Das Kinderhospiz Flamingo in Fällanden zieht einen Monat nach seiner Eröffnung eine positive erste Bilanz. Die Einrichtung, die lebensverkürzend erkrankten Kindern und ihren Familien Entlastung bietet, wird gut angenommen, auch wenn der Betrieb bewusst langsam hochgefahren wird. Dies dient der Sicherstellung einer hohen Pflegequalität und der Einarbeitung in neue Abläufe.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Kinderhospiz Flamingo in Fällanden ist seit dem 6. Januar in Betrieb.
- Die Rückmeldungen der Familien sind durchweg positiv.
- Fünf Familien aus Luzern, Schwyz und Zürich wurden bereits betreut.
- Der Betrieb wird anfänglich bewusst langsam hochgefahren, um Qualität zu sichern.
- Das Hospiz ist das erste im Kanton Zürich und das zweite in der Schweiz.
Bewusster Start für höchste Qualität
Die Eröffnung eines Kinderhospizes ist ein komplexes Unterfangen. Die Verantwortlichen des Kinderhospizes Flamingo in Fällanden haben sich bewusst für einen langsamen Start entschieden. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Team, sich mit der neuen Einrichtung und den vielen Prozessen vertraut zu machen. Das Ziel ist es, von Anfang an eine hohe Qualität der Betreuung zu gewährleisten.
Elisabeth Brenninkmeijer, Geschäftsführerin des Kinderhospizes, betont die Bedeutung dieser Angewöhnungsphase. Sie erklärt, dass die schrittweise Belegung des Hauses dem Personal hilft, sich optimal einzufinden. Die bisherige Entwicklung zeigt, dass dieser Weg erfolgreich ist: Die Zahl der Anfragen und Interessenten steigt kontinuierlich an.
Einrichtungen in Europa
In Europa gibt es bereits 133 Kinderhospize. Die Schweiz holt mit dem Kinderhospiz Flamingo und einer Einrichtung in Bern auf.
Erste Familien sammeln positive Erfahrungen
Seit der Eröffnung am 6. Januar hat das Kinderhospiz Flamingo bereits fünf kranke Kinder mit ihren Familien aufgenommen. Diese Familien stammen aus den Kantonen Luzern, Schwyz und Zürich. Sie verbrachten jeweils bis zu 15 Tage in der Einrichtung. In den ersten Wochen waren bis zu drei Familien gleichzeitig im Haus.
Nicola Presti, Kommunikationsbeauftragte des Kinderhospizes, berichtet von einem intensiven Austausch unter den Familien. Trotz unterschiedlicher Diagnosen der Kinder fanden die Familien schnell zueinander. Dies zeigt, wie wichtig solche spezialisierten Einrichtungen für den Austausch und die gegenseitige Unterstützung sind.
Entlastung für Angehörige im Fokus
Das Kinderhospiz Flamingo bietet zwar pädiatrische Palliativpflege an. Der Hauptfokus liegt jedoch auf der Entlastung der Bezugspersonen. Eltern, die sich rund um die Uhr um ihre lebensverkürzend erkrankten Kinder kümmern, sind oft erschöpft oder vom Burnout bedroht. Das Hospiz schafft hier wichtige Freiräume.
Presti hebt hervor, dass sich die Lebensqualität der Eltern bereits nach wenigen Tagen merklich verbessert. Dies sei ein grosser Ansporn für das Pflegepersonal. Die Familien können die vielfältigen Angebote des Hauses nutzen, die ihnen kleine Auszeiten vom anspruchsvollen Alltag ermöglichen.
«Es ist ein Ansporn für das Pflegepersonal, dass sich die Lebensqualität der Eltern bereits nach wenigen Tagen merklich verbessert.»
Kapazität und Zukunftsaussichten
Aktuell bietet das Kinderhospiz Platz für bis zu fünf Kinder und ihre Familien. Für das kommende Jahr ist bereits eine Erweiterung geplant. Die Kapazität soll dann auf bis zu acht Familien ausgebaut werden. Dies zeigt den wachsenden Bedarf an solchen Einrichtungen in der Schweiz.
Die Kinder und Jugendlichen, die im Hospiz betreut werden, leiden an lebensverkürzenden Krankheiten. Die meisten von ihnen werden das Erwachsenenalter nicht erreichen. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die Mehrheit der Kinder nicht kurz vor dem Tod steht. Sie kommen in einem stabilen Zustand ins Hospiz, um dort eine unterstützende Umgebung zu finden und ihren Familien eine dringend benötigte Pause zu ermöglichen.
Ein Meilenstein für die Schweiz
Das Kinderhospiz Flamingo in Fällanden ist das erste Kinderhospiz im Kanton Zürich. Es ist zudem erst das zweite Kinderhospiz in der ganzen Schweiz. Das erste hatte im Jahr 2024 in Bern den Betrieb aufgenommen. Diese Entwicklungen sind wichtige Schritte, um die Versorgung von lebensverkürzend erkrankten Kindern und ihren Familien in der Schweiz zu verbessern.
Die Bedeutung der Entlastung
Die Pflege eines lebensverkürzend erkrankten Kindes ist eine enorme Herausforderung. Sie fordert von den Eltern körperlich und emotional alles ab. Das Kinderhospiz Flamingo bietet hier einen geschützten Raum. Es ermöglicht den Eltern, neue Kraft zu schöpfen und gleichzeitig zu wissen, dass ihre Kinder in besten Händen sind.
Die positiven Rückmeldungen der ersten Familien bestätigen den grossen Bedarf an solchen Angeboten. Die Möglichkeit, sich mit anderen betroffenen Familien auszutauschen, ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Es schafft ein Gefühl der Gemeinschaft und des Verständnisses, das im Alltag oft fehlt.
Das Kinderhospiz Flamingo ist mehr als nur eine Pflegeeinrichtung. Es ist ein Ort der Hoffnung, der Unterstützung und der menschlichen Wärme. Es trägt dazu bei, das Leben von Familien mit schwer kranken Kindern ein Stück weit leichter zu machen. Die kontinuierlich steigende Zahl der Anfragen zeigt, wie dringend diese Hilfe benötigt wird.





