Der Zivilschutz im Bezirk Uster steht vor einer umfassenden Neuorganisation. Sieben bestehende Zivilschutzorganisationen (ZSO) werden zu drei grösseren Einheiten zusammengelegt. Ziel dieser Massnahme ist es, die Einsatzbereitschaft, Professionalität und personellen Ressourcen bei Katastrophen und Notlagen nachhaltig zu stärken. Die Umsetzung dieser regionalen Neuausrichtung ist ab dem Jahr 2028 geplant.
Wichtige Punkte
- Sieben Zivilschutzorganisationen werden zu drei grösseren Einheiten zusammengelegt.
- Die Neuorganisation soll Einsatzbereitschaft und Professionalität verbessern.
- Eine Gesetzesänderung auf Bundesebene macht die Anpassung notwendig.
- Die Umsetzung der neuen Strukturen beginnt ab 2028.
Warum eine Neuausrichtung?
Die Gründe für diese strukturelle Veränderung sind vielfältig. Eine zentrale Rolle spielt das totalrevidierte Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz. Dieses Gesetz hat die Rahmenbedingungen für den Zivilschutz in der Schweiz grundlegend verändert. Die Dienstpflicht wurde verkürzt, und die Aufgaben des Zivilschutzes sind nun stärker auf moderne Gefahren und Notlagen ausgerichtet.
Der Kanton Zürich hat die Sollbestände an Zivilschutzangehörigen neu berechnet. Diese Neuberechnung zeigte deutlich, dass die bisherigen sieben kleineren Organisationen ihren gesetzlichen Auftrag nicht mehr vollständig erfüllen können. Es fehlte an genügend Personal und Ressourcen, um auch bei Grossereignissen effektiv handeln zu können.
Faktencheck
- 7 bestehende Zivilschutzorganisationen
- 3 zukünftige, regionalisierte Organisationen
- Umsetzung der neuen Strukturen ab 2028
Die Herausforderungen der aktuellen Struktur
Bislang waren im Bezirk Uster sieben eigenständige Zivilschutzorganisationen aktiv. Dazu gehören die ZSO Region Dübendorf, die ZSO Egg-Mönchaltorf-Oetwil am See, die ZSO Fällanden, die ZSO Greifensee-Schwerzenbach, die ZSO Maur, die ZSO Uster und die ZSO Volketswil. Jede dieser Organisationen war für den Schutz der Bevölkerung in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich verantwortlich.
Diese fragmentierte Struktur führte jedoch zu Engpässen. Bei grösseren Notlagen oder Katastrophen war es schwierig, schnell genügend Personal und Material zu mobilisieren. Auch die Ausbildung litt unter der Zersplitterung, da eine einheitliche und professionelle Schulung auf hohem Niveau schwerer umzusetzen war.
«Um weiterhin eine verlässliche Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit auch bei Grossereignissen, Katastrophen und Notlagen sicherzustellen, ist eine strukturelle Neuausrichtung erforderlich.»
Der Weg zur Drei-Regionen-Lösung
Bereits im September 2023 trafen sich Vertreter aller Gemeinden rund um den Greifensee, um über die Zukunft des Zivilschutzes zu beraten. Schnell wurde klar, dass alle Gemeinden vor ähnlichen Problemen standen und eine regionale Zusammenarbeit die beste Lösung darstellt. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe wurde Anfang 2024 ins Leben gerufen.
Diese Gruppe setzte sich aus Vertretern der Gemeinden und Zivilschutzkommandos zusammen. Politisch Verantwortliche begleiteten den Prozess, und die EBP Schweiz AG unterstützte fachlich. In mehreren Workshops wurden die bestehenden Strukturen analysiert und verschiedene Zusammenlegungsmöglichkeiten diskutiert.
Am Ende kristallisierte sich eine Drei-Regionen-Lösung heraus, die von allen beteiligten Gemeinden mitgetragen wird. Diese Lösung soll den Zivilschutz nachhaltig stärken und die Effizienz bei Einsätzen erheblich steigern.
Hintergrund der Gesetzesänderung
Das revidierte Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz trat in Kraft, um den Bevölkerungsschutz an moderne Herausforderungen anzupassen. Dazu gehören neue Bedrohungsszenarien wie Cyberangriffe, Pandemien oder Naturkatastrophen, die eine flexiblere und besser koordinierte Antwort erfordern. Die Verkürzung der Dienstpflicht machte zudem eine Neukalkulation der Bestände notwendig, um die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten.
Die zukünftigen Zivilschutzorganisationen
Die neue Struktur sieht ab 2028 drei regionalisierte Zivilschutzorganisationen vor:
- ZSO Region Dübendorf: Umfasst die Gemeinden Dübendorf, Fällanden, Maur und Wangen-Brüttisellen.
- ZSO Region Uster: Beinhaltet die Gemeinden Greifensee, Schwerzenbach, Uster und Volketswil.
- ZSO Egg-Mönchaltorf-Oetwil am See: Diese Organisation besteht bereits in ihrer Form und bleibt bestehen.
Diese Zusammenlegung verspricht eine höhere Durchhaltefähigkeit im Ereignisfall. Es können mehr Einsatzkräfte mobilisiert werden, und die Professionalisierung der Ausbildung und der Einsätze wird gefördert. Die Nähe zu den Gemeinden soll dabei erhalten bleiben, um unterschiedliche lokale Bedürfnisse weiterhin berücksichtigen zu können und Synergien optimal zu nutzen.
Nächste Schritte und Zeitplan
Alle beteiligten Exekutivbehörden unterstützen die vorgeschlagene Lösung. Im Dezember 2025 wird die Projektleitung das weitere Vorgehen abstimmen. Es werden notwendige Teilprojekte definiert, die sich mit Organisation, Personal, Infrastruktur, Material, Finanzen und der Rechtsform der neuen Einheiten befassen.
Anschliessend werden die politischen Gremien und die Stimmberechtigten über die konkrete Umsetzung entscheiden. Dies geschieht voraussichtlich in Form von Zweckverbänden oder Anschlussverträgen. Der Zeitplan sieht vor, dass die regionalisierten Zivilschutzorganisationen ab dem Jahr 2028 operativ tätig sein werden. Bis dahin wird intensiv an der Detailplanung und den rechtlichen Grundlagen gearbeitet, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
Die Neuausrichtung ist ein entscheidender Schritt, um den Zivilschutz im Bezirk Uster zukunftsfähig zu machen. Sie stellt sicher, dass die Bevölkerung auch in Zukunft optimal bei Katastrophen und Notlagen geschützt ist und der Zivilschutz seine wichtigen Aufgaben professionell erfüllen kann.





