In Zürich Oerlikon verschwinden mehrere Kunstwerke, die an den Stil des legendären Zürcher Sprayers Harald Naegeli erinnern. Neue Arbeiten wurden bereits entfernt, und selbst Werke, die seit Jahrzehnten bestehen, sind von der Löschung bedroht. Diese Entwicklung wirft Fragen über den Schutz und die Wertschätzung von Street Art im öffentlichen Raum auf.
Wichtige Punkte
- Mehrere neue Kunstwerke in Zürich Oerlikon wurden entfernt.
- Die verschwundenen Werke ähneln dem Stil von Harald Naegeli.
- Auch ältere Arbeiten, die seit 30 Jahren sichtbar sind, stehen zur Debatte.
- Der Vorfall beleuchtet die Herausforderungen von Street Art im städtischen Umfeld.
- Die Urheberschaft der betroffenen Werke ist unklar und wird diskutiert.
Verschwundene Kunstwerke in Oerlikon
Kürzlich wurden in Zürich Oerlikon mehrere Strichmännchen-ähnliche Figuren entfernt. Diese Werke, darunter Darstellungen von Sensemännern und Flamingos, waren erst seit Kurzem an verschiedenen Hauswänden zu sehen. Ihre Entfernung erfolgte rasch, oft nur wenige Tage nach ihrer Entstehung.
Die Figuren zeichneten sich durch ihren markanten Stil aus, der viele Betrachter sofort an die berühmten Werke von Harald Naegeli erinnerte. Naegeli wurde in den 1970er Jahren als «Sprayer von Zürich» bekannt und prägte die Street-Art-Szene der Stadt massgeblich.
Faktencheck: Harald Naegeli
- Bekannt als: «Sprayer von Zürich»
- Aktiv seit: Ende der 1970er Jahre
- Stil: Charakteristische Strichmännchen und Figuren
- Besonderheit: Seine Werke waren oft illegal und führten zu Kontroversen.
Bedrohung für etablierte Werke
Die jüngsten Löschungen sind jedoch nicht die einzigen Vorfälle. Auch ältere Arbeiten, die seit rund 30 Jahren unverändert an denselben Wänden zu sehen sind, sind nun bedroht. Ein Beispiel ist ein einäugiges Fabelwesen mit Fühlern und dünnen Beinen an der Franklinstrasse.
Diese Figur, deren Bauch als bullaugenförmiges Werbefenster für die Traditionsbuchhandlung Nievergelt dient, ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Strassenbildes. Ihre mögliche Entfernung löst bei Anwohnern und Kunstliebhabern Besorgnis aus.
«Es ist traurig zu sehen, wie diese Kunstwerke, die für viele zum Stadtbild gehören, einfach verschwinden. Sie sind ein Teil der Geschichte Zürichs.»
Die Frage nach dem Umgang mit Street Art, insbesondere mit Werken, deren Urheberschaft oft im Dunkeln liegt, wird dadurch verstärkt. Während einige die sofortige Entfernung als notwendige Massnahme gegen Vandalismus betrachten, sehen andere darin eine Zerstörung von Kulturgut.
Diskussion um Urheberschaft
Die Ähnlichkeit der verschwundenen und bedrohten Werke mit Naegelis Stil führt immer wieder zu Spekulationen. War der Künstler selbst in Zürich Oerlikon aktiv? Oder handelt es sich um Nachahmer, die sich von seinem Werk inspirieren liessen?
Harald Naegeli selbst hat in der Vergangenheit oft anonym gearbeitet, was die genaue Zuordnung von Werken erschwert. Dies trägt zur mysteriösen Aura der Street Art bei, stellt aber auch eine Herausforderung für den Denkmalschutz dar.
Hintergrund: Street Art und öffentlicher Raum
Street Art bewegt sich oft in einer Grauzone zwischen Kunst und Vandalismus. Während einige Werke als unerwünschte Schmierereien entfernt werden, erlangen andere im Laufe der Zeit den Status von Kunstwerken und werden geschützt. Die Bewertung hängt oft von der Bekanntheit des Künstlers, der Dauer der Existenz des Werkes und der öffentlichen Wahrnehmung ab.
Die Rolle der Stadtverwaltung
Die Stadtverwaltung steht vor der schwierigen Aufgabe, zwischen der Ästhetik des öffentlichen Raums, dem Schutz von Eigentum und der Anerkennung von künstlerischem Ausdruck abzuwägen. Richtlinien für den Umgang mit illegaler Street Art sind oft streng, doch die kulturelle Bedeutung mancher Werke kann eine Neubewertung erfordern.
In vielen Fällen werden «Schmierereien» zügig entfernt, um eine «Verwahrlosung» des Stadtbildes zu verhindern. Bei Werken, die über Jahre oder Jahrzehnte hinweg bestehen bleiben und eine gewisse Anerkennung in der Bevölkerung finden, kann sich die Situation jedoch ändern.
Es bleibt abzuwarten, wie die Debatte um die Naegeli-ähnlichen Werke in Zürich Oerlikon weitergeht. Der Fall zeigt, dass die Diskussion über Street Art und ihren Platz in der urbanen Landschaft weiterhin aktuell ist und Emotionen weckt.
Der Schutz von Street Art, die über lange Zeiträume hinweg Teil des Stadtbilds geworden ist, wird zunehmend zu einem Thema. Die Balance zwischen der Erhaltung des Stadtbildes und der Würdigung spontaner Kunstformen bleibt eine Herausforderung für Zürich.





