Im August 2025 fand in Brasilien, Bolivien und Paraguay die grösste Zählaktion für Hyazintharas statt. Diese Initiative, unterstützt vom Zoo Zürich und dem Instituto Arara Azul, erfasste 1275 der bedrohten Papageien. Die Daten sind entscheidend für ihren Schutz und stärken das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung für Artenschutzmassnahmen.
Wichtige Erkenntnisse
- 1275 Hyazintharas in drei südamerikanischen Ländern gezählt.
- Die Zählung erfasste etwa 20 Prozent der weltweiten Wildpopulation.
- Historischer Nachweis von 19 Hyazintharas in Paraguay, wo die Art als fast ausgestorben galt.
- Umfassende Umweltbildungsprogramme erreichten rund 25'000 Menschen.
- Lebensraumverlust, illegaler Handel und Klimawandel bedrohen die Art weiterhin.
Ein internationaler "Big Day" für den Artenschutz
Der internationale «Big Day of the Hyacinth Macaws» wurde vom Instituto Arara Azul ins Leben gerufen. Am 16. und 17. August 2025 richteten zahlreiche Freiwillige ihre Ferngläser auf den Himmel über den weitläufigen Gebieten Brasiliens, Boliviens und Paraguays. Ihr Ziel war es, die Vorkommen der Hyazintharas in ihrem natürlichen Lebensraum systematisch zu erfassen.
Die gewonnenen Daten sind von immenser Bedeutung für die Wissenschaft. Sie bilden die Grundlage für die Erforschung der Art und die Entwicklung langfristiger Schutzstrategien. Gleichzeitig fördert die aktive Beteiligung der lokalen Bevölkerung das Bewusstsein für die Dringlichkeit des Artenschutzes.
«Verlässliche Daten zu Vorkommen und Verbreitung dieser Papageienart in der Wildnis sind eine zentrale Grundlage für ihre Erforschung und ihren langfristigen Schutz. Gleichzeitig stärkt die Einbindung der lokalen Bevölkerung in die Zählaktion das öffentliche Bewusstsein für den Artenschutz.»
Beeindruckende Ergebnisse der Zählaktion
Die Zählung durch das Instituto Arara Azul identifizierte insgesamt 1275 Hyazintharas. Dies entspricht etwa 20 Prozent der gesamten Wildpopulation weltweit. Die Erhebungen fanden in verschiedenen Ökosystemen statt, darunter das Pantanal, der Cerrado und das Amazonasgebiet.
Zählergebnisse nach Ländern
- Brasilien: Über 890 Individuen in vier Bundesstaaten.
- Mato Grosso do Sul (Brasilien): Höchste Anzahl mit 409 Aras.
- Pará (Brasilien): 335 Aras gezählt.
- Bolivien: 359 Hyazintharas an 23 Beobachtungspunkten.
- Paraguay: 19 Individuen an fünf Beobachtungspunkten – ein historischer Erfolg.
Besonders bemerkenswert ist der Nachweis von 19 Individuen in Paraguay. In dieser Region galt die Art lange Zeit als nahezu ausgestorben. Das Fehlen von Sichtungen in anderen bekannten Verbreitungsgebieten liefert ebenfalls wertvolle Informationen. Diese Daten helfen, zukünftige Schutzmassnahmen gezielt dort einzusetzen, wo sie am wirksamsten sind.
Langjährige Partnerschaft für den Artenschutz
Die umfangreiche Zählung wurde durch die finanzielle Unterstützung des Zoo Zürich und weiterer Partnerinstitutionen ermöglicht. Seit 2020 besteht eine enge Naturschutzpartnerschaft zwischen dem Zoo Zürich und dem Instituto Arara Azul. Diese Partnerschaft konzentriert sich auf den Schutz der grössten Papageienart der Welt.
Im Pantanal, dem grössten Feuchtgebiet der Erde, werden im Rahmen dieses Engagements über 300 künstliche und natürliche Nistplätze für Hyazintharas bereitgestellt. Diese Nistplätze werden kontinuierlich überwacht und gepflegt. So wirkt das Instituto Arara Azul dem Rückgang der Population in dieser wichtigen Region aktiv entgegen.
Fokus des Projekts
Das Projekt legt seinen Schwerpunkt auf die wissenschaftliche Erforschung der Art, ihren langfristigen Schutz und die Erhaltung ihres gesamten Lebensraums. Ergänzt wird dies durch Bildungs- und Sensibilisierungsprogramme, die einen nachhaltigen Artenschutz vor Ort fördern.
Umweltbildung als Schlüssel zum Erfolg
Neben dem «Big Day of the Hyacinth Macaws» führte das Instituto Arara Azul von Januar bis Juni 2025 ein umfassendes Umweltbildungsprogramm durch. In sechs Städten Brasiliens wurden 38 Bildungsaktionen organisiert. Zusätzlich präsentierte die Organisation ihre Arbeit auf 17 Umwelt- und Biodiversitätsveranstaltungen.
Durch diese Initiativen konnten rund 25'000 Menschen für den Schutz der Hyazintharas sensibilisiert werden. Die Bildungsangebote waren auf verschiedene Altersgruppen zugeschnitten.
Angebote für unterschiedliche Altersgruppen
- Kleinkinder: Spielerische Aktivitäten wie Malen, Musizieren und Geschichten erzählten führten sie an Natur- und Artenschutz heran.
- Kinder und Jugendliche: Nahmen an Workshops, Vorträgen und Exkursionen zu Ara-Nistplätzen teil. Sie erhielten direkte Einblicke in die Feldforschung und den Naturschutz vor Ort.
- Studierende und Erwachsene: Informierten sich in wissenschaftlichen Vorträgen über zentrale Schutzmassnahmen, die für eine nachhaltige Zukunft der Hyazintharas entscheidend sind.
Gemeinsam für eine gesicherte Zukunft
Sowohl die Zählung als auch die Bildungsprogramme unterstreichen die Bedeutung von Wissen, Beteiligung und langfristigem Engagement. Der Hyazinthara ist weiterhin durch Lebensraumverlust bedroht, verursacht durch Abholzung, Landwirtschaft und Waldbrände. Hinzu kommen der illegale Wildtierhandel und die Folgen des Klimawandels, die das Nahrungsangebot und die Brutplätze beeinträchtigen.
Verlässliche Daten aus solchen Zählaktionen bilden die wissenschaftliche Basis, um Schutzmassnahmen gezielt dort umzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Umweltbildungsprojekte stärken das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung für den Wert dieser einzigartigen Papageienart und ihres Lebensraums.
Nur wenn Forschung, Schutzmassnahmen im natürlichen Lebensraum und in Zoos sowie gesellschaftliches Engagement Hand in Hand gehen, lässt sich die Zukunft des Hyazintharas in der Wildnis nachhaltig sichern. Die jüngsten Erfolge zeigen, dass dieser gemeinsame Ansatz Früchte trägt.





