Die Zürcherin Kia Schaefer (27) arbeitet als Handmodel für renommierte Marken wie Hermès und Migros. Obwohl ihre Hände in Werbekampagnen für Schmuck und Lebensmittel allgegenwärtig sind, bleibt ihr Gesicht meist im Verborgenen. Dieser ungewöhnliche Beruf erfordert spezielle Pflege und Präzision, ermöglicht in der Schweiz allein jedoch kein vollständiges Auskommen.
Wichtige Erkenntnisse
- Kia Schaefer ist ein erfolgreiches Handmodel in der Schweiz.
- Sie arbeitet für Marken wie Bucherer, Migros und Hermès.
- Der Beruf erfordert besondere Pflege und Präzision.
- Ein langes Nagelbett und gerade Finger sind vorteilhaft.
- Handmodeln allein reicht in der Schweiz nicht zum Leben aus.
Ein seltener Beruf im Rampenlicht
Wenn Kia Schaefer von ihrem Beruf erzählt, sind die Reaktionen oft überrascht. Viele Menschen wussten nicht, dass es Handmodels überhaupt gibt. Schaefer rät, sich Werbungen mit Schmuck oder Essen anzusehen, denn dort sind ihre Hände häufig zu sehen. Ihre Karriere begann 2013, nachdem Freunde und Familie sie immer wieder auf ihre schönen Hände aufmerksam machten.
«Ich selbst habe nie gross wahrgenommen, dass meine Hände irgendwie anders oder perfekt fürs Modelbusiness sind», erklärt die 27-Jährige. Über Kontakte fand sie den Weg zur Agentur Scout Model, wo sie bis heute gelistet ist. Seit ihrem ersten Auftrag hat sie eine beeindruckende Liste an Kunden gesammelt.
Faktencheck: Kias Kundenportfolio
- Bucherer: Luxuriöse Schmuckstücke
- Migros: Produkte des täglichen Bedarfs
- La Prairie: Hochwertige Kosmetik
- Hermès: Exklusive Mode und Accessoires
- Navyboot: Schuhe und Taschen
Präzision und Pflege: Der Alltag eines Handmodels
Der Erfolg als Handmodel hängt nicht nur von schönen Händen ab, sondern auch von der Fähigkeit, Produkte elegant und natürlich zu präsentieren. Kia Schaefer betont, dass es Übungssache ist, ein Produkt so zu halten, dass es auf dem Foto perfekt wirkt. Die Bewegungen müssen oft im Schlaf sitzen, um verschiedene Posen – von natürlich bis elegant – umzusetzen.
Besondere Pflege ist vor einem Job unerlässlich. Hornhaut oder Kratzer können schnell zum Nachteil werden, besonders wenn die Konkurrenz makellose Hände vorweisen kann. Schaefer meidet daher potenzielle Gefahrenquellen im Alltag. «In meinem Unterbewusstsein ist verankert, dass ich manchmal vorsichtig sein muss. Wie etwa bei Katzen – obwohl ich sie gern habe, könnten sie mir die Hand verkratzen.»
«Auch ich habe nicht immer perfekte Hände. Aber vor einem Job schenke ich ihnen besondere Aufmerksamkeit.»
Kia Schaefer
Die Bedeutung von natürlichen Nägeln
Ein absolutes No-Go im Handmodel-Business sind künstliche Nägel. Kunden bevorzugen natürliche Hände. Gelnägel können zudem das Nagelbett schädigen. Wenn eine Anfrage für einen Job kommt, intensiviert Schaefer ihre Pflegeroutine. Sie ölt ihre Nagelhaut ein, cremt ihre Hände täglich und achtet darauf, dass die Nägel die optimale Länge haben, um nicht einzureissen.
Wichtige Merkmale für erfolgreiche Handmodels sind ein langes Nagelbett, harmonische Proportionen sowie gerade, lange und schmale Finger. Doch letztlich entscheidet der Kunde, welche Art von Händen für die jeweilige Kampagne gesucht wird.
Verdienstmöglichkeiten und die Realität des Berufs
Die Verdienstmöglichkeiten als Handmodel variieren stark. Sie hängen vom jeweiligen Brand und der Erfahrung des Models ab. Ein junges Start-up zahlt anders als ein internationaler Konzern. Obwohl Kia Schaefer für grosse Namen arbeitet, kann sie in der Schweiz nicht ausschliesslich vom Handmodeln leben. Wie in vielen kreativen Berufen ist ein Nebenjob oft notwendig.
Wer international Karriere machen möchte, sollte bei möglichst vielen ausländischen Agenturen gelistet sein. Auch Luxuslabels wie Gucci oder Dior buchen regelmässig Handmodels für ihre Kampagnen. Eine spezielle Versicherung für die Hände hat Kia Schaefer übrigens nicht abgeschlossen. Sie kennt auch niemanden in der Branche, der dies getan hat.
Hintergrund: Hand-Schauspieler im Film
Der Beruf des Handmodels hat eine spezielle Nische: den Hand-Schauspieler. Ein bekanntes Beispiel ist das eiskalte Händchen aus den Filmen und der Serie «Addams Family» und «Wednesday». Für die Rolle in «Wednesday» wurde Victor Dorobantu, ein ehemaliger Magier, aufgrund seiner aussergewöhnlichen Fingerfertigkeit gecastet. Mithilfe eines blaugrünen Ganzkörperanzugs und visueller Effekte erweckte er die lebendige Hand zum Leben. Eine schauspielerische Leistung, die ausschliesslich durch Hände und Gestik transportiert wird.
Hinter den Kulissen: Mehr als nur schöne Hände
Der Beruf des Handmodels ist anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint. Es geht nicht nur um ästhetische Hände, sondern um Präzision, Ausdruck und die Fähigkeit, ein Produkt optimal in Szene zu setzen. Kia Schaefers Geschichte zeigt, dass hinter den makellosen Werbebildern viel harte Arbeit und eine disziplinierte Pflegeroutine stecken. Ihr Engagement für Marken wie Manor und Hermès beweist, dass auch ein Detail wie eine Hand eine entscheidende Rolle im Marketing spielen kann.
Die Zürcherin repräsentiert eine Sparte des Modelgeschäfts, die oft übersehen wird, aber für die Glaubwürdigkeit und Attraktivität vieler Produkte unverzichtbar ist. Ihr Weg zeigt, dass man mit einem besonderen Talent und der richtigen Einstellung auch in einer Nische erfolgreich sein kann, selbst wenn der Traum vom Vollzeitberuf noch ein Stück entfernt ist.





