In Turbenthal entsteht ein wegweisendes Energieprojekt: Die Stiftung Schloss Turbenthal, die das Gehörlosendorf betreibt, wird auf ihren Dächern eine grosse Solaranlage installieren. Das Besondere daran ist, dass sich Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Firmen finanziell beteiligen und so direkt von der Energiewende profitieren können.
Das Wichtigste in Kürze
- Auf den Dächern des Gehörlosendorfs in Turbenthal werden über 150 Solarpanels installiert.
- Die Anlage soll jährlich rund 66’000 kWh Strom produzieren, wovon mehr als die Hälfte direkt vor Ort verbraucht wird.
- Ein grosser Batteriespeicher mit 100 kW Leistung sorgt für eine stabile Energieversorgung und entlastet das Stromnetz.
- Private und Firmen können sich über eine Crowdinvesting-Plattform an dem Projekt beteiligen und erhalten regelmässige Erträge.
Ein Zeichen für Nachhaltigkeit im Tösstal
Die Stiftung Schloss Turbenthal macht einen bedeutenden Schritt in Richtung erneuerbare Energien. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Solarunternehmen Solarify wird auf dem Areal des Gehörlosendorfs ein modernes Solarkraftwerk realisiert. Mehr als 150 Panels werden künftig die Kraft der Sonne nutzen, um sauberen Strom zu erzeugen.
Die geplante Jahresproduktion von 66’000 Kilowattstunden (kWh) ist beachtlich. Über die Hälfte dieser Energie wird direkt für den Betrieb der Wohn- und Arbeitsgebäude der Stiftung verwendet. Damit senkt die Einrichtung nicht nur ihre Energiekosten, sondern reduziert auch ihren ökologischen Fussabdruck erheblich.
Die Stiftung Schloss Turbenthal
Die gemeinnützige Stiftung Schloss Turbenthal bietet Menschen mit einer Hör- und Sprachbehinderung sowie zusätzlichen Beeinträchtigungen ein Zuhause und einen Arbeitsplatz. Mit dem neuen Solarprojekt unterstreicht die soziale Einrichtung ihr Engagement für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Zukunft.
Innovative Technik stabilisiert das Stromnetz
Eine technische Besonderheit des Projekts ist der grosse Batteriespeicher. Mit einer Leistung von 100 Kilowatt (kW) spielt er eine zentrale Rolle für die Effizienz der gesamten Anlage. Er löst ein bekanntes Problem der Solarenergie: die schwankende Produktion.
An sonnigen Tagen, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, speichert die Batterie die überschüssige Energie. Diese wird dann abends und nachts in den Wohnhäusern der Stiftung genutzt, wenn die Sonne nicht scheint. Dies maximiert den Eigenverbrauch und macht die Stiftung unabhängiger vom öffentlichen Stromnetz.
Was ist Regelenergie?
Regelenergie ist Strom, der kurzfristig zur Verfügung gestellt wird, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Grosse Batterien wie die in Turbenthal können innerhalb von Sekunden Energie ins Netz einspeisen oder daraus aufnehmen. Damit helfen sie, die Netzfrequenz stabil zu halten, was für eine sichere Stromversorgung in der ganzen Schweiz entscheidend ist.
Darüber hinaus kann der Speicher eine wichtige Funktion für die nationale Versorgungssicherheit übernehmen. Bei Bedarf kann die gespeicherte Energie als sogenannte Regelenergie an den nationalen Netzbetreiber Swissgrid abgegeben werden. Diese Flexibilität hilft, das Schweizer Stromnetz zu stabilisieren und lokale Netze zu entlasten, insbesondere an Tagen mit hoher Stromproduktion.
Bürger werden zu Miteigentümern der Energiewende
Das Projekt in Turbenthal ist nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich innovativ. Über die Online-Plattform des Partners Solarify können sich interessierte Personen und Unternehmen aus der Region direkt an der Anlage beteiligen. Bereits ab dem Kauf eines einzelnen Solarpanels wird man zum Miteigentümer des Kraftwerks.
Dieses Modell des Crowdinvesting ermöglicht es vielen Menschen, aktiv an der Energiewende teilzuhaben, auch wenn sie kein eigenes Dach für eine Solaranlage besitzen. Die Investoren profitieren dabei nicht nur vom guten Gefühl, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
"Mit diesem Projekt leisten wir einen konkreten Beitrag zur Nachhaltigkeit und ermöglichen die Beteiligung der Bevölkerung aus der Region", erklärt Marc Basler, Gesamtleiter der Stiftung Schloss Turbenthal.
Laut den Projektverantwortlichen erhalten die Crowd-Investoren vierteljährlich ihre Erträge aus dem Stromverkauf direkt ausbezahlt. Das macht die Investition in saubere Energie auch finanziell attraktiv.
Ein Rundum-Sorglos-Paket
Für die Investoren ist das Modell sehr unkompliziert. Das Unternehmen Solarify übernimmt das gesamte Projektmanagement. Dazu gehören:
- Die Planung und der Bau der Anlage
- Der laufende Betrieb und die Wartung
- Die Versicherung der gesamten Technik
- Die Vermarktung des produzierten Stroms
Solarify hat nach eigenen Angaben bereits über 160 solcher Solarprojekte in der ganzen Schweiz realisiert und bringt somit eine grosse Erfahrung in der Umsetzung von Bürgerbeteiligungsmodellen mit. Das Projekt im Gehörlosendorf Turbenthal wird so zu einem Vorbild für die dezentrale und bürgernahe Energieversorgung der Zukunft.





