Regelmässige körperliche Aktivität ist für junge Menschen entscheidend, um den schulischen Stress besser zu bewältigen. Eine aktuelle Schweizer Studie der Universität Basel zeigt, dass bereits eine Stunde Sport pro Tag die Stressreaktion bei Jugendlichen signifikant reduziert und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit erhält. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung von Bewegung für das Wohlbefinden und die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Wichtige Erkenntnisse
- Tägliche Bewegung von mindestens 60 Minuten reduziert Schulstress bei Jugendlichen.
- Aktivere Jugendliche zeigen geringere Cortisolwerte, ein Indikator für effizientere Stressregulierung.
- Die Studie der Universität Basel beobachtete 110 Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren.
- Regelmässige körperliche Aktivität fördert das alltägliche Gleichgewicht und die Leistungsfähigkeit.
- Die Ergebnisse stimmen mit den WHO-Empfehlungen für Kinder und Jugendliche überein.
Die Rolle von Sport bei der Stressbewältigung
Die Belastungen in der Schule nehmen zu. Jugendliche stehen unter grossem Druck, gute Leistungen zu erbringen und gleichzeitig soziale Erwartungen zu erfüllen. In dieser Phase ist es essenziell, Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln. Hier kommt die körperliche Aktivität ins Spiel, die weit mehr ist als nur ein Ausgleich.
Wissenschaftler der Universität Basel haben in ihrer jüngsten Untersuchung die Auswirkungen von Bewegung auf den Stresspegel von Schülern genau unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Jugendliche, die sich regelmässig bewegen, sind besser in der Lage, mit stressigen Situationen umzugehen.
Faktencheck
- 110 Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren nahmen an der Basler Studie teil.
- Eine Stunde körperliche Aktivität pro Tag ist laut Studie optimal.
- Niedrigere Cortisolwerte weisen auf eine bessere Stressregulierung hin.
Biologische Mechanismen hinter der Stressreduktion
Die Forschenden konzentrierten sich bei ihrer Analyse nicht nur auf beobachtbares Verhalten, sondern auch auf biologische Marker. Sie massen die Cortisolwerte der teilnehmenden Kinder. Cortisol ist ein bekanntes Stresshormon, dessen erhöhte Ausschüttung oft mit anhaltendem Stress und dessen negativen Folgen verbunden ist.
Es zeigte sich, dass körperlich aktivere Jugendliche in anspruchsvollen Situationen deutlich niedrigere Cortisolwerte aufwiesen. Dies deutet darauf hin, dass ihr Körper stressbedingte Hormone effizienter verarbeitet und reguliert. Regelmässige Bewegung trainiert den Körper gewissermassen darin, besser mit diesen Hormonen umzugehen.
«Regelmässige sportliche Betätigung ermöglicht dem Körper, besser mit Stresshormonen umzugehen, wodurch die Fähigkeit der jungen Menschen gestärkt wird, den alltäglichen Belastungen standzuhalten.»
Auswirkungen auf Leistung und Wohlbefinden
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Studie ist die gleichzeitige Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit. Trotz geringerer Stressreaktion erbrachten die aktiveren Jugendlichen weiterhin gute schulische Leistungen. Dies widerspricht der Annahme, dass weniger Stress zwangsläufig zu geringerer Anstrengung führt. Vielmehr scheint es, dass ein besser regulierter Stresspegel die Konzentrationsfähigkeit und die kognitiven Funktionen sogar fördert.
Das tägliche Gleichgewicht der Kinder und Jugendlichen wird durch Sport massgeblich positiv beeinflusst. Es schafft einen wichtigen Ausgleich zum oft sitzenden Schulalltag und fördert nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit.
Internationale Empfehlungen und praktische Umsetzung
Die Ergebnisse der Schweizer Studie stehen im Einklang mit den globalen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO legt fest, dass Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität pro Tag ausüben sollten. Diese Aktivität kann vielfältig sein und muss nicht zwingend im organisierten Sportverein stattfinden.
Hintergrundinformationen
Das Amt für Sport des Kantons Freiburg engagiert sich aktiv für die Förderung von Bewegung bei jungen Menschen. Es unterstützt Projekte in den Bereichen Freizeitsport, Jugend+Sport und Schulsport, um sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche vielfältige Möglichkeiten zur körperlichen Betätigung haben. Solche kantonalen Initiativen sind entscheidend, um die Empfehlungen der WHO in die Praxis umzusetzen und die Gesundheit der jungen Generation zu stärken.
Vielfältige Möglichkeiten für Bewegung
Eltern, Schulen und Gemeinden können gemeinsam dazu beitragen, dass junge Menschen ausreichend Bewegung erhalten. Hier sind einige Beispiele:
- Organisierter Sport: Fussball, Handball, Turnen, Schwimmen in Vereinen.
- Freie Bewegung: Spielen im Freien, Fahrradfahren, Spaziergänge, Klettern auf Spielplätzen.
- Alltagsintegration: Treppen statt Aufzug, Schulweg zu Fuss oder mit dem Velo, aktive Pausen.
Es ist wichtig, dass Bewegung als integraler Bestandteil des täglichen Lebens verstanden wird und nicht nur als zusätzliche Aufgabe. Die positiven Effekte auf die Stressbewältigung und die allgemeine Entwicklung sind ein starkes Argument dafür.
Langfristige Vorteile für die Entwicklung
Die Förderung von körperlicher Aktivität in jungen Jahren hat weitreichende Vorteile, die über die reine Stressreduktion hinausgehen. Sie trägt zur Entwicklung wichtiger motorischer Fähigkeiten bei, stärkt das Herz-Kreislauf-System, fördert einen gesunden Knochenbau und hilft bei der Prävention von Übergewicht.
Darüber hinaus sind die sozialen Aspekte des Sports nicht zu unterschätzen. Teamgeist, Fairness und der Umgang mit Sieg und Niederlage sind wichtige Lektionen, die junge Menschen im Sport lernen. Diese Fähigkeiten sind nicht nur für den Sportplatz, sondern auch für den schulischen und späteren beruflichen Erfolg von Bedeutung.
Die Studie aus Basel liefert somit einen weiteren Beleg dafür, dass Investitionen in die Bewegungsförderung unserer Jugend eine Investition in ihre Zukunft sind. Es geht darum, eine gesunde und resiliente Generation heranzuziehen, die den Herausforderungen des Lebens, einschliesslich des Schulstresses, gewachsen ist.





