Die «Aktion Weihnachtspäckli» überwindet geografische Distanzen und kulturelle Grenzen, um bedürftigen Menschen in Osteuropa eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Was vor 31 Jahren mit nur 26 Paketen begann, hat sich zu einer grossen Hilfsaktion entwickelt, die heute 117'000 Menschen erreicht. Freiwillige in der Schweiz, darunter viele Kinder, packen sorgfältig Päckli mit notwendigen Gütern und kleinen Geschenken, die dann eine weite Reise antreten.
Wichtige Punkte
- Die «Aktion Weihnachtspäckli» liefert Geschenke an 117'000 Menschen in Osteuropa.
- Kinder aus Buchberg-Rüdlingen helfen aktiv beim Packen der 45 Päckli mit.
- Die Aktion startete vor 31 Jahren mit nur 26 Paketen.
- Ein Transport nach Osteuropa kostet durchschnittlich 4000 Euro.
- Die Hilfswerke unterstützen auch lokale Gewerbeförderung, beispielsweise in Moldawien.
Engagement in Buchberg-Rüdlingen
In der Kirchgemeinde Buchberg-Rüdlingen ist die «Aktion Weihnachtspäckli» seit rund 15 Jahren fest im Jahreskalender verankert. Pfarrerin Barbara Erdmann koordiniert die Initiative, bei der die Pakete direkt im örtlichen Volg-Laden gepackt werden. Dies ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft und macht die Aktion für alle Beteiligten greifbar.
Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Kinder, die den Präparanden-Unterricht besuchen. Sie sind mit grossem Eifer dabei, helfen beim Einkaufen der vorgegebenen Artikel und beim sorgfältigen Verpacken. Diese direkte Beteiligung macht die Aktion zu einem wichtigen Teil ihrer kirchlichen Bildung und fördert das Bewusstsein für Nächstenliebe.
«Aus meiner Sicht ist das eine wunderbare Aktion. Geschenke an unbekannte Personen zu machen, die weit weg sind, in der Hoffnung, dass genau dieses Päckli an die richtige Person kommt. Ein gutes Thema, um im kirchlichen Unterricht mit den Kindern über Geschenke ins Gespräch zu kommen.»
Barbara Erdmann, Pfarrerin der Kirchgemeinde Buchberg-Rüdlingen
Die Unterstützung aus den Dörfern ist gross. Viele Einwohner spenden Sachgüter wie Schüleretuis, Kappen und Socken. Eine 100-jährige Frau strickt jedes Jahr einen ganzen Sack voller Mützen, die dann in die Päckli kommen. Dieses kollektive Engagement zeigt den tiefen Gemeinschaftssinn.
Fakten zur Aktion
- Startjahr: Vor 31 Jahren
- Anzahl Päckli im ersten Jahr: 26
- Aktuelle Anzahl Päckli: 117'000
- Anzahl Päckli aus Buchberg: 45
- Anzahl Lastwagen für die gesamte Aktion: 40
Inhalt der Päckli und die Logistik
Die Inhalte der Weihnachtspäckli sind genau festgelegt. Sie umfassen ausschliesslich haltbare und nicht verderbliche Lebensmittel sowie nützliche Dinge, die in den Empfängerländern oft fehlen. Dazu gehören Kerzen, Schreibwaren und Seifen. Für Kinder werden oft kleine Spielsachen sowie wärmende Socken und Mützen hinzugefügt.
Diese Standardisierung ist wichtig. Sie stellt sicher, dass alle Beschenkten ähnliche Güter erhalten und erleichtert den Chauffeuren die Zollabfertigung. Die Transparenz über die mitgeführten Waren ist entscheidend für den reibungslosen Ablauf der Transporte.
Die gesammelten Päckli aus der gesamten Deutschschweiz werden in einem Lager in Frauenfeld zusammengeführt. Dort werden sie für den Weitertransport nach Osteuropa vorbereitet. Martin Kurz, Missions- und Geschäftsleiter der Organisation «Licht im Osten», ist einer der Hauptorganisatoren der Aktion.
Hintergrund der Hilfswerke
Die «Aktion Weihnachtspäckli» wird von vier Hilfswerken organisiert, darunter «Licht im Osten». Diese Organisationen engagieren sich nicht nur für die Weihnachtsaktion, sondern auch in anderen Bereichen wie der Gewerbeförderung in Osteuropa. So helfen sie Menschen, sich eine eigene Existenz aufzubauen und ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
Eine Reise mit Herz und Herausforderungen
Die Päckli treten von Frauenfeld aus eine lange Reise an. Insgesamt werden 14 Sattelschlepper im Frauenfelder Lager beladen. Die gesamte Aktion füllt beeindruckende 40 Lastwagen. Jeder Transport ist mit erheblichen Kosten verbunden, die im Durchschnitt bei rund 4000 Euro liegen. Daher sind die Organisatoren ständig auf der Suche nach Sponsoren, die diese wichtige Arbeit unterstützen.
Einer der Lastwagenfahrer ist Anton Vasiltov aus Moldawien. Er besitzt ein eigenes Fuhrunternehmen und fährt jedes Jahr Weihnachtspäckli in seine Heimat. Sein Lastwagen trägt das Logo «Licht im Osten», da er über ein Kreditprogramm der Organisation einen älteren Lastwagen übernehmen konnte. Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Hilfswerke über die Päckli-Aktion hinaus wirken und Menschen zu Unternehmern machen.
«Ich komme jedes Jahr hierher und bringe Geschenke in unsere Heimat. Vor zwei Wochen war ich schon hier und habe mit meinem Lastwagen Geschenke nach Sofia, Straseni und Stauceni gebracht.»
Anton Vasiltov, Transportunternehmer aus Moldawien
Anton Vasiltov berichtet von gut passierbaren Strassen durch Deutschland, Österreich, Ungarn und Rumänien. Bei seiner letzten Fahrt konnte er 4000 Päckli an verschiedenen Zielorten abladen. Die Freude der Menschen, die diese Pakete erhalten, ist gross.
Die Wirkung der Geschenke
Martin Kurz, der selbst regelmässig nach Osteuropa reist, bestätigt die Freude der Empfänger. Er verteilt die Päckli zusammen mit einem Team vor Ort. Die Bilder der strahlenden Kinder und dankbaren älteren Menschen sprechen Bände. Viele dieser Kinder würden sonst kein Weihnachtsgeschenk erhalten.
Die 45 Päckli aus Buchberg werden ebenfalls ihren Weg finden und 45 Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Diese Aktion ist mehr als nur das Verteilen von Geschenken; sie ist ein Zeichen der Solidarität und Hoffnung, das über Kontinente hinweg verbindet.
Die «Aktion Weihnachtspäckli» zeigt, wie kleine Gesten der Nächstenliebe eine grosse Wirkung entfalten können. Sie erinnert daran, dass auch weit entfernte Gemeinschaften durch gemeinsames Engagement verbunden sind und dass die Freude am Geben oft grösser ist als die am Empfangen.





