Ein Baukran prägt seit über einem Jahrzehnt das Bild des historischen Schlosses Sonnenberg in Stettfurt. Nun hat der Gemeinderat entschieden, dass dieser Kran bis spätestens 28. Februar 2026 abgebaut werden muss. Die lange Standzeit des Krans störte viele Einwohner und beeinträchtigte das Erscheinungsbild des Kulturgutes erheblich.
Wichtige Punkte
- Der Baukran beim Schloss Sonnenberg muss bis Ende Februar 2026 entfernt werden.
- Der Kran steht seit über einem Jahrzehnt und stört das historische Ortsbild.
- Die Gemeinde Stettfurt droht mit einer Ersatzvornahme auf Kosten der Bauherrschaft.
- Fassadenarbeiten sind abgeschlossen, der Kran ist für Innenarbeiten nicht mehr nötig.
- Der Entscheid des Gemeinderats ist noch nicht rechtskräftig, Rekurs wurde eingelegt.
Ein Dorn im Auge: Der Kran am Immenberg
Das Schloss Sonnenberg thront weithin sichtbar auf dem Immenberg und gilt als wichtiges Kulturgut der Region. Doch seit vielen Jahren wird seine historische Silhouette von einem grossen Baukran gestört. Für die Einwohner von Stettfurt ist diese dauerhafte Installation zu einem Ärgernis geworden. Markus Bürgi, Gemeinderat von Stettfurt, bestätigt, dass er das Schloss seit seinem Zuzug im Jahr 2011 nicht ohne den Kran gesehen hat.
Anfangs sei ein Kran auf einer Baustelle üblich, doch die extrem schleppenden oder ganz ausbleibenden Baufortschritte über Jahre hinweg warfen immer mehr Fragen auf. Der Kran wurde zum Symbol eines Stillstands. Die Belastung für die Gemeinde Stettfurt war spürbar, da das schöne Dorf oft auf dieses eine, störende Element reduziert wurde.
Faktencheck
- Über 10 Jahre: So lange prägt der Baukran das Bild des Schlosses Sonnenberg.
- 28. Februar 2026: Dies ist die Frist für den Abbruch des Krans.
- Rekurs: Die Bauherrschaft hat gegen den Entscheid des Gemeinderats Rekurs eingelegt.
Warum der Gemeinderat jetzt handelt
Der Gemeinderat hat nun entschieden, dem langjährigen Ärgernis ein Ende zu setzen. Der Auslöser war der Abschluss der Fassadenarbeiten im Frühling. Nach Ansicht der Gemeinde ist der Kran für die verbleibenden Innenarbeiten nicht mehr zwingend notwendig. Die lange Dauer der Bauarbeiten und die Bedeutung des Schlosses als Kulturgut haben den Gemeinderat dazu bewogen, einen verbindlichen Abbruch zu verfügen.
Markus Bürgi betont:
«Wenn mehr als ein Jahrzehnt ein Baukran derart exponiert und oft ungenutzt neben einem historischen Bauwerk steht, dann wird dies sehr störend. Aus meiner Sicht geht man mit einem Kulturgut so nicht um.»
Kommunikation mit der Bauherrschaft
Ein direkter Dialog mit der Bauherrschaft gestaltete sich schwierig und erfolgte hauptsächlich über Anwälte. In einem früheren Rechtsmittelverfahren gab es eine Vereinbarung mit einem groben Zeitplan. Dieser Zeitplan ist jedoch inzwischen überholt und wurde nicht eingehalten.
Der Gemeinderat hat dem aktuellen Entscheid die aufschiebende Wirkung entzogen. Dies ist ein eher seltener Schritt. Er bedeutet, dass der Abbruchbefehl auch bei einem Rekurs vorerst gültig bleibt. Dies wurde als notwendig erachtet, um eine weitere Verzögerung zu verhindern und die öffentlichen Interessen zu schützen.
Hintergrund zum Schloss Sonnenberg
Das Schloss Sonnenberg in Stettfurt ist ein historisches Gebäude von grosser Bedeutung für die Region Thurgau. Es liegt auf dem Immenberg und ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Viele Einwohner verbinden persönliche Erinnerungen und positive Emotionen mit diesem Ort. Das Schloss ist nicht nur ein Schutzobjekt, sondern ein fester Bestandteil des regionalen Identitätsgefühls.
Die Konsequenzen bei Nichteinhaltung
Sollte der Kran bis Ende Februar 2026 nicht entfernt werden, hat die Gemeinde Stettfurt weitere Schritte geplant. Sobald der Entscheid rechtskräftig ist oder die aufschiebende Wirkung bestehen bleibt, würde der Gemeinderat eine sogenannte Ersatzvornahme prüfen. Dies bedeutet, dass die Gemeinde den Abbruch des Krans selbst in Auftrag geben und die Kosten dafür der Bauherrschaft in Rechnung stellen würde.
Die Bauherrschaft und der Eigentümer haben bereits Rekurs gegen den Entscheid des Gemeinderats eingelegt. Dies ist ein rechtlicher Schritt, der das Verfahren verlängern könnte. Der Gemeinderat ist jedoch entschlossen, die Angelegenheit zu einem Abschluss zu bringen.
Ein Ort der Begegnung ohne Störfaktor
Für Markus Bürgi ist das Schloss Sonnenberg ein ganz besonderer Ort. Er wird oft darauf angesprochen, und viele Menschen teilen persönliche Erinnerungen damit. Dies zeigt die tiefe emotionale Verbindung der Bevölkerung zum Schloss.
Bürgi hegt eine klare Vision für die Zukunft des Schlosses:
«Mein Wunsch ist es, dass das Schloss wieder ein Treffpunkt wird, es zum Verweilen einlädt und ein Zeuge unserer Geschichte bleibt.»Die wunderbare Lage des Schlosses lädt zum Zusammenkommen ein, und ohne den störenden Baukran könnte es seine volle Wirkung als kulturelles und soziales Zentrum wieder entfalten. Die Gemeinde hofft, dass dieser Schritt dazu beiträgt, das historische Erbe zu bewahren und den Ort für alle wieder zugänglich und attraktiv zu machen.





