Das Kinderhospiz Flamingo in Fällanden, Kanton Zürich, wird Anfang 2026 seine Türen öffnen. Es ist das erste seiner Art in der Region und das zweite in der gesamten Schweiz. Familien mit schwer kranken Kindern erhalten hier professionelle Unterstützung und dringend benötigte Auszeiten. Das Hospiz ermöglicht Aufenthalte von bis zu 28 Tagen pro Jahr, aufgeteilt in zweiwöchige Blöcke.
Wichtige Punkte
- Eröffnung des Kinderhospizes Flamingo in Fällanden Anfang 2026.
- Es ist das erste Kinderhospiz im Kanton Zürich und das zweite in der Schweiz.
- Familien können jährlich bis zu 28 Tage in zweiwöchigen Intervallen bleiben.
- Ein Team aus Pflegefachkräften, Psychologen und Seelsorgern steht bereit.
- Das Hospiz ist grösstenteils spendenfinanziert und benötigt jährliche Betriebskosten von 2,8 Millionen Franken.
Ein Ort der Entlastung und Begleitung
Das Kinderhospiz Flamingo bietet Familien mit lebensbedrohlich erkrankten Kindern eine wichtige Anlaufstelle. Im Mittelpunkt steht die Entlastung der Eltern und die bestmögliche Betreuung der Kinder. Ein fast 20-köpfiges Team aus diplomierten Pflegefachkräften sichert den 24-Stunden-Betrieb. Diese Fachkräfte sind speziell für die palliative Pflege von Kindern ausgebildet und bieten umfassende medizinische und pflegerische Unterstützung.
Neben der physischen Pflege ist auch die psychologische und seelsorgerische Begleitung zentral. Psychologen und bei Bedarf Seelsorger stehen den Familien zur Seite, um sie in dieser aussergewöhnlich schwierigen Lebensphase zu unterstützen. Dies ist besonders wichtig, wenn das Leben des Kindes zu Ende geht.
Interessanter Fakt
In Europa gibt es insgesamt 133 Kinderhospize. Die Schweiz holt mit der Eröffnung des zweiten Kinderhospizes auf, doch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern besteht noch Nachholbedarf.
Zweites Kinderhospiz in der Schweiz
Das Kinderhospiz Flamingo ist das zweite Kinderhospiz in der Schweiz. Das erste hatte im vergangenen Jahr in Bern seinen Betrieb aufgenommen. Damit schliesst sich eine wichtige Lücke in der Versorgung von Familien mit schwer kranken Kindern im Kanton Zürich.
Die Notwendigkeit solcher Einrichtungen ist gross. Familien, die ein Kind mit einer lebensverkürzenden Krankheit pflegen, stehen unter enormem Druck. Sie brauchen nicht nur medizinische Unterstützung, sondern auch Zeit zur Erholung und professionelle Begleitung in emotional belastenden Situationen. Das Hospiz bietet einen geschützten Raum, in dem sich die Familien auf ihre Bedürfnisse konzentrieren können.
«Wir schaffen einen Ort, an dem Familien Kraft schöpfen und sich geborgen fühlen können, auch wenn der Weg schwer ist.»
Herausforderung der Finanzierung
Der Bau des Kinderhospizes Flamingo wurde weitgehend durch Spenden finanziert. Doch die grösste Herausforderung bleibt die Sicherstellung des laufenden Betriebs. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gibt es in der Schweiz keine gesetzlichen Tarife für Hospize. Öffentliche Gelder sind begrenzt, was die Finanzierung erschwert.
Das Kinderhospiz ist daher stark auf Spenden angewiesen. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, werden jährlich rund 2,8 Millionen Franken an Spendengeldern benötigt. Die Familien selbst leisten einen Beitrag von 80 Franken pro Aufenthaltstag. Dieser Betrag ist bewusst tief gehalten, um die finanzielle Belastung für die betroffenen Familien so gering wie möglich zu halten.
Die Rolle der Spenden
- Spenden decken den Grossteil der Betriebskosten.
- Jährlich werden 2,8 Millionen Franken benötigt.
- Familien zahlen einen symbolischen Beitrag von 80 Franken pro Tag.
- Fehlende gesetzliche Tarife erhöhen die Abhängigkeit von privater Unterstützung.
Hintergrundinformationen
Kinderhospize bieten eine spezialisierte palliative Versorgung für Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Krankheiten. Sie entlasten Familien, ermöglichen Auszeiten und bieten eine umfassende Betreuung, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder und ihrer Angehörigen zugeschnitten ist. Dies umfasst medizinische, pflegerische, psychologische und soziale Unterstützung.
Bedeutung für die Region Zürich
Die Eröffnung des Kinderhospizes in Fällanden ist ein Meilenstein für die Region Zürich. Es bedeutet, dass Familien nicht mehr weit reisen müssen, um diese spezialisierte Unterstützung zu erhalten. Die lokale Verankerung erleichtert den Zugang und ermöglicht eine bessere Integration in das bestehende Versorgungsnetzwerk.
Die Nähe zum Zuhause ist für schwer kranke Kinder und ihre Familien von grosser Bedeutung. Sie können in einer vertrauten Umgebung bleiben und haben weiterhin Kontakt zu Freunden und Verwandten. Das Hospiz wird somit zu einem integralen Bestandteil der Gesundheits- und Soziallandschaft im Kanton Zürich.
Die Stiftung Kinderhospiz Schweiz und das Kinderhospiz Flamingo setzen sich dafür ein, dass alle betroffenen Familien in der Schweiz Zugang zu dieser wichtigen Unterstützung erhalten. Der Standort Fällanden spielt dabei eine zentrale Rolle, um die Versorgungslücke zu schliessen und ein Netzwerk der Hilfe aufzubauen.
Ausblick und weitere Entwicklungen
Mit der Eröffnung Anfang 2026 beginnt ein neues Kapitel für die Kinderhospizversorgung in der Schweiz. Das Modell in Fällanden könnte als Vorbild für weitere Einrichtungen dienen. Die Herausforderungen bei der Finanzierung zeigen jedoch, dass weiterhin Anstrengungen unternommen werden müssen, um eine nachhaltige und flächendeckende Versorgung sicherzustellen.
Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Arbeit von Kinderhospizen ist entscheidend. Nur durch breite Unterstützung kann gewährleistet werden, dass diese wichtigen Einrichtungen langfristig bestehen bleiben und ihre wertvolle Arbeit für die Gesellschaft leisten können.





