Uster macht ab dem 25. November mit einer eindringlichen Installation auf Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam. Leere Stühle und Frauenkleider in verschiedenen öffentlichen Räumen der Stadt sollen die Folgen von Gewalt sichtbar machen und ein starkes Zeichen setzen. Diese Aktion ist Teil der internationalen Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen».
Wichtige Erkenntnisse
- Installation aus leeren Stühlen und Kleidern in Uster ab 25. November.
- Die Aktion ist Teil der Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen».
- 2024 wurden in der Schweiz 21'127 häusliche Straftaten registriert, ein Anstieg von sechs Prozent.
- Bereits 27 Tötungen von Frauen und Mädchen im Jahr 2025.
- Fokus der diesjährigen Kampagne liegt auf Menschen mit Behinderungen und digitaler Gewalt.
Stühle als Mahnmal und Hilferuf
Das Feministische Kollektiv Zürcher Oberland hat die Installation in Uster initiiert. Die leeren Stühle symbolisieren jene, die durch Gewalt aus dem Leben gerissen wurden oder deren Existenz stark eingeschränkt ist. Gleichzeitig stehen sie für alle, die dringend Schutz und Unterstützung benötigen. Die Frauenkleider, die die Stühle schmücken, verstärken die Botschaft der Abwesenheit und des Verlusts.
Die Installationen sind an mehreren Orten in Uster zu sehen. Zuerst in Innenräumen wie dem Kulturhaus Central, dem Stadthaus und der Kantonsschule Uster. Ab dem 1. Dezember werden sie auch an Aussenstandorten, unter anderem nach dem Uster Märt, platziert. So erreicht die Botschaft eine breite Öffentlichkeit und regt zum Nachdenken an.
Alarmierende Zahlen
Die Polizei registrierte im Jahr 2024 insgesamt 21'127 Straftaten im häuslichen Bereich in der Schweiz. Dies entspricht einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende Jahr 2025 sind bereits 27 Tötungen an Frauen und Mädchen zu beklagen.
Die «16 Tage gegen Gewalt an Frauen»
Die Aktion in Uster ist ein wichtiger Bestandteil der globalen Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen». Diese Kampagne findet seit 1991 jährlich statt und beginnt am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Sie endet am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Diese 16 Tage sollen das Bewusstsein schärfen und zum Handeln gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufrufen.
Die Zahlen in der Schweiz zeigen, dass die Problematik auch hierzulande gravierend ist. Gewalt findet überwiegend im familiären und partnerschaftlichen Umfeld statt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von Präventionsarbeit und zugänglichen Schutzangeboten.
«Prävention, barrierefreie Schutzangebote und konsequent opferorientierte Verfahren sind entscheidend, um Gewalt wirksam zu bekämpfen.»
Das Feministische Kollektiv Zürcher Oberland betont, dass jeder Beitrag zählt. Bereits Zuhören, Glauben schenken und Betroffene begleiten kann einen grossen Unterschied machen.
Besonderer Fokus auf Menschen mit Behinderungen und digitale Gewalt
Die diesjährige Schweizer Kampagne legt einen besonderen Schwerpunkt auf Menschen mit Behinderungen. Frauen und queere Menschen mit Behinderungen sind einem erhöhten Risiko von Gewalt ausgesetzt. Dies gilt in häuslichen Umfeldern, in Institutionen, online und im öffentlichen Raum.
Barrierefreiheit ist entscheidend
Schutzangebote müssen für alle zugänglich sein. Dies bedeutet Barrierefreiheit in der Sprache, in der Mobilität und in der Begleitung. Niemand darf zurückgelassen werden, wenn es um Schutz vor Gewalt geht.
International steht die Kampagne 2025 unter dem Motto «UNiTE to End Digital Violence against All Women and Girls». Digitale Gewalt ist eine wachsende Bedrohung. Sie äussert sich in Cybermobbing, Belästigung und der Verbreitung von intimen Bildern ohne Zustimmung. Das Kollektiv weist darauf hin, dass digitaler Missbrauch real und alltäglich ist.
Wir benötigen sichere analoge und digitale Räume. Alle, die diese Räume gestalten, tragen eine klare Verantwortung. Dies umfasst Plattformbetreiber, Gesetzgeber und die Gesellschaft insgesamt. Es geht darum, eine Kultur zu schaffen, die digitale Gewalt nicht toleriert und Betroffene umfassend schützt.
Lokale Initiativen sind wichtig
Die Installationen in Uster sind ein Beispiel dafür, wie lokale Gemeinschaften auf globale Probleme reagieren können. Sie schaffen Sichtbarkeit für ein oft tabuisiertes Thema und ermutigen zum Gespräch. Solche Aktionen tragen dazu bei, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen und Solidarität mit den Opfern zu zeigen.
Die Kampagne erinnert daran, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen eine Menschenrechtsverletzung ist. Sie erfordert eine konzertierte Anstrengung von Politik, Gesellschaft und Einzelpersonen, um ihr entgegenzuwirken. Jeder Schritt, sei er noch so klein, hilft, eine sicherere und gerechtere Welt für alle zu schaffen.
Die Präsenz der Installationen in Uster wird viele Menschen erreichen. Sie wird dazu beitragen, die Dringlichkeit des Themas zu verdeutlichen. Es ist ein Aufruf zum Handeln, um Gewalt zu beenden und den Opfern eine Stimme zu geben.





