Der nationale Zukunftstag am 13. November ermöglichte Kindern in der Schweiz, die Arbeitswelt ihrer Eltern kennenzulernen. In Brütten erhielten zwei Mädchen, Ellen Scher und Nora Buchle, einen umfassenden Einblick in den Betrieb der Bäckerei Bosshart. Sie starteten ihren Tag bereits um vier Uhr morgens und halfen aktiv bei verschiedenen Aufgaben mit, was ihnen neue Perspektiven für ihre Berufswahl eröffnete.
Wichtige Erkenntnisse
- Zukunftstag öffnet Türen zu verschiedenen Berufen.
- Zwei Mädchen erlebten den frühen Start in einer Bäckerei.
- Sie halfen aktiv bei Produktion und Logistik.
- Die Erfahrung beeinflusste ihre Berufswahlgedanken.
Früher Start in den Bäckerei-Alltag
Für Ellen Scher und Nora Buchle begann der Zukunftstag ungewöhnlich früh. Bereits um vier Uhr morgens versammelten sich die beiden Sechstklässlerinnen in der Bäckerei Bosshart in Brütten. Trotz der frühen Stunde zeigten sie sich motiviert, die Abläufe hinter den Kulissen einer Grossbäckerei kennenzulernen. Ellen, die in den Vorjahren bereits eine Pizzeria und eine Tierarztpraxis besucht hatte, war besonders überrascht von der Grösse des Betriebs.
Daniel Bosshart, der Inhaber der Bäckerei, empfängt jedes Jahr Anfragen für den Zukunftstag. Er begrenzt die Anzahl der teilnehmenden Kinder auf zwei, um ihnen eine intensive und authentische Erfahrung zu bieten. „Wir machen keine Show, sondern integrieren sie direkt in die Arbeiten, die anliegen“, betont Bosshart. Dieser Ansatz ermöglicht es den Jugendlichen, die Realität des Berufslebens hautnah zu erleben.
Faktencheck Zukunftstag
- Datum: 13. November
- Ziel: Mädchen und Jungen sollen Berufe abseits traditioneller Rollenbilder entdecken.
- Teilnehmer: Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse.
Praktische Erfahrungen und neue Erkenntnisse
Die Mädchen wurden sofort in die täglichen Aufgaben eingebunden. Ellen durfte Kanapees bestreichen und mit frischen Tomaten und Gurken garnieren. Ausserdem verpackte sie Sandwiches für den Verkauf. Nora hingegen half beim Entladen angelieferter Waren und beim Einräumen der Gitterkörbe. Beide Mädchen, die in ihrer Freizeit gerne backen, waren begeistert von der Möglichkeit, die professionelle Seite des Bäckerhandwerks kennenzulernen.
Besonders beeindruckt zeigte sich Nora von den modernen Maschinen. „Die Teigmaschinen rühren den Teig fix fertig und formen ihn bereits vor“, erzählte sie staunend. Sie durfte Gipfeli bestreichen und in einer Körnermischung wenden. Ellen lernte derweil von einer Fachfrau, wie man Schokoladenstreusel kunstvoll an die Seitenwände einer Schwarzwäldertorte anbringt. Die Begeisterung der beiden war so gross, dass sie ihre wohlverdiente Znüni-Pause kaum antreten wollten, da sie lieber weiterarbeiten wollten.
„Wir machen keine Show, sondern integrieren sie direkt in die Arbeiten, die anliegen.“
Daniel Bosshart, Inhaber Bäckerei Bosshart
Berufliche Orientierung und frühes Aufstehen
Der Zukunftstag diente nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der beruflichen Orientierung. Für Ellen und Nora bot er wichtige Impulse für ihre zukünftige Jobwahl. Ellen überlegt sich nun ernsthaft, einen Beruf in diesem Bereich zu ergreifen. „Ich überlege mir das schon und das frühe Aufstehen sei kein Problem, wenn man seinen Job gern mache, hat mir eine Frau erzählt“, berichtete sie. Diese Aussage einer Mitarbeiterin der Bäckerei zeigt, wie wichtig authentische Vorbilder und direkte Einblicke für die Jugendlichen sind.
Hintergrund Zukunftstag
Der nationale Zukunftstag findet jährlich statt und hat zum Ziel, Mädchen und Jungen für Berufe zu begeistern, in denen ihr Geschlecht untervertreten ist. Er fördert die Neugier und ermöglicht es den Kindern, praktische Erfahrungen zu sammeln und Rollenbilder zu hinterfragen. Viele Betriebe, wie die Bäckerei Bosshart, unterstützen diese Initiative aktiv.
Die Erfahrungen in der Bäckerei Bosshart verdeutlichen den Wert solcher Initiativen. Sie geben jungen Menschen die Möglichkeit, Berufe nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu erleben. Dies kann entscheidend sein für die Entwicklung eines realistischen Berufsbildes und die Motivation, neue Wege zu gehen.
Die Bedeutung von praktischen Einblicken
Solche Tage sind entscheidend für die berufliche Entwicklung von Jugendlichen. Sie bieten eine Brücke zwischen der Schulbank und der realen Arbeitswelt. Durch das direkte Mitwirken lernen die Kinder nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch die sozialen und organisatorischen Aspekte eines Berufs. Sie verstehen den Wert von Teamarbeit, Pünktlichkeit und Engagement.
Die Bäckerei Bosshart ist ein Beispiel dafür, wie lokale Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Jugendförderung leisten können. Indem sie ihre Türen öffnen und den Kindern echte Aufgaben anvertrauen, investieren sie in die nächste Generation von Fachkräften und fördern das Verständnis für handwerkliche Berufe, die oft unterschätzt werden. Diese frühen Begegnungen können langfristige Auswirkungen auf die Karrierewege junger Menschen haben und ihnen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.





