternehmensgeschichte.
Arbeitsplatzabbau und Neuausrichtung
Im Rahmen der Auffanglösung mussten alte Verbindlichkeiten nicht übernommen werden. Dies war ein wichtiger Schritt zur finanziellen Entlastung des Unternehmens. Allerdings hatte die Restrukturierung auch gravierende Folgen für die Belegschaft.
Rund ein Viertel der damals 135 Mitarbeitenden verlor ihre Stelle. Dies entsprach etwa 34 Arbeitsplätzen. Die anderen Mitglieder des Verwaltungsrats sowie die übrigen Aktionäre waren an der neuen Firma nicht mehr beteiligt. Diese Massnahmen waren Teil des Plans, das Unternehmen zu verschlanken und zukunftsfähig zu machen.
- 135 Mitarbeitende waren vor der Restrukturierung beschäftigt.
- Ein Viertel davon, also etwa 34 Personen, verloren ihre Anstellung.
- Die Neuausrichtung zielt auf eine schlankere Führung ab.
- Die Marke Forster soll wieder klar auf Qualität positioniert werden.
Die Übernahme durch die Familie Cerfeda und die damit verbundene Umstrukturierung signalisieren einen Neuanfang für den Thurgauer Küchenbauer. Mit einem neuen Führungsteam und einer klaren strategischen Ausrichtung hofft die Forster Manufaktur AG, die Herausforderungen der Vergangenheit zu überwinden und sich wieder als starker Akteur im Markt zu etablieren.
Zukunftsaussichten und Marktpositionierung
Die Neuausrichtung von Forster konzentriert sich auf die Wiederherstellung des Markenimages und die Stärkung der Produktqualität. Die Stahlküchen von Forster haben einen Ruf für Langlebigkeit und Präzision. Das neue Management wird diese Werte in den Vordergrund stellen, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen und neue Märkte zu erschliessen.
Die Integration von Giovanni Cerfeda, dem Retter des Unternehmens, und Daniele Cerfeda in die operative Führung zeigt das starke Engagement der Familie. Dieser persönliche Einsatz ist oft ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Sanierungsprozessen in Familienunternehmen.
Wichtige Zahlen
Die Sanierung umfasste nicht nur den Abbau von Arbeitsplätzen, sondern auch die Nichtübernahme alter Verbindlichkeiten, was dem Unternehmen einen finanziellen Neustart ermöglichte.
Die Konzentration auf das Kerngeschäft und eine effiziente Kostenstruktur sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Forster Manufaktur AG langfristig sichern. Die Branche der Küchenhersteller ist umkämpft, doch mit einer klaren Positionierung auf Qualität und Schweizer Handwerk will Forster seinen Platz behaupten.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese strategische Neuausrichtung die gewünschten Erfolge bringt und Forster wieder zu alter Stärke zurückfindet. Die ersten Schritte sind gemacht, und die Weichen für einen Neuanfang gestellt.





