Fast zwei Jahre nach einem tödlichen Unfall in Matzingen TG muss sich ein Autofahrer vor dem Bezirksgericht Frauenfeld verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm grobe Fahrlässigkeit und versuchte Beweismittelvereitelung vor. Der Vorfall, der sich im Februar 2022 ereignete, forderte das Leben eines 25-jährigen Mannes und wirft nun ernste Fragen zur Verantwortung des Fahrers auf.
Wichtige Punkte
- Der Angeklagte Peter K. muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.
- Er soll zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sein.
- Unmittelbar nach dem Unfall soll er versucht haben, seine Fahrfähigkeit zu verschleiern.
- Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten.
Der tragische Unfallhergang
Der Unfall ereignete sich im Februar 2022 auf einer Nebenstrasse in Matzingen TG. Gegen 17 Uhr war ein 25-jähriger Mann neben einem am Strassenrand stehenden Traktor beschäftigt. Der Angeklagte Peter K. setzte zum Überholen des Traktors an und erfasste dabei den jungen Mann.
Der Aufprall war derart heftig, dass das Opfer etwa 28 Meter weit durch die Luft geschleudert wurde. Er erlitt so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Die Kantonspolizei Thurgau schilderte den Unfallhergang in ihrer damaligen Mitteilung als tragisch.
Fakten zum Unfall
- Datum: Februar 2022
- Ort: Nebenstrasse in Matzingen TG
- Opfer: 25-jähriger Mann
- Verletzungen: Tödlich, Opfer 28 Meter geschleudert
Alkohol und überhöhte Geschwindigkeit
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass Peter K. zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert unterwegs war. Zudem soll er mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h durch die Gemeinde gefahren sein. Dies ist eine deutliche Überschreitung der innerorts üblichen Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Die Kombination aus Alkohol am Steuer und massiver Geschwindigkeitsüberschreitung bildet die Grundlage für die Anklage wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln und Fahrens in fahrunfähigem Zustand.
"Der Angeklagte zeigte grobe Fahrlässigkeit, indem er die Verkehrsregeln missachtete und das Leben anderer Personen aufs Spiel setzte", so ein Vertreter der Staatsanwaltschaft.
Versuch der Beweismittelvereitelung
Besonders brisant ist der Vorwurf der versuchten Beweismittelvereitelung. Laut Anklageschrift soll Peter K. unmittelbar nach dem Unfall mindestens einen Deziliter alkoholhaltige Getränke konsumiert haben. Dies geschah offenbar, um die Feststellung seiner tatsächlichen Fahrfähigkeit zum Zeitpunkt des Aufpralls zu erschweren.
Obwohl die Behörden daraufhin eine weitere Alkohol- und Urinprobe anordneten, konnte der genaue Alkoholwert zum Unfallzeitpunkt aufgrund der nachträglichen Konsumation nicht mehr eindeutig bestimmt werden. Dieser Umstand erschwert die Beweisführung in Bezug auf den genauen Grad der Alkoholisierung, ändert aber nichts an der Tatsache des Konsums.
Rechtlicher Kontext
Die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrfähigkeit ist ein schwerwiegender Vorwurf. Sie zeigt die Absicht, die Ermittlungen zu behindern und die eigene Schuld zu vertuschen. Solche Handlungen können das Strafmass erheblich beeinflussen.
Die Forderungen der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft fordert für Peter K. eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Zusätzlich soll eine Busse von 100 Franken ausgesprochen werden. Da der Angeklagte nicht vorbestraft ist, beantragt die Staatsanwaltschaft eine bedingte Strafe mit einer Probezeit von zwei Jahren.
Dies bedeutet, dass Peter K. die Strafe nur antreten müsste, wenn er sich innerhalb der zweijährigen Probezeit erneut strafbar macht. Die Entscheidung liegt nun beim Bezirksgericht Frauenfeld, das über Schuld und Strafmass befinden wird.
Konsequenzen für den Angeklagten
- Freiheitsstrafe: 16 Monate (bedingt)
- Busse: 100 Franken
- Probezeit: 2 Jahre
- Anklagepunkte: Fahrlässige Tötung, qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln, Fahren in fahrunfähigem Zustand, versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrfähigkeit, Konsum von Betäubungsmitteln.
Der Prozess beleuchtet einmal mehr die fatalen Folgen von rücksichtslosem Verhalten im Strassenverkehr. Er soll auch ein Zeichen setzen, dass solche Taten nicht ungestraft bleiben und die Justiz entschlossen gegen Verstösse vorgeht, die das Leben unschuldiger Menschen kosten.
Bedeutung für die Verkehrssicherheit
Dieser Fall unterstreicht die Notwendigkeit, sich stets an die Verkehrsregeln zu halten und unter keinen Umständen alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss ein Fahrzeug zu führen. Die Auswirkungen können verheerend sein, sowohl für die Opfer als auch für die Verursacher.
Die Verhandlung in Frauenfeld wird mit Spannung erwartet. Sie ist nicht nur für die Angehörigen des Opfers wichtig, sondern auch für die öffentliche Wahrnehmung von Verkehrssicherheit und der Konsequenzen bei grober Fahrlässigkeit.





