Seit Juli 2025 erleben die Anwohner der Wettsteinstrasse in Russikon ZH eine massive Zunahme des Verkehrs. Ursache sind umfangreiche Bauarbeiten im Ortskern, die zu einer Sperrung der Hauptverkehrsachsen führten. Viele Autofahrer nutzen die eigentlich ruhige Wohnstrasse als inoffiziellen Schleichweg, was zu erheblichen Belastungen für die Bevölkerung führt. Trotz offizieller Umleitungen fühlen sich die Bewohner mit Lärm und Abgasen allein gelassen.
Wichtige Punkte
- Bauarbeiten im Zentrum von Russikon seit Juli 2025.
- Verkehr rollt durch die Wohnstrasse Wettsteinstrasse.
- Anwohner klagen über Lärm, Abgase und missachtete Fahrverbote.
- Petition mit rund 100 Unterschriften eingereicht.
- Gemeinde und kantonales Tiefbauamt weisen Kritik zurück, versprechen aber baldige Entspannung.
Verkehrschaos im Wohnquartier: Ein Alltag voller Lärm
Die idyllische Ruhe in der Wettsteinstrasse, einer Tempo-30-Zone in Russikon, gehört der Vergangenheit an. Seit Beginn der Bauarbeiten an der Kirchgasse, Im Berg und der Russikerstrasse im Sommer 2025 leidet das Quartier unter einem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen. Obwohl offizielle Umleitungen über Fehraltorf ausgeschildert sind, entscheiden sich zahlreiche Autofahrer für den direkteren Weg durch die Wohnstrasse.
Anwohner berichten von Hunderten Fahrzeugen, die täglich durch ihre Gasse fahren. Dies stellt eine erhebliche Belastung dar. Der Verkehrslärm ist konstant, und die Abgase beeinträchtigen die Luftqualität. Besonders in den wärmeren Monaten konnten die Bewohner ihre Gärten kaum noch nutzen.
Faktencheck
- Baustart: Juli 2025
- Betroffene Strassen: Kirchgasse, Im Berg, Russikerstrasse
- Inoffizieller Schleichweg: Wettsteinstrasse (Tempo-30-Zone)
- Anzahl Unterschriften für Petition: Rund 100
Zwei Buslinien verstärken die Belastung
Zusätzlich zu den privaten Fahrzeugen wurden auch zwei Buslinien aufgrund der Baustelle durch die Wettsteinstrasse umgeleitet. Dies erhöht den Druck auf die schmale Quartierstrasse weiter. Die Bewohner erleben den Verkehr nicht nur tagsüber, sondern auch in den frühen Morgenstunden. Dies führt zu Schlafstörungen und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.
"Es ist kaum mehr möglich, im Garten zu sitzen. Der Lärm ist unerträglich, und der Geruch von Abgasen liegt in der Luft", sagt eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte.
Die Situation hat die Anwohner dazu bewogen, aktiv zu werden. Sie haben eine Petition mit rund 100 Unterschriften eingereicht. Darin fordern sie konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Lage. Es geht um regelmässige Durchfahrtskontrollen, Geschwindigkeitsüberprüfungen und eine Anpassung der temporären Ampelschaltung, um den Schleichverkehr einzudämmen.
Kritik an fehlenden Kontrollen
Die Hauptkritik der Anwohner richtet sich gegen die aus ihrer Sicht mangelnden Kontrollen. Das bestehende Durchfahrtsverbot für den Durchgangsverkehr in der Wettsteinstrasse werde häufig ignoriert. Sie fühlen sich von den zuständigen Behörden, der Gemeinde Russikon und der Kantonspolizei, nicht ausreichend unterstützt.
Die Gemeinde Russikon weist den Eindruck einer unkontrollierten Situation zurück. Sie betont, dass mobile und verdeckte Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt wurden. Dabei seien grössere Überschreitungen nur vereinzelt festgestellt worden. Stationäre oder semistationäre Radargeräte seien für die Wettsteinstrasse nie vorgesehen gewesen.
Hintergrund der Bauarbeiten
Die umfassenden Bauarbeiten im Ortskern von Russikon sind notwendig, um die Infrastruktur zu erneuern und fit für die Zukunft zu machen. Solche Projekte sind oft mit temporären Einschränkungen verbunden, die das tägliche Leben der Anwohner beeinflussen. Die Herausforderung besteht darin, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
Behörden verteidigen Vollsperrung und zeigen Fortschritte
Das kantonale Tiefbauamt verteidigt die Entscheidung für eine Vollsperrung der Hauptachsen. Eine einspurige Verkehrsführung hätte die Bauzeit erheblich verlängert. Zudem sei diese aus Platzgründen nicht überall umsetzbar gewesen. Bauprojekte dieser Grössenordnung brächten unweigerlich Einschränkungen für die Bevölkerung mit sich, heisst es von Seiten des Amtes.
Dennoch gibt es positive Nachrichten: Bereits bis Ende März 2026 soll eine Fahrspur im Baustellenbereich wieder für den Verkehr freigegeben werden. Dies könnte zu einer ersten Entspannung der Verkehrssituation in der Wettsteinstrasse führen. Der Abschluss der gesamten Bauarbeiten ist nach aktuellem Stand für Juni 2026 geplant. Dies wäre sogar früher als ursprünglich vorgesehen.
Die Anwohner hoffen, dass die versprochenen Fortschritte und die baldige Öffnung einer Fahrspur tatsächlich eine spürbare Verbesserung bringen. Bis dahin bleibt die Wettsteinstrasse ein Beispiel dafür, wie grosse Infrastrukturprojekte den Alltag in kleinen Gemeinden auf den Kopf stellen können.





