Der US-Elektroautohersteller Tesla hat in der Schweiz einen deutlichen Rückschlag erlitten. Im vergangenen Monat war erstmals seit Jahren kein einziges Tesla-Modell mehr unter den zehn meistverkauften Elektro-Neuwagen zu finden. Diese Entwicklung markiert eine Zäsur für das Unternehmen, das lange Zeit als Synonym für Elektromobilität galt.
Wichtige Erkenntnisse
- Tesla ist im Januar 2026 erstmals aus den Top 10 der meistverkauften E-Autos in der Schweiz gefallen.
- Nur 83 Tesla-Fahrzeuge wurden im Januar neu zugelassen, ein Rückgang von zwei Dritteln gegenüber dem Vorjahr.
- Im Gesamtjahr 2025 sanken die Tesla-Absätze in der Schweiz um über ein Viertel.
- Europäische Hersteller wie Škoda, Volvo und BMW dominieren nun die Rangliste.
- Experten nennen veraltete Modelle, fehlende Innovation und eine unzureichende Modellpalette als Gründe für den Rückgang.
Europäische Hersteller übernehmen die Führung
Die aktuellen Zahlen des Importeurverbands Auto-Schweiz zeigen eine klare Verschiebung im Schweizer Markt für Elektrofahrzeuge. An der Spitze der Verkaufsrangliste stehen nun europäische Modelle. Der Škoda Enyaq und der neue Škoda Elroq führen das Feld an.
Direkt dahinter folgen der Volvo EX30 und der BMW X1. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass etablierte Automobilhersteller aus Europa ihre Präsenz im Elektrosegment deutlich verstärkt haben und Tesla zunehmend Konkurrenz machen.
Zahlen zum Rückgang
- Im Januar 2026 wurden lediglich 83 Tesla-Fahrzeuge in der Schweiz neu zugelassen.
- Dies entspricht einem Rückgang von etwa zwei Dritteln im Vergleich zum Januar des Vorjahres.
- Im gesamten Jahr 2025 verkaufte Tesla in der Schweiz 6448 Fahrzeuge, was einem Rückgang von über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
- Der gesamte Elektroauto-Absatz in der Schweiz wuchs 2025 hingegen um 15 Prozent.
Gründe für den Abstieg: Veraltete Modelle und fehlende Innovation
Branchenexperten zeigen sich von dieser Entwicklung nicht überrascht. Ferdinand Dudenhöffer, ein anerkannter Kenner der Automobilbranche, sieht mehrere Faktoren, die zu Teslas Abschneiden beitragen. Er kritisiert insbesondere die Modellpolitik des US-Herstellers.
"Tesla hat angegraute Fahrzeuge, nichts wirklich Neues und Innovatives", sagt Ferdinand Dudenhöffer. "Die Mitbewerber sind technologisch inzwischen dem einstigen US-Pionier überlegen."
Die Modelle Model 3 und Model Y, obwohl einst bahnbrechend, sind seit ihrer Einführung nur moderat aktualisiert worden. Neue, frische Designs und Technologien von Wettbewerbern ziehen die Käufer an.
Probleme in der Modellpalette
Ein weiteres Problem sieht Dudenhöffer in Teslas Modellpalette. Das Unternehmen ist in wichtigen Segmenten wie der Kompaktklasse nicht vertreten. Gleichzeitig hat es das Oberklasse-Segment, in dem es einst stark war, weitgehend aufgegeben.
Die Fokussierung auf nur zwei Hauptmodelle, die er als "im Prinzip ein Modell in zwei Varianten" bezeichnet, schränkt die Auswahl für potenzielle Käufer stark ein. Andere Hersteller bieten eine breitere Palette an Fahrzeugtypen und -grössen an.
Globale Herausforderungen für Tesla
Die Schwierigkeiten von Tesla beschränken sich nicht nur auf die Schweiz. Das Jahr 2025 war weltweit ein schwieriges Jahr für das Unternehmen.
- Tesla verzeichnete erstmals einen leichten Umsatzrückgang.
- Die Auslieferungen sanken zum zweiten Mal in Folge um fast ein Zehntel auf 1,6 Millionen Fahrzeuge.
In den USA beeinflusst die Politik den E-Auto-Markt, in Europa sind die heimischen Hersteller stark. In China, dem grössten Elektroauto-Markt der Welt, wurde Tesla von lokalen Herstellern wie BYD überholt.
Der Einfluss von Elon Musk und zukünftige Strategien
Auch die öffentliche Wahrnehmung von Tesla-Chef Elon Musk und dessen Nähe zu bestimmten politischen Figuren könnte sich auf die Verkaufszahlen auswirken. Dudenhöffer sieht darin einen wichtigen Grund für die "schlechter werdende Verfassung von Tesla".
Musk selbst hat versucht, die Bedeutung des reinen Autoverkaufs für Tesla vor Investoren zu relativieren. Er betont, dass die Zukunft des Unternehmens in selbstfahrenden Robotaxis und menschenähnlichen Robotern liege.
Diese Bereiche befinden sich jedoch noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und sind ebenfalls von starker Konkurrenz geprägt. Es bleibt abzuwarten, ob diese visionären Projekte die aktuellen Herausforderungen im Kerngeschäft ausgleichen können.
Die Entwicklung in der Schweiz ist ein klares Zeichen dafür, dass der Wettbewerb im Elektroauto-Markt intensiver wird. Käufer haben heute eine grössere Auswahl an technologisch fortschrittlichen und vielfältigen Modellen. Tesla muss sich neu positionieren, um in diesem dynamischen Umfeld wieder an frühere Erfolge anknüpfen zu können.
Was die Zukunft bringt
Die Automobilindustrie wandelt sich schnell. Neue Modelle, verbesserte Batterietechnologien und eine wachsende Ladeinfrastruktur prägen den Markt. Tesla wird seine Strategie überdenken müssen, um im globalen und lokalen Wettbewerb bestehen zu können.
Besonders die Stärkung der Modellpalette und die Einführung wirklich innovativer Fahrzeuge könnten entscheidend sein. Der Druck auf den einstigen Pionier der Elektromobilität wächst stetig.





