Thomas Peter, der langjährige Verwaltungsdirektor der Stadt Kloten, wurde zum ersten Ombudsmann des Kantons Schaffhausen gewählt. Er setzte sich gegen 41 Mitbewerber durch und übernimmt die Aufgabe, die neue kantonale Ombudsstelle aufzubauen und zu leiten. Diese Stelle soll Bürgern helfen, die unzufrieden mit Behördenentscheidungen sind oder Missstände melden möchten.
Wichtige Punkte
- Thomas Peter wurde mit 55 von 58 Stimmen zum Ombudsmann des Kantons Schaffhausen gewählt.
- Er war zuvor über 20 Jahre lang Verwaltungsdirektor in Kloten.
- Die neue Ombudsstelle in Schaffhausen entsteht nach einem Volksentscheid im Mai.
- Peter wird die Pionieraufgabe des Aufbaus der neuen Institution übernehmen.
Wahl und Hintergrund der neuen Ombudsstelle
Der Kantonsrat Schaffhausen wählte Thomas Peter am Montagmorgen mit deutlicher Mehrheit. Er erhielt 55 von 58 möglichen Stimmen. Diese Wahl erfolgte nach einem umfassenden Auswahlprozess, an dem sich insgesamt 42 Personen beworben hatten. Peter, ein Jurist, war die bevorzugte Wahl für die neu geschaffene Position.
Die Schaffung einer Ombudsstelle im Kanton Schaffhausen ist das Ergebnis eines Volksentscheids vom Mai dieses Jahres. Die Stimmbevölkerung sprach sich mit einem Ja-Anteil von 60,6 Prozent für die Einführung dieser Einrichtung aus. Schaffhausen war bisher einer der wenigen Kantone ohne eine solche Anlaufstelle für Bürgeranliegen.
Faktencheck
- Anzahl Bewerber für die Stelle: 42
- Zustimmung im Kantonsrat: 94,8% (55 von 58 Stimmen)
- Zustimmung beim Volksentscheid: 60,6% Ja-Stimmen
Herausforderung des Aufbaus
Die Hauptaufgabe von Thomas Peter wird der Aufbau der Ombudsstelle sein. Diese Institution existiert im Kanton Schaffhausen noch nicht. Peter muss die Strukturen schaffen und die Arbeitsweise definieren. Dies beinhaltet die Entwicklung von Prozessen für die Bearbeitung von Beschwerden und die Sicherstellung einer unabhängigen und effektiven Arbeit.
René Huber, der Stadtpräsident von Kloten, äusserte sich sehr positiv über Peters Fähigkeiten. Er betonte Peters Organisationstalent und sein Gespür für die Anliegen der Menschen. Huber, der seit fast 24 Jahren eng mit Peter zusammenarbeitet, ist überzeugt, dass Peter die Aufbauarbeit erfolgreich meistern wird. Er sagte:
"Einen Besseren als ihn kann es gar nicht geben für diese neue Stelle."
Kritik am Auswahlprozess
Vor der Wahl gab es einen Antrag von SVP-Kantonsrat Walter Hotz. Er kritisierte den Auswahlprozess und versuchte, Peters Integrität in Frage zu stellen. Hotz argumentierte, dass Peter sieben Jahre lang mit Patrick Strasser zusammengearbeitet hatte. Strasser ist heute Regierungsrat und Erziehungsdirektor in Schaffhausen. Er war vor seiner Wahl in den Regierungsrat Anfang 2021 als Bereichsleiter bei der Stadt Kloten tätig und Peter direkt unterstellt.
Thomas Peter wies diese Bedenken zurück. Er erklärte gegenüber Radio SRF:
"Seit Patrick Strassers Abgang haben wir nie mehr wesentlichen Kontakt gehabt und sind privat nicht befreundet."Er sieht in der früheren Zusammenarbeit kein Problem. Zudem gebe es eine Stellvertretungsregelung, die bei Bedarf zum Einsatz kommen könnte. Hotz' Antrag, die Wahl zu vertagen, wurde mit 57 zu 1 Stimme klar abgelehnt.
Hintergrund der Ombudsstelle
Eine Ombudsstelle dient als neutrale Anlaufstelle für Bürger, die sich von Behörden ungerecht behandelt fühlen. Sie prüft Beschwerden und versucht, zwischen Bürgern und Verwaltung zu vermitteln. Ziel ist es, Konflikte aussergerichtlich zu lösen und die Transparenz sowie Fairness der Verwaltungstätigkeit zu erhöhen.
Peters Erfahrung und Persönlichkeit
Thomas Peter bringt eine umfangreiche Erfahrung in die neue Position ein. Vor seiner Zeit in Kloten war er als Unternehmensberater tätig. Im Militär bekleidete er den Rang eines Obersts im Generalstab. Diese Hintergründe unterstreichen seine Führungs- und Organisationskompetenzen.
René Huber beschreibt Peter als wertkonservativ, aber gleichzeitig sehr offen für alle gesellschaftlichen Anliegen. Peter habe sich stets für Diversität und queere Anliegen eingesetzt, auch bei der Zusammenstellung seiner Teams in der Stadtverwaltung. Seine Homosexualität hat er nie verheimlicht.
Im Jahr 2009 nahm Peter sogar einen Monat Ferien, um im Organisationskomitee der Eishockey-WM mitzuwirken. Dies zeigt sein Engagement und seine Fähigkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Seine langjährige Tätigkeit als Verwaltungschef in Kloten hat ihn auf die anspruchsvolle Aufgabe in Schaffhausen vorbereitet.
Übergang und Nachfolge in Kloten
Thomas Peter wird seine neue Aufgabe in Schaffhausen am 1. Januar antreten. Sein Abgang in Kloten ist kein überraschender Schritt. Peter ist 64 Jahre alt und wäre in Kloten im April ohnehin pensioniert worden. Er betrachtet die neue Position als eine ideale Fortsetzung seiner beruflichen Laufbahn.
"Nun werde ich halt noch ein bisschen vorzeitiger pensioniert, aber ich fand das eine ideale Fortsetzung."
Die Nachfolge in Kloten ist bereits geregelt. Marc Osterwalder, Peters bisheriger Stellvertreter, wird die Leitung der Stadtverwaltung übernehmen. Diese Regelung wurde bereits vor zwei Jahren getroffen und kommuniziert. Dies sichert einen reibungslosen Übergang in der Klotener Verwaltung.
Peter äusserte den Wunsch, nicht nur für kurze Zeit Ombudsmann zu sein. Er plant, eine volle Amtsdauer zu absolvieren. Falls seine Gesundheit es zulässt, kann er sich sogar vorstellen, eine weitere Amtszeit anzuhängen. Dies unterstreicht sein langfristiges Engagement für die neue Rolle und den Kanton Schaffhausen.





