Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) macht einen bedeutenden Schritt in Richtung Barrierefreiheit. Seit Kurzem sind wichtige Informationen auf seiner Website in Leichter Sprache verfügbar. Dies soll Menschen mit Leseschwierigkeiten, begrenzten Deutschkenntnissen oder kognitiven Einschränkungen den Zugang zum öffentlichen Verkehr erleichtern.
Wichtige Erkenntnisse
- Der ZVV stellt wichtige Informationen in Leichter Sprache bereit.
- Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit Pro Infirmis.
- Eine Prüfgruppe von Betroffenen testete die Verständlichkeit der Texte.
- Der ZVV plant, das Angebot kontinuierlich zu erweitern und eine gedruckte Broschüre herauszugeben.
- Ziel ist ein einfacherer Zugang zum öffentlichen Verkehr für alle im Kanton Zürich.
Ein zentraler Pfeiler der ZVV-Strategie
Sprachlich komplexe Texte können für viele Fahrgäste eine erhebliche Hürde darstellen. Dies betrifft Personen mit Leseschwierigkeiten, bestimmten Krankheiten oder auch jene, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Der ZVV hat sich zum Ziel gesetzt, den öffentlichen Verkehr im Kanton Zürich für alle Menschen so einfach wie möglich zugänglich zu machen.
Dazu gehört auch die Möglichkeit, sich über grundlegende Themen wie den Ticketkauf oder den Fahrplan informieren zu können. Die neue Rubrik auf der ZVV-Webseite bietet nun die wichtigsten Informationen für Fahrten mit Bus, Zug, Tram oder Schiff in einer vereinfachten Form an. Diese Massnahme soll den ZVV näher an seine Fahrgäste bringen und die Nutzerfreundlichkeit deutlich erhöhen.
Faktencheck
- Zielgruppe: Menschen mit Leseschwierigkeiten, Lernschwierigkeiten, begrenzten Deutschkenntnissen oder kognitiven Einschränkungen.
- Inhalt: Wichtige Informationen zu Ticketkauf, Fahrplan und allgemeiner Nutzung des öffentlichen Verkehrs.
- Plattform: ZVV-Website, zukünftig auch gedruckte Broschüren.
Enge Zusammenarbeit mit Pro Infirmis
Die Umsetzung dieses Projekts erfolgte in enger Kooperation mit dem Büro für Leichte Sprache von Pro Infirmis. Diese Zusammenarbeit war entscheidend, um die Bedürfnisse der Zielgruppe umfassend zu berücksichtigen. Gemeinsam wurde definiert, welche Inhalte in Leichter Sprache aufbereitet werden sollten.
Ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses war die Einbindung einer speziellen Prüfgruppe. Diese Gruppe bestand aus Personen, die selbst auf Leichte Sprache angewiesen sind. Ihre Perspektive war von unschätzbarem Wert, um sicherzustellen, dass die Texte tatsächlich verständlich sind und den Anforderungen der Nutzer entsprechen.
«Die direkte Rückmeldung von Betroffenen war essenziell. Nur so konnten wir sicherstellen, dass die Informationen wirklich ankommen und verstanden werden», erklärt ein Sprecher des ZVV.
Qualitätssicherung durch Prüfgruppe
Die Texte wurden zunächst von einer Fachperson in Leichte Sprache übersetzt. Anschliessend prüften die Mitglieder der Prüfgruppe die Übersetzungen auf ihre Verständlichkeit. Nur wenn die Texte von dieser Gruppe als klar und einfach verständlich eingestuft wurden, erhielten sie das Gütesiegel des Büros für Leichte Sprache. Dieser mehrstufige Prozess garantiert eine hohe Qualität der bereitgestellten Inhalte.
Was ist Leichte Sprache?
Leichte Sprache ist eine speziell vereinfachte Form der deutschen Sprache. Sie verwendet kurze Sätze, einfache Wörter und verzichtet auf Fremdwörter oder komplexe Satzstrukturen. Ziel ist es, Informationen für Menschen mit Leseschwierigkeiten, geringen Sprachkenntnissen oder Lernschwierigkeiten zugänglich zu machen und somit die Inklusion zu fördern.
Ausblick und weitere Schritte
Der ZVV plant, das Informationsangebot in Leichter Sprache kontinuierlich zu erweitern und zu verbessern. Dabei sollen Rückmeldungen der Fahrgäste eine zentrale Rolle spielen. Der Verkehrsverbund ist bestrebt, auf die Bedürfnisse seiner Nutzer einzugehen und das Angebot entsprechend anzupassen.
Ein nächster wichtiger Schritt ist die Bereitstellung von Informationen auch für Personen, die nicht digital unterwegs sind. Der ZVV plant daher, in Zukunft eine kurze gedruckte Broschüre in Leichter Sprache herauszugeben. Dies soll sicherstellen, dass auch diese Personengruppe Zugang zu den wichtigen Informationen erhält und den öffentlichen Verkehr im Kanton Zürich problemlos nutzen kann.
Langfristiges Engagement für Inklusion
Dieses Projekt unterstreicht das langfristige Engagement des ZVV für Inklusion und Barrierefreiheit. Es ist ein klares Zeichen dafür, dass der öffentliche Verkehr im Kanton Zürich für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein soll, unabhängig von ihren sprachlichen oder kognitiven Fähigkeiten. Die Zusammenarbeit mit Organisationen wie Pro Infirmis zeigt einen vorbildlichen Ansatz zur direkten Einbeziehung der Zielgruppe.
Die Bereitstellung von Informationen in Leichter Sprache ist ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe. Sie ermöglicht es mehr Menschen, selbstständig am öffentlichen Leben teilzunehmen und sich sicher im Verkehr zu bewegen. Dies fördert nicht nur die Mobilität, sondern auch die Unabhängigkeit der betroffenen Personen.





