Schweizer Sparerinnen und Sparer müssen sich auf weiterhin sinkende Zinsen einstellen. Ein aktueller Vergleich zeigt, dass viele Banken kaum noch Zinsen auf Sparkonten zahlen. Die Unterschiede zwischen den Instituten sind dabei bemerkenswert gross.
Wichtige Erkenntnisse
- Durchschnittlicher Sparzins liegt bei 0,11 Prozent.
- Einige Banken bieten gar keine Zinsen mehr an.
- Regionalbanken zahlen oft höhere Zinsen als Grossbanken.
- Smartphone-Banken haben ihre ehemals guten Konditionen reduziert.
Durchschnittlicher Sparzins fällt auf 0,11 Prozent
Der durchschnittliche Zinssatz für Sparkonten in der Schweiz ist weiter gefallen. Aktuell erhalten erwachsene Sparer im Schnitt nur noch 0,11 Prozent Zinsen auf ihr Guthaben. Das bedeutet, dass ein Betrag von 1000 Franken pro Jahr lediglich 1,10 Franken Zinsen einbringt.
Noch vor einem halben Jahr lag dieser Durchschnittswert bei 0,18 Prozent. Dieser Rückgang zeigt einen klaren Trend: Das Sparen wird in der Schweiz immer weniger attraktiv, zumindest was die reinen Zinserträge betrifft.
Faktencheck Sparzinsen
- Aktueller Durchschnitt: 0,11 %
- Verzinsung pro 1000 CHF: 1,10 CHF pro Jahr
- Rückgang: Von 0,18 % vor sechs Monaten
Grosse Unterschiede zwischen den Banken
Trotz des allgemeinen Rückgangs gibt es weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bankinstituten. Ein Vergleich von 85 Schweizer Banken zeigt, dass Regionalbanken oft die besten Konditionen bieten.
Beispielsweise offeriert die Waadtländer Caisse d'Epargne d'Aubonne einen Sparzins von 1 Prozent. Allerdings ist dieser attraktive Satz an eine Bedingung geknüpft: Pro Jahr können maximal 10'000 Franken ohne Kündigungsfrist bezogen werden. Solche Einschränkungen sind bei höheren Zinsen oft üblich.
Regionalbanken an der Spitze
Neben der Caisse d'Epargne d'Aubonne bieten auch andere Regionalbanken vergleichsweise gute Zinsen. Die Ersparniskasse Rüeggisberg zahlt 0,4 Prozent, und die Bank EKI liegt bei 0,3 Prozent. Diese Zahlen stehen in deutlichem Kontrast zu den Angeboten der grösseren Finanzinstitute.
"Die Wahl der richtigen Bank kann für Sparer einen erheblichen Unterschied ausmachen, auch wenn das Zinsniveau insgesamt niedrig ist."
Tiefere Zinsen bei Grossbanken und Kantonalbanken
Die grösseren Banken in der Schweiz liegen bei den Sparzinsen deutlich unter dem Niveau der Regionalbanken. Die Basler Kantonalbank bietet immerhin noch 0,1 Prozent Zinsen auf Sparkonten und gehört damit zu den besseren der grösseren Institute.
Die Raiffeisen-Banken, die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und die Grossbank UBS gewähren ihren Sparern einen Zins von 0,05 Prozent. Dies ist ein sehr geringer Betrag, der kaum einen Anreiz zum Sparen schafft.
Hintergrund der Zinssenkungen
Die anhaltend niedrigen Zinsen sind eine Folge der globalen und nationalen Geldpolitik. Zentralbanken halten die Leitzinsen oft tief, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dies wirkt sich direkt auf die Sparzinsen aus, da Banken weniger für die Einlagen ihrer Kunden zahlen müssen.
Postfinance und Smartphone-Banken ohne Zinsen
Am unteren Ende der Skala befindet sich Postfinance. Das Unternehmen zahlt auf Sparkonten für Erwachsene derzeit gar keinen Zins. Dies bedeutet für Kunden, dass ihr Sparguthaben über die Zeit keinen Wertzuwachs durch Zinsen erfährt.
Auch die einst als attraktiv geltenden Smartphone-Banken haben ihre Konditionen angepasst. Während Zak noch einen Sparzins von 0,1 Prozent bietet, zahlen die Schweizer Marktführer Yuh und Neon ebenfalls keine Zinsen mehr auf Sparguthaben. Dies ist eine Abkehr von früheren Angeboten, bei denen diese digitalen Banken noch mit vergleichsweise guten Zinssätzen warben, um Kunden zu gewinnen.
Entwicklung bei Smartphone-Banken
- Zak: Bietet noch 0,1 % Sparzins.
- Yuh: Keine Zinsen mehr auf Sparguthaben.
- Neon: Keine Zinsen mehr auf Sparguthaben.
Was bedeutet das für Sparer?
Für Sparerinnen und Sparer in der Schweiz bedeutet diese Entwicklung, dass sie ihre Anlagestrategien überdenken müssen. Das klassische Sparkonto dient immer mehr der reinen Aufbewahrung von Geld und weniger der Vermögensvermehrung.
Es lohnt sich, die Angebote verschiedener Banken genau zu vergleichen und auch alternative Anlagemöglichkeiten in Betracht zu ziehen, wenn das Ziel eine Rendite über der Inflationsrate ist. Die Unterschiede zwischen den Instituten sind so gross, dass ein Wechsel der Bank oder des Kontotyps finanziell sinnvoll sein kann.
Experten raten dazu, nicht nur den Zinssatz, sondern auch die Bedingungen wie Bezugslimiten oder Kündigungsfristen genau zu prüfen, um die optimale Lösung für die eigenen Bedürfnisse zu finden. Ein genaues Hinschauen ist in der aktuellen Zinslandschaft wichtiger denn je.





