Die Gemeinde Stettfurt im Thurgau hat die Ursache für die massive Verunreinigung ihres Trinkwassers mit Kolibakterien identifiziert. Bachwasser gelangte von einem Gemüsegrossbetrieb in das Leitungsnetz. Dies führte letzte Woche zu einem weitreichenden Trinkwasserverbot und gesundheitlichen Beschwerden bei zahlreichen Einwohnern.
Wichtige Erkenntnisse
- Bachwasser des Lauche-Bachs ist die Ursache der Verunreinigung.
- Ein Gemüsegrossbetrieb nutzte dieses Wasser und ermöglichte die Vermischung.
- Das Trinkwasserverbot bleibt für die Dorfzone bestehen.
- Die Gemeinde hat über 10'000 Liter Flaschenwasser verteilt.
- Ein Trennsystem soll künftige Vorfälle verhindern.
Verunreinigung durch Bachwasser auf Gemüsebetrieb
Analysen haben zweifelsfrei ergeben, dass Wasser aus dem Bach «Lauche» in das öffentliche Trinkwassernetz von Stettfurt gelangt ist. Die Quelle dieser Verunreinigung konnte auf einen lokalen Gemüsegrossbetrieb zurückgeführt werden. Dort wird das Bachwasser unter anderem für die Reinigung von Aussenflächen und Maschinen eingesetzt.
Nach Angaben der Gemeinde Stettfurt war im Betrieb eine direkte Verbindung zwischen dem Bachwasser und dem Netzwasser möglich. Dies führte zur Einschleppung von Kolibakterien in die Trinkwasserversorgung. Diese Bakterien sind bekannt dafür, Magen-Darm-Beschwerden zu verursachen, wie sie bei vielen betroffenen Bürgern auftraten.
Faktencheck Trinkwasser
- Bakterienart: Kolibakterien (Escherichia coli)
- Symptome: Magen-Darm-Beschwerden
- Betroffene Zone: Weite Teile der Dorfzone Stettfurt
- Verbot: Trinkwasser muss abgekocht werden oder Flaschenwasser nutzen
Geschäftsführung entschuldigt sich
Michaela Lüthi, die Geschäftsführerin des betroffenen Gemüsebetriebs, äusserte ihr Bedauern über den Vorfall. Sie betonte, dass trotz intensiver interner und externer Prüfungen nicht klar sei, wie es genau zu dieser Vermischung kommen konnte. In einem Schreiben der Gemeinde Stettfurt wird Lüthi zitiert:
"Es wurde keine direkte Handlung für die Verunreinigung festgestellt."
Sie bat die Bevölkerung von Stettfurt um Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten und gesundheitlichen Probleme. Der Betrieb darf bis auf Weiteres kein Bachwasser mehr nutzen. Die Gemeinde hat zudem den sofortigen Einbau eines Trennsystems angeordnet. Dieses System soll eine zukünftige Vermischung von Bach- und Trinkwasser sicherstellen und die Sicherheit der Versorgung gewährleisten.
Massnahmen bleiben bestehen, Werte verbessern sich
Trotz der Klärung der Ursache gibt die Gemeinde Stettfurt noch keine vollständige Entwarnung. Für weite Teile der Dorfzone gilt weiterhin ein Trinkwasserverbot. Das bedeutet, dass Leitungswasser weiterhin abgekocht werden muss, bevor es zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen verwendet wird.
Die Wasserqualität wird laufend überprüft. Die Gemeinde teilte mit, dass sich die Messwerte verbessern. Nächste Ergebnisse, die über eine mögliche Aufhebung der Einschränkungen entscheiden könnten, werden für Dienstag erwartet. Die Hochzone der Gemeinde ist von den Einschränkungen bereits ausgenommen.
Hintergrund der Situation
Die Verunreinigung des Trinkwassers in Stettfurt führte letzte Woche zur Ausrufung eines Trinkwasserverbots. Zahlreiche Haushalte waren betroffen und mussten auf abgekochtes Wasser oder Flaschenwasser umsteigen. Die schnellen Massnahmen der Gemeinde und des Kantons zielten darauf ab, die Ausbreitung der Bakterien zu stoppen und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
Alltagseinschränkungen und Hilfsangebote
Die aktuellen Einschränkungen beeinflussen den Alltag der Stettfurter Bevölkerung erheblich. Leitungswasser darf zwar zum Duschen, für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine genutzt werden, doch für Geschirrspülmaschinen wird eine Einstellung von mindestens 80 Grad Celsius empfohlen, um mögliche Keime abzutöten.
Die Gemeinde hat schnell reagiert und ein System zur Versorgung mit Flaschenwasser eingerichtet. Vormittags und nachmittags können Einwohner bei der Gemeinde Wasserflaschen abholen. Bislang wurden bereits mehr als 10'000 Liter Wasser an die Bevölkerung ausgegeben.
"Die Stimmung im Dorf ist weiterhin ruhig. Aber die Massnahmen ermüden wohl einige unserer Einwohnerinnen und Einwohner", kommentierte Gemeindepräsident Markus Bürgi die Situation.
Die Situation erfordert weiterhin Geduld von den Bürgern, bis die Wasserqualität wieder den normalen Standards entspricht und das Abkochgebot vollständig aufgehoben werden kann. Die Gemeinde arbeitet eng mit den kantonalen Behörden zusammen, um die Sicherheit des Trinkwassers so schnell wie möglich wiederherzustellen.





