Die Gemeinde Fällanden im Kanton Zürich hat grünes Licht für ein zweijähriges Pilotprojekt gegeben: Zwei ausgebildete Schulhunde werden ab sofort in ausgewählten Lektionen eingesetzt. Ziel ist es, die Lernatmosphäre zu verbessern und soziale Kompetenzen der Schüler zu fördern. Die Entscheidung der Schulpflege basiert auf der Annahme, dass tiergestützte Pädagogik positive Auswirkungen auf das Schulklima hat.
Wichtige Erkenntnisse
- Fällanden führt ein zweijähriges Pilotprojekt mit Schulhunden ein.
- Zwei speziell ausgebildete Hunde werden in ausgewählten Lektionen eingesetzt.
- Das Projekt zielt darauf ab, Stress bei Schülern zu reduzieren und die Konzentration zu steigern.
- Soziale Kompetenzen wie Empathie und Verantwortungsbewusstsein sollen gestärkt werden.
- Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen die zukünftige Strategie der Schule prägen.
Hunde im Klassenzimmer: Ein neuer Ansatz
Der Einsatz von Hunden in Schulen ist nicht neu, gewinnt aber in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. In Fällanden geht man nun einen systematischen Weg. Die Schulpflege hat das Projekt sorgfältig geprüft. Die beiden Hunde sind speziell für diese Aufgabe ausgebildet und werden nicht unkontrolliert im Schulalltag eingesetzt.
Die Integration der Tiere erfolgt in bestimmten Unterrichtseinheiten. Dazu gehören beispielsweise Lektionen in Psychomotorik. Hier können die Hunde eine besonders unterstützende Rolle spielen. Sie helfen dabei, eine entspannte und offene Umgebung zu schaffen.
Faktencheck: Tiergestützte Pädagogik
- Stressreduktion: Die Anwesenheit von Hunden kann den Cortisolspiegel senken.
- Konzentrationsförderung: Ruhige Interaktionen mit Tieren verbessern die Aufmerksamkeitsspanne.
- Empathieentwicklung: Kinder lernen, sich in andere Lebewesen hineinzuversetzen.
- Verantwortungsbewusstsein: Der Umgang mit Tieren lehrt Fürsorge und Pflichtbewusstsein.
Positive Effekte auf Schüler und Schulklima
Die Befürworter der tiergestützten Pädagogik verweisen auf zahlreiche Studien. Diese zeigen, dass Hunde im Klassenzimmer das Wohlbefinden der Schüler erheblich steigern können. Ein zentraler Aspekt ist die Reduktion von Stress. Viele Kinder empfinden den Schulalltag als Druck. Ein Hund kann hier als emotionaler Anker wirken.
Die Tiere fördern zudem die Konzentration. Allein die ruhige Präsenz eines Hundes kann eine beruhigende Wirkung haben. Dies ermöglicht es den Schülern, sich besser auf den Unterricht zu fokussieren. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der Ablenkungen allgegenwärtig sind.
«Hundegestützte Pädagogik trägt nachweislich zu einer positiven Lernatmosphäre bei, indem die Tiere Stress reduzieren, die Konzentration fördern und soziale Kompetenzen wie Empathie und Verantwortungsbewusstsein stärken.»
Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen
Neben der reinen Lernförderung geht es auch um die Entwicklung wichtiger Lebenskompetenzen. Der Umgang mit Tieren lehrt Kinder Empathie. Sie lernen, die Bedürfnisse eines anderen Lebewesens zu erkennen und darauf einzugehen. Das überträgt sich oft auch auf den Umgang mit Mitschülern.
Auch das Verantwortungsbewusstsein wird gestärkt. Wer sich um ein Tier kümmert, lernt, Verantwortung zu übernehmen. Dies kann einfache Aufgaben wie das Füllen des Wassernapfes oder das kurze Spazierengehen umfassen. Solche kleinen Aufgaben haben eine grosse Wirkung auf die persönliche Entwicklung.
Hintergrund: Schulhunde in der Schweiz
Schulhunde sind in der Schweiz keine Seltenheit mehr. Viele Gemeinden und Schulen experimentieren mit diesem Ansatz. Es gibt klare Richtlinien für den Einsatz. Die Hunde müssen eine spezielle Ausbildung absolvieren. Auch die Lehrer, die mit den Hunden arbeiten, benötigen eine zusätzliche Qualifikation. Der Fokus liegt immer auf dem Wohl der Kinder und der Tiere.
Die Erfahrungen anderer Schulen sind meist positiv. Sie berichten von ruhigeren Klassenzimmern und motivierteren Schülern. Auch Kinder mit Ängsten oder Lernschwierigkeiten profitieren oft stark von der Anwesenheit eines Schulhundes.
Ablauf und Erwartungen des Pilotprojekts
Das Pilotprojekt in Fällanden läuft über zwei Jahre. In dieser Zeit werden die Erfahrungen genau dokumentiert und ausgewertet. Es geht darum, konkrete Erkenntnisse zu gewinnen. Die Schulpflege möchte wissen, wie die Hunde den Schulalltag am besten unterstützen können.
Die ausgewählten Lektionen sind ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Hier können die Effekte am besten beobachtet werden. Es ist geplant, die Hunde in verschiedenen Altersstufen und bei unterschiedlichen pädagogischen Schwerpunkten einzusetzen. So soll ein umfassendes Bild entstehen.
Zukünftige Entscheidungen basieren auf den Ergebnissen
Nach Ablauf der zwei Jahre wird die Schulpflege die Ergebnisse analysieren. Auf dieser Grundlage wird dann entschieden, ob der Einsatz von Schulhunden dauerhaft in Fällanden etabliert wird. Es ist ein sorgfältiger und datenbasierter Prozess.
Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, könnte dies ein Modell für weitere Schulen in der Region sein. Das Projekt in Fällanden ist somit auch ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der Pädagogik in der gesamten Region Zürich. Die Schule setzt auf Innovation, um das Beste für ihre Schüler zu erreichen.
Herausforderungen und Sicherheitsaspekte
Der Einsatz von Schulhunden bringt auch Herausforderungen mit sich. Allergien bei Schülern oder Lehrern müssen ausgeschlossen werden. Auch die Hygiene im Klassenzimmer spielt eine wichtige Rolle. Hierfür gibt es klare Konzepte und Vorkehrungen.
Die Sicherheit der Kinder steht an erster Stelle. Die Hunde sind nicht nur ausgebildet, sondern auch charakterlich geeignet. Sie müssen ruhig und kinderlieb sein. Regelmässige tierärztliche Kontrollen und Verhaltensbeobachtungen sind Standard. Die Hunde werden als feste Mitglieder des Schulteams betrachtet.
Ein Gewinn für alle Beteiligten
Insgesamt sehen die Verantwortlichen in Fällanden grosse Chancen in diesem Projekt. Es ist eine Investition in das Wohl der Schüler und in ein modernes, ganzheitliches Bildungsverständnis. Wenn die Hunde dazu beitragen können, dass Kinder sich wohler fühlen und besser lernen, ist das ein Gewinn für alle Beteiligten.
Das Pilotprojekt ist ein Zeichen dafür, dass Schulen offen sind für neue Wege. Sie suchen aktiv nach Methoden, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden. Die beiden Schulhunde sind dabei mehr als nur Haustiere; sie sind pädagogische Hilfsmittel mit nachweislich positiver Wirkung.





