Das Schweizer Gesundheitswesen steht vor einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Druck und neue Regulatorien zwingen Spitäler und Institutionen zu strategischen Anpassungen. Gleichzeitig treiben digitale Innovationen die Effizienz voran, während neue Angebote die Patientenversorgung verbessern.
Wichtige Erkenntnisse
- Strategische Neuausrichtung von Spitalleistungen zur Effizienzsteigerung.
- Digitalisierung als zentrales Element zur Bewältigung des Fachkräftemangels und zur Kostensenkung.
- Gezielte Investitionen in Forschung und Entwicklung, insbesondere im Bereich Gen-Editierung.
- Herausforderungen in Notaufnahmen, besonders in touristischen Regionen im Winter.
- Lohnanpassungen und attraktive Arbeitsbedingungen sind entscheidend, um Personal zu halten.
Spitäler straffen Angebote und reagieren auf Druck
Die Lindenhofgruppe in Bern hat die Lohnmassnahmen für 2026 beschlossen. Die Lohnsumme steigt um 1 Prozent. Dies soll die Position als attraktive Arbeitgeberin im Gesundheitswesen stärken. Gleichzeitig verlagert die Gruppe stationäre Angebote und Physiotherapie vom Engeriedspital an die Standorte Lindenhof und Sonnenhof. Diese Änderungen treten im Dezember 2025 in Kraft.
Die Gründe für diese Umstrukturierung sind vielfältig. Sie umfassen den anhaltenden Fachkräftemangel, den Druck zur Wirtschaftlichkeit und neue Regulatorien. Ambulante radiologische Leistungen bleiben am Standort Engeried erhalten. Diese Fokussierung des stationären Leistungsangebotes ist ein klares Zeichen für die Anpassungsfähigkeit der Spitäler an die aktuellen Rahmenbedingungen.
Fakten zum Fachkräftemangel
Der Mangel an qualifiziertem Personal ist eine der grössten Herausforderungen im Schweizer Gesundheitswesen. Offene Stellen gibt es in vielen Bereichen, von der Physiotherapie über die Pflege bis hin zu Fachärzten. Dies führt zu einem erhöhten Wettbewerb um Talente.
Digitalisierung als Sparmassnahme und Innovationsmotor
Nach Budgetkürzungen setzt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf digitale Sparmassnahmen. Dazu gehört etwa das Löschen alter E-Mails. Diese scheinbar kleinen Schritte sollen helfen, Kosten zu senken. Paradoxerweise verlangt der Staat von Apotheken, Rezepte trotz Digitalisierung bis zu 20 Jahre physisch aufzubewahren. Dies zeigt die Diskrepanz zwischen Digitalisierungszielen und bestehenden Vorschriften.
Gleichzeitig treiben smarte Ideen die Innovation in Schweizer Spitälern voran. Virtual Reality wird in der Pflegeausbildung eingesetzt. Die Hirslanden-Gruppe fördert die Familienpflege. Neue Nachsorgedienste und digitale Uhren optimieren Abläufe. Diese Initiativen zeigen, wie Technologie die Patientenversorgung und die Ausbildung verbessern kann.
«Die Digitalisierung bietet enormes Potenzial, um Prozesse zu optimieren und die Effizienz zu steigern, doch wir müssen auch alte Zöpfe abschneiden und Vorschriften anpassen.»
Gamification in der medizinischen Bildung
Lernen wird spielerischer. Mit Gamification und Methoden wie dem Psychopharmakologie-Quartett wird die medizinische Ausbildung interaktiver und motivierender. Dies fördert ein nachhaltigeres Lernen bei angehenden Medizinern. Solche Ansätze können den Wissenstransfer erleichtern und die Attraktivität der Ausbildung steigern.
Neue Angebote und Personalien im Gesundheitswesen
Im Kanton Zürich gibt es ein neues Angebot für die palliative Versorgung von Kindern. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Betreuung von schwer kranken jungen Patienten zu verbessern. Auch personell gibt es viele Veränderungen. Das Spital Bülach hat einen neuen Leitenden Arzt für Orthopädie ernannt.
Im Spital Nidwalden gibt es zwei neue Leitende Ärztinnen: Rebecca Berz und Lara Bersuch. Dzana Begovic übernimmt die Leitung der Internistisch-onkologischen Rehabilitation in der Reha Schinznach und wird stellvertretende Direktorin Medizin. Diese Ernennungen zeigen die kontinuierliche Entwicklung und Besetzung wichtiger Positionen im Schweizer Gesundheitswesen.
Übernahmen und Kooperationen
Im Kanton Neuenburg übernimmt das Kantonsspital die Praxis-Gruppe Volta. Vier Zentren der Gruppe sowie deren medizinische Bereitschaftsdienste werden unter die Leitung des Neuenburger Spitalnetzes RHNe gestellt. Solche Übernahmen stärken die regionale Versorgung und bündeln Ressourcen.
Herausforderungen in Notaufnahmen und Forschungserfolge
Die Notaufnahmen im Wallis stossen in der Wintersaison an ihre Grenzen. Verletzte Skifahrer und Snowboarder, viele Touristen sowie Patienten mit Bagatellbeschwerden führen zu einer hohen Auslastung. Die Spitäler reagieren nun mit gezielten Massnahmen, um die Situation zu entschärfen. Dies unterstreicht die saisonalen Belastungen in touristischen Gebieten.
In der Forschung gibt es ebenfalls bedeutende Fortschritte. Bence György vom IOB in Basel erhält einen ERC-Grant von rund zwei Millionen Euro. Er wird Gen-Editierungstherapien gegen Sehverlust weiterentwickeln. Solche Millionen-Investitionen sind entscheidend für medizinische Durchbrüche und die Verbesserung der Patientenversorgung in der Zukunft.
Die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) verstärken ihre stationäre Alterspsychiatrie. Kristine Ewert übernimmt Anfang Januar als stellvertretende Klinikleiterin. Diese Entwicklung ist wichtig angesichts der demografischen Veränderungen und des steigenden Bedarfs an spezialisierten psychiatrischen Diensten für ältere Menschen.
- Offene Stellen im Gesundheitswesen sind vielfältig:
- Diplomierte Pflegefachfrauen/-männer FH/HF
- Diplomierte Expertinnen/Experten Notfallpflege NDS HF
- Co-Abteilungsleiter/in Gebärsaal
- Oberärztin/Oberarzt Notfallzentrum
- Abteilungsleiter/in OP-Disposition Lindenhofspital
Diese Liste zeigt den anhaltenden Bedarf an qualifiziertem Personal in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens.





