Der Kanton Zürich verzeichnete im Jahr 2025 das langsamste Bevölkerungswachstum der letzten zwei Jahrzehnte. Während die Gesamtbevölkerung auf 1,63 Millionen Menschen anstieg, fiel der Zuwachs mit rund 13'000 Personen deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Besonders auffällig ist die Entwicklung in der Region Winterthur, die im kantonalen Vergleich das Schlusslicht bildet.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Bevölkerung im Kanton Zürich wuchs 2025 um 0,8 Prozent auf 1,63 Millionen Einwohner.
- Dies ist der geringste prozentuale Zuwachs seit 20 Jahren.
- Die Zuwanderung aus dem Ausland ist für über 80 Prozent des Wachstums verantwortlich.
- Die Region Winterthur verzeichnete das schwächste Wachstum im Kanton.
Ein kantonsweiter Trend zur Verlangsamung
Neue Zahlen des Statistischen Amtes des Kantons Zürich zeigen eine deutliche Abschwächung des Bevölkerungswachstums. Mit einem Zuwachs von knapp 13'000 Personen im Jahr 2025 liegt die Rate bei 0,8 Prozent. Dies markiert den niedrigsten Wert seit zwei Jahrzehnten und deutet auf eine neue demografische Phase für den bevölkerungsreichsten Kanton der Schweiz hin.
Die Gesamtzahl der Einwohnerinnen und Einwohner erreichte Ende 2025 einen Stand von 1,63 Millionen. Obwohl die Bevölkerung weiterhin wächst, geschieht dies in einem merklich reduzierten Tempo im Vergleich zu den Boomjahren.
Zuwanderung bleibt der entscheidende Faktor
Der Hauptmotor des Wachstums ist nach wie vor die internationale Zuwanderung. Mehr als 80 Prozent des Nettozuwachses sind auf Menschen zurückzuführen, die aus dem Ausland in den Kanton gezogen sind. Allerdings hat sich auch hier die Dynamik verändert: Der Wanderungssaldo mit dem Ausland liegt nun wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges.
Interkantonale Wanderung leicht negativ
Im Gegensatz zur internationalen Zuwanderung ziehen mehr Menschen aus dem Kanton Zürich in andere Kantone, als von dort hierherkommen. Der Wanderungssaldo mit den übrigen Kantonen ist leicht negativ, ein Trend, der sich in den letzten Jahren stabilisiert hat.
Der Geburtenüberschuss, also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen, trägt nur noch zu weniger als 20 Prozent zum gesamten Bevölkerungswachstum bei. Erste Schätzungen für 2025 deuten zwar auf eine leicht gestiegene Geburtenzahl und eine leicht gesunkene Zahl an Todesfällen hin, doch dieser natürliche Zuwachs spielt eine untergeordnete Rolle.
Städtische Zentren als Magneten – mit einer Ausnahme
Die Urbanisierung setzt sich fort. Über zwei Drittel des gesamten Bevölkerungswachstums im Kanton entfielen auf die Städte. An der Spitze steht die Stadt Zürich, die allein um 4'008 Personen gewachsen ist. Auch Dübendorf (+673 Personen) und Uster (+484 Personen) erwiesen sich als äusserst beliebte Wohnorte.
Eine bemerkenswerte Ausnahme von diesem Trend bildet Winterthur. Die Stadt verzeichnete mit einem Zuwachs von nur 355 Personen das geringste Bevölkerungswachstum seit der Jahrtausendwende. Dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf die Stadt selbst: Die gesamte Region Winterthur wächst langsamer als andere Teile des Kantons, etwa das Weinland oder das Furttal, die ein stärkeres Wachstum aufwiesen.
Regionale Wachstumsunterschiede
- Stärkstes Wachstum: Stadt Zürich (+4'008)
- Starkes Wachstum: Dübendorf (+673), Uster (+484)
- Schwächstes Wachstum: Winterthur (+355)
- Über dem Durchschnitt: Stadt Zürich und Limmattal
Internationale Gemeinschaft im Wandel
Der Anteil der ausländischen Bevölkerung im Kanton Zürich liegt bei 29 Prozent. Auch hier hat sich das Wachstum verlangsamt. Die Zunahme von 1,5 Prozent im Jahr 2025 gehört zu den niedrigsten Raten seit der Einführung der vollen Personenfreizügigkeit mit der EU im Jahr 2007.
Die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung ist stark europäisch geprägt – über 80 Prozent stammen vom Kontinent. Die grössten Gruppen bilden nach wie vor Personen mit deutscher (88'900) und italienischer (62'200) Staatsangehörigkeit.
Interessante Verschiebungen gab es jedoch bei anderen Nationalitäten. Den stärksten Zuwachs im Jahr 2025 verzeichneten Personen aus Spanien (+1'840) und der Ukraine (+1'022), was die aktuellen globalen Migrationsbewegungen widerspiegelt.
Kirchenaustritte setzen sich fort
Ein weiterer markanter gesellschaftlicher Trend ist der anhaltende Rückgang der Mitgliederzahlen der grossen Landeskirchen. Ende 2025 zählten die evangelisch-reformierte und die römisch-katholische Kirche zusammen noch rund 680'000 Mitglieder im Kanton.
Im Vergleich zum Vorjahr verlor die evangelisch-reformierte Kirche etwa 10'000 Mitglieder, während die römisch-katholische Kirche einen Rückgang von 7'200 Personen verzeichnete. Dies bedeutet, dass mittlerweile fast 60 Prozent der Zürcher Bevölkerung keiner dieser beiden Kirchen oder einer anderen Religionsgemeinschaft angehören. Dieser Wandel hin zu einer säkulareren Gesellschaft schreitet unaufhaltsam voran.





