Die Schweizer Tafel hat im vergangenen Jahr eine beeindruckende Menge von rund 8500 Tonnen überschüssiger Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt. Diese Nahrungsmittel wurden an armutsbetroffene Menschen im ganzen Land verteilt. Dies stellt eine Steigerung von etwa elf Prozent gegenüber dem Vorjahr dar und unterstreicht die wachsende Bedeutung der Organisation im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und Armut.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Schweizer Tafel rettete 2025 über 8500 Tonnen Lebensmittel.
- Dies entspricht einem Anstieg von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Insgesamt wurden 1,7 Millionen Einkaufstaschen mit Lebensmitteln verteilt.
- Der Warenwert der geretteten Lebensmittel beläuft sich auf 61,8 Millionen Franken.
- Die Massnahmen vermieden 14'205 Tonnen CO2-Emissionen.
Ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung
Die Arbeit der Schweizer Tafel ist ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit. Jährlich landen in der Schweiz grosse Mengen einwandfreier Lebensmittel im Abfall. Organisationen wie die Schweizer Tafel wirken diesem Trend entgegen, indem sie diese Ressourcen sinnvoll nutzen.
Ein Hauptgrund für den deutlichen Zuwachs der geretteten Lebensmittel sind Produkte aus der Lebensmittelindustrie. Die Zusammenarbeit mit Grossverteilern und Produzenten hat sich intensiviert. Dies ermöglichte es, noch mehr überschüssige Waren zu übernehmen.
Faktencheck
- Gerettete Menge: 8500 Tonnen Lebensmittel
- Zuwachs: +11% gegenüber dem Vorjahr
- Einkaufstaschen: 1,7 Millionen (à 5 kg)
- Warenwert: 61,8 Millionen Franken
- CO2-Einsparung: 14'205 Tonnen
Optimierte Logistik und Verteilung
Die Schweizer Tafel hat ihre logistischen Prozesse kontinuierlich verbessert. Eine neue Tiefkühllogistik spielte hierbei eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichte die Lagerung und den Transport von temperaturempfindlichen Produkten über längere Distanzen.
Zusätzlich wurden die Abhol- und Verteiltouren optimiert. Dies sorgt für eine effizientere Sammlung der Lebensmittel bei den Partnern und eine schnellere Zustellung an die sozialen Institutionen. Kürzere Wege und besser geplante Routen minimieren den Zeitaufwand und die Transportkosten.
Wer profitiert von der Hilfe?
Die geretteten Lebensmittel kommen einer Vielzahl von sozialen Einrichtungen zugute. Dazu gehören Gassenküchen, die warme Mahlzeiten für Bedürftige anbieten. Auch Notschlafstellen und Obdachlosenheime erhalten regelmässig Lieferungen, um ihre Bewohner zu versorgen.
Frauenhäuser, die Schutz und Unterstützung für Opfer häuslicher Gewalt bieten, sind ebenfalls wichtige Empfänger. Zudem werden zahlreiche Lebensmittelabgabestellen im ganzen Land beliefert, wo sich armutsbetroffene Menschen direkt mit Nahrungsmitteln eindecken können.
«Jede gerettete Tonne Lebensmittel ist ein doppelter Gewinn: Wir reduzieren Abfall und helfen gleichzeitig Menschen in Not. Das ist unsere Motivation und unser täglicher Antrieb.»
Die Rolle der Lebensmittelindustrie
Die Lebensmittelindustrie ist ein Schlüsselpartner für die Schweizer Tafel. Überschüsse entstehen dort oft durch Überproduktion, Fehletikettierungen oder kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Diese Produkte sind jedoch weiterhin einwandfrei und geniessbar.
Durch die enge Zusammenarbeit können diese Waren schnell und unkompliziert abgeholt werden. Dies verhindert, dass wertvolle Ressourcen vernichtet werden und schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Die Unternehmen reduzieren ihre Entsorgungskosten, und die Lebensmittel gelangen dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Hintergrund der Schweizer Tafel
Die Schweizer Tafel ist eine spendenfinanzierte Stiftung. Sie wurde im Jahr 2001 gegründet. Ihre Mission ist es, überschüssige, aber einwandfreie Lebensmittel und Non-Food-Artikel vor dem Abfall zu bewahren. Diese werden täglich bei Detailhandelsfilialen und Partnern aus der Lebensmittelindustrie eingesammelt und an soziale Institutionen verteilt. Die Arbeit der Stiftung trägt massgeblich zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung und zur Unterstützung von Menschen in Armut bei.
Weitere Initiativen zur Lebensmittelrettung
Die Schweizer Tafel ist nicht die einzige Organisation, die sich in der Schweiz der Lebensmittelrettung widmet. Auch die Initiative «Tischlein deck dich» zieht eine positive Bilanz. Sie konnte im vergangenen Jahr 9000 Tonnen Lebensmittel retten.
Dieser Wert steigt seit 26 Jahren kontinuierlich an. Dies zeigt, dass das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung in der Gesellschaft wächst. Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen engagieren sich für dieses wichtige Thema. Die gemeinsamen Anstrengungen der verschiedenen Organisationen sind entscheidend, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.
Umweltschutz durch Lebensmittelrettung
Die Rettung von Lebensmitteln hat auch eine direkte positive Auswirkung auf die Umwelt. Die vermiedenen Emissionen von 14'205 Tonnen CO2 sind ein klares Beispiel dafür. Wenn Lebensmittel im Müll landen, entstehen bei ihrer Produktion, ihrem Transport und ihrer Entsorgung erhebliche Mengen an Treibhausgasen.
Durch die Umverteilung dieser Lebensmittel wird dieser ökologische Fussabdruck reduziert. Dies leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Schonung natürlicher Ressourcen. Es zeigt, wie soziale und ökologische Ziele Hand in Hand gehen können.
Ausblick und zukünftige Herausforderungen
Trotz der Erfolge bleiben Herausforderungen bestehen. Die Nachfrage nach geretteten Lebensmitteln ist weiterhin hoch. Dies spiegelt die anhaltende Problematik der Armut in der Schweiz wider. Die Organisationen müssen ihre Netzwerke und Kapazitäten weiter ausbauen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Die Schweizer Tafel plant, ihre Logistik weiter zu optimieren und neue Partnerschaften zu knüpfen. Ziel ist es, noch mehr Lebensmittel zu retten und noch mehr Menschen zu erreichen. Die kontinuierliche Unterstützung durch Spenden und ehrenamtliche Helfer bleibt dabei unerlässlich.





