Werner Kast, ein Bäcker aus Reute, hat als einer der ersten in der Schweiz den Titel «Geprüfter Brotsommelier» erworben. Diese Auszeichnung erhielt er nach einer intensiven Ausbildung und Prüfung an der Richemont Fachschule in Luzern. Kast, der seit 1989 Bio-Brote im Holzofen backt, gilt nun als Experte für Fermentierung und alte Getreidesorten.
Wichtige Punkte
- Werner Kast aus Reute ist einer der ersten acht Brotsommeliers der Schweiz.
- Die Ausbildung fand an der Richemont Fachschule in Luzern statt.
- Kast backt seit 1989 Bio-Brote in einem traditionellen Holzofen.
- Er wurde für sein Wissen über Fermentierung und alte Getreidesorten ausgezeichnet.
- Der Titel «Geprüfter Brotsommelier» ist europaweit anerkannt.
Ein Pionier der Schweizer Brotkultur
Werner Kast, Betreiber der Bio-Holzofen-Bäckerei in Reute, hat einen bedeutenden Schritt für die Schweizer Brotwelt getan. Er gehört zu den ersten acht Absolventen, die in der Schweiz die Ausbildung zum «Geprüften Brotsommelier» erfolgreich abgeschlossen haben. Diese Premiere fand an der renommierten Richemont Fachschule in Luzern statt.
Die Ausbildung ist anspruchsvoll. Sie umfasst eine umfangreiche Projektarbeit sowie schriftliche und mündliche Prüfungen. Die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald in Deutschland verleiht den Titel. Er ist europaweit anerkannt und bestätigt tiefgreifendes Wissen über die Herstellung und Bewertung von Brot.
Interessanter Fakt
Die Richemont Fachschule in Luzern ist die erste Einrichtung in der Schweiz, die die Ausbildung zum Brotsommelier anbietet. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Fachwissen und Qualität in der Brotbranche.
Vom Aussenseiter zum Meister
Werner Kasts Weg zum Brotsommelier ist bemerkenswert. Über Jahrzehnte hinweg galt er in der Branche als «artfremd». Seine Methoden, Bio-Rohstoffe zu verwenden und Brote in einem echten Holzofen zu backen, unterschieden sich stark von konventionellen Praktiken. Er setzte auf traditionelle Herstellungsverfahren, lange vor dem aktuellen Trend zu handwerklichem Brot.
Um das Jahr 2018 begann Kast, seine Brote wieder zu Wettbewerben einzureichen. Überraschenderweise räumte er dabei Preise ab. Der Wind in der Branche hatte sich gedreht. Plötzlich waren sein Wissen um Fermentierung, alte Getreidesorten und seine Erfahrung mit dem Holzofen gefragt. Was einst als unkonventionell galt, wurde nun als hochwertiges Handwerk anerkannt.
"Mein Holzofen ist das Herzstück meiner Bäckerei. Er verleiht den Broten einen einzigartigen Charakter, den man mit modernen Öfen nicht erreichen kann."
Die Kunst der Brot-Degustation
Vor kurzem lud Kast sechs Medienleute in seine Backstube ein. Dort präsentierte er ihnen eine Degustation von dreierlei Broten, gepaart mit passenden Beilagen und Getränken. Die Anwesenden rochen, schmeckten und kauten. Kast erklärte ihnen ihre Gaumenerlebnisse in blumigen Worten. Er zeigte auf, wie vielfältig die Aromen und Texturen von Brot sein können.
Ein Höhepunkt der Degustation war das sogenannte Bärenbrot. Es ist rund, mit einem Fünfzackenstern aussen. Es besitzt eine knusprige Rinde und ist innen luftig weich. Solche Details und die Fähigkeit, sie zu vermitteln, sind Teil der Expertise eines Brotsommeliers. Es geht darum, das Produkt nicht nur herzustellen, sondern auch seine Geschichte und seine sensorischen Qualitäten zu vermitteln.
Hintergrund der Brotsommelier-Ausbildung
Die Idee des Brotsommeliers stammt ursprünglich aus Deutschland. Sie ist eine Antwort auf das wachsende Interesse an hochwertigen Lebensmitteln und traditionellem Handwerk. Ähnlich wie beim Weinsommelier geht es darum, Experten auszubilden, die Brote fachgerecht beurteilen, empfehlen und deren Herstellungsprozess erklären können.
Bedeutung für die regionale Backkunst
Werner Kasts Erfolg als Brotsommelier hat eine weitreichende Bedeutung für die regionale Backkunst. Er zeigt, dass traditionelle Methoden und hochwertige Bio-Rohstoffe wieder an Wert gewinnen. Sein Titel hebt nicht nur seine eigene Bäckerei hervor, sondern stärkt auch das Bewusstsein für die Vielfalt und Qualität von Brot in der gesamten Schweiz.
Kast ist ein Vorbild für junge Bäcker, die sich auf Qualität und Handwerk besinnen wollen. Sein Engagement für alte Getreidesorten und Fermentierungsprozesse trägt dazu bei, altes Wissen zu bewahren und weiterzugeben. Dies ist entscheidend für die Zukunft einer nachhaltigen und geschmackvollen Brotkultur.
- Förderung regionaler Produkte
- Erhaltung traditioneller Backmethoden
- Steigerung des Bewusstseins für Brotqualität
- Inspiration für die nächste Bäckergeneration
Die Zukunft des Brothandwerks
Mit der Einführung der Brotsommelier-Ausbildung in der Schweiz professionalisiert sich die Branche weiter. Es entsteht ein neuer Standard für Fachwissen und Expertise. Werner Kast trägt als einer der ersten dieses Titels dazu bei, das Image des Bäckerhandwerks aufzuwerten. Er zeigt, dass Brot mehr ist als nur ein Grundnahrungsmittel – es ist ein Kulturgut.
Sein Engagement für Bio-Produkte und den Holzofen spiegelt einen breiteren Trend wider. Konsumenten suchen zunehmend nach authentischen, handwerklich hergestellten Lebensmitteln. Der Brotsommelier kann hier als Vermittler zwischen Produzent und Konsument fungieren und die Geschichte hinter jedem Brot erzählen. Dies schafft Vertrauen und Wertschätzung.
Die Anerkennung seines Fachwissens nach Jahren als «Aussenseiter» ist ein Sieg für alle, die an die Kraft traditioneller Handwerkskunst glauben. Werner Kast hat bewiesen, dass Qualität und Beständigkeit sich langfristig durchsetzen.





