Die Gemeinde Brütten im Kanton Zürich steht finanziell glänzend da. Trotz einer bereits erfolgten Reduktion des Steuerfusses von 89 auf 85 Prozent im letzten Jahr, prognostiziert die Gemeinde weiterhin hohe Einnahmen. Dies könnte bereits im kommenden Jahr zu einer weiteren, deutlichen Senkung des Steuerfusses führen, möglicherweise auf bis zu 77 Prozent.
Wichtige Punkte
- Brütten erwartet bis Ende 2029 ein Nettovermögen von 9,4 Millionen Franken.
- Das Eigenkapital der Gemeinde wird voraussichtlich knapp 35 Millionen Franken erreichen.
- Eine mögliche Steuerfuss-Senkung auf 77 Prozent wird für 2026 diskutiert.
- Aktuell liegt der Steuerfuss bei 85 Prozent.
Finanzielle Lage der Gemeinde Brütten
Die finanzielle Situation von Brütten, einer Gemeinde mit rund 2000 Einwohnern, wird als «sehr komfortabel» beschrieben. Finanzvorsteher Florian Küng betonte, dass die Einkommenssteuern trotz der jüngsten Reduktion des Steuerfusses unverändert hoch bleiben. Dies führt zu einer soliden Finanzbasis, die weitere Spielräume eröffnet.
Die Gemeinde hat in den letzten Jahren eine stabile Entwicklung gezeigt. Es stehen keine grossen Investitionen an, was die finanzielle Planung zusätzlich erleichtert. Diese Kombination aus hohen Einnahmen und geringen Ausgaben schafft eine aussergewöhnlich gute Ausgangslage.
Fakten zur Finanzlage
- Nettovermögen: Erwartet 9,4 Millionen Franken bis Ende 2029.
- Eigenkapital: Prognostiziert knapp 35 Millionen Franken.
- Einwohnerzahl: Rund 2000.
Diskussion um weitere Steuerfuss-Senkung
Obwohl die finanzielle Lage eine sofortige Senkung des Steuerfusses zulassen würde, hat der Gemeinderat entschieden, den Satz für das kommende Jahr bei 85 Prozent zu belassen. Man möchte zunächst die Rechnung 2025 abwarten und eine fundierte Entscheidung treffen.
Die Diskussion um eine erneute Reduktion ist jedoch bereits im Gange. Bei der Budget-Gemeindeversammlung im Dezember 2026 wird das Thema voraussichtlich wieder auf die Tagesordnung kommen. Parteivertreter der bürgerlichen Parteien fordern eine rasche Senkung.
«Die Gemeinde braucht die Überschüsse nicht; wir behalten das Geld lieber in unserem eigenen Portemonnaie», äusserte sich FDP-Präsident Philipp Guggisberg.
Guggisberg rechnet vor, dass der Steuerfuss rein rechnerisch um weitere acht Prozentpunkte auf 77 Prozent gesenkt werden könnte, um eine schwarze Null zu erreichen. Eine solche Senkung würde Brütten zu den Gemeinden mit den tiefsten Steuerfüssen im Kanton Zürich zählen lassen, ähnlich den sogenannten «Goldküsten-Gemeinden».
Hintergrund: Steuerfuss im Kanton Zürich
Der Steuerfuss ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität einer Gemeinde für Einwohner und Unternehmen. Gemeinden mit niedrigen Steuerfüssen ziehen oft wohlhabendere Steuerzahler an. Der tiefste Steuerfuss im Kanton Zürich liegt aktuell bei 72 Prozent in Kilchberg.
Budget 2026 und Ausgabenentwicklung
Das Budget 2026 sieht einen Aufwand von 14,9 Millionen Franken und einen Ertrag von 15,2 Millionen Franken vor. Daraus resultiert ein Ertragsüberschuss von 352'000 Franken. Dieser Überschuss unterstreicht die solide Finanzplanung der Gemeinde.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Aufwand gestiegen (Budget 2025: 13,8 Millionen Franken). Diese Entwicklung wird von den Parteipräsidenten kritisch beobachtet. Trotzdem lobten alle Redner die «solide Arbeit» des Gemeinderates.
Die 75 Stimmberechtigten der Gemeindeversammlung genehmigten das Budget und den aktuellen Steuerfuss einstimmig. Dies zeigt das Vertrauen der Bevölkerung in die finanzielle Führung der Gemeinde.
Blick in die Zukunft
Die Möglichkeit einer erneuten Steuerfuss-Senkung macht Brütten zu einem interessanten Wohnort. Die Gemeinde profitiert von einer gesunden Finanzpolitik und einer vorausschauenden Planung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion im kommenden Jahr entwickeln wird und ob Brütten tatsächlich zu den steuergünstigsten Gemeinden im Kanton Zürich aufschliessen kann.
Die finanzielle Stärke der Gemeinde ist ein klares Zeichen für eine gute Verwaltung. Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf eine stabile und voraussichtlich noch attraktivere Steuerlandschaft freuen.





