Die Forchbahn AG startet ein umfassendes Modernisierungsprogramm für ihre Fahrzeugflotte. Rund 43 Millionen Franken fliessen in die Erneuerung von 13 bestehenden Fahrzeugen des Typs Be 4/6. Parallel dazu bereitet das Unternehmen die Ausschreibung für eine komplett neue Fahrzeuggeneration vor, um den öffentlichen Verkehr in der Region Pfannenstiel langfristig sicherzustellen.
Wichtige Punkte
- 13 Forchbahn-Fahrzeuge des Typs Be 4/6 erhalten ein Midlife-Refit.
- Das Investitionsvolumen für die Modernisierung beträgt etwa 43 Millionen Franken.
- Die überarbeiteten Fahrzeuge sollen weitere 20 Jahre im Einsatz bleiben.
- Eine Ausschreibung für 14 neue Zweirichtungsfahrzeuge der nächsten Generation ist geplant.
- Die neuen Fahrzeuge ersetzen ab 2030 die Baureihe FB2000.
Umfassendes Refit für bestehende Züge
Die Forchbahn modernisiert derzeit 13 ihrer Be 4/6-Fahrzeuge. Diese Massnahme ist Teil einer langfristigen Strategie, um die Betriebssicherheit und den Fahrkomfort zu gewährleisten. Die Fahrzeuge werden dabei bis auf den Wagenkasten zerlegt. Anschliessend werden zentrale Komponenten ersetzt oder umfassend modernisiert.
Dieser Prozess, auch als Midlife-Refit bezeichnet, soll die Lebensdauer der Züge um rund 20 weitere Jahre verlängern. Jedes Fahrzeug wird individuell bearbeitet, da sich die Ausgangszustände und konstruktiven Besonderheiten voneinander unterscheiden. Mehrere Prototypen wurden bereits im Vorfeld entwickelt und getestet.
Fakten zur Modernisierung
- Investitionssumme: Rund 43 Millionen Franken
- Anzahl Fahrzeuge: 13 des Typs Be 4/6
- Ziel: Verlängerung der Einsatzdauer um ca. 20 Jahre
- Durchführung: Seit Juni 2025 bei Stadler
- Inbetriebnahme: Drittes modernisiertes Fahrzeug ab September 2026
Der Umbau der Fahrzeuge erfolgt seit Juni 2025 beim Hersteller Stadler. Aktuell befindet sich das dritte Fahrzeug in der Modernisierungswerkstatt. Es soll voraussichtlich ab September 2026 wieder regulär im Personenverkehr eingesetzt werden. Die schrittweise Umsetzung der gesamten Modernisierung ist bis Mitte 2029 geplant.
Die Forchbahn stimmt diesen Zeitplan eng mit laufenden Infrastruktur- und Bauprojekten ab. Dies stellt sicher, dass der Fahrplan stabil bleibt und die Einschränkungen für die Fahrgäste minimal sind. Die Massnahmen sind entscheidend für die Aufrechterhaltung eines zuverlässigen Betriebs.
Neue Fahrzeuggeneration ab 2030
Parallel zur Modernisierung der bestehenden Flotte bereitet die Forchbahn den Ersatz der anderen Flottenhälfte vor. Die Fahrzeuge der Baureihe FB2000 erreichen ab dem Jahr 2030 das Ende ihrer wirtschaftlichen und technischen Lebensdauer. Einige dieser Züge sind bereits seit bis zu 50 Jahren ununterbrochen im Einsatz.
Die Beschaffung von Ersatzteilen wird zunehmend schwierig. Zudem erfüllen die älteren Fahrzeuge nicht mehr die heutigen Anforderungen an Hindernisfreiheit und moderne technische Standards. Eine Erneuerung ist daher unumgänglich, um den zukünftigen Bedürfnissen der Fahrgäste gerecht zu werden.
"Die Kombination aus Modernisierung und Neubeschaffung ist entscheidend, um die Forchbahn zukunftsfähig zu machen. Wir investieren gezielt in die langfristige Funktionsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs in der Region Pfannenstiel."
Hintergrund zur FB2000-Flotte
Die Baureihe FB2000 bildet einen wichtigen Teil der Forchbahn-Flotte. Ihre lange Einsatzdauer von bis zu 50 Jahren zeugt von ihrer Robustheit. Doch mit der Zeit verändern sich Anforderungen an Komfort, Barrierefreiheit und Technologie. Eine Erneuerung ist aus betrieblichen und gesetzlichen Gründen notwendig geworden.
Öffentliche Ausschreibung für 14 neue Züge
Nach der Zustimmung des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) und des Bundesamtes für Verkehr (BAV) wird die Forchbahn 14 neue Zweirichtungsfahrzeuge öffentlich ausschreiben. Diese Fahrzeuge sollen betrieblich trennbare Einheiten bilden. Dies erhöht die Flexibilität im Betrieb und erleichtert den Unterhalt sowie die Infrastrukturplanung.
In die Projektvorbereitung wurden verschiedene interne Fachbereiche, das Fahrpersonal und auch Kundenfeedback einbezogen. Dies stellt sicher, dass die neuen Züge optimal auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt sind. Die neuen Fahrzeuge müssen hohe Anforderungen erfüllen.
Besondere Merkmale der neuen Züge sollen sein:
- Grosszügige Platzverhältnisse für alle Fahrgäste
- Gut nutzbare Mehrzweckbereiche für Kinderwagen, Velos und Gepäck
- Komfortable Ein- und Ausstiege, die den heutigen Standards entsprechen
- Ein attraktives Sitzplatzangebot für eine angenehme Reise
Die Ausschreibung der neuen Fahrzeuge erfolgt über die Plattform simap. Der Zuschlag für den Bau ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Die Inbetriebnahme des ersten neuen Fahrzeugs ist für Ende 2030 geplant. Dies markiert einen wichtigen Meilenstein in der Erneuerung der Forchbahn.
Langfristige Flottenstrategie
Die Forchbahn verfolgt mit dieser zweigleisigen Strategie – Modernisierung der bestehenden Züge und Neubeschaffung – eine klare Vision für die Zukunft. Das Unternehmen investiert gezielt in die langfristige Funktionsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs in der Region Pfannenstiel. Dies umfasst nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern auch die gesamte Infrastruktur und den Service für die Fahrgäste.
Die Massnahmen sollen eine Reihe von Verbesserungen mit sich bringen. Dazu gehören eine erhöhte Betriebssicherheit, ein verbesserter Fahrkomfort und neue betriebliche Spielräume. Diese Flexibilität ist entscheidend für die Weiterentwicklung der Infrastruktur und die Anpassung an zukünftige Mobilitätsbedürfnisse in der Region.
Die Forchbahn leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des öffentlichen Verkehrs und zur nachhaltigen Entwicklung der Region. Die Fahrgäste können sich auf eine modernere und komfortablere Reiseerfahrung freuen, während die Betriebssicherheit auf höchstem Niveau gehalten wird.





